Horst im Landkreis Rastatt angebracht
Karlsruher Zoo-Artenschutzstiftung & NABU wollen Fischadler wieder ansiedeln

Horst im Landkreis Rastatt angebracht Karlsruher Zoo-Artenschutzstiftung & NABU wollen Fischadler wieder ansiedeln

Quelle: Timo Deible/Zoo Karlsruhe

Im Jahr 1907 wurde der Fischadler in Baden-Württemberg durch Bejagung ausgerottet, zukünftig soll er wieder hier brüten. Möglich gemacht wird das durch eine Aktion des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) und der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe.

Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe unterstützt NABU

Seit 1907 wurde der Fischadler in Baden-Württemberg durch Bejagung ausgerottet – doch nun soll er wieder im südlichen Landkreis Rastatt brüten. Möglich gemacht wird das durch eine gemeinsame Aktion des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) und der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe. Eine künstliche Horst-Plattform wurde dafür auf einem geeigneten Baum im südlichen Landkreis Rastatt in unmittelbarer Nähe zu Rhein und Altrhein aufgesetzt.

„Im Elsass haben sich 2019 am südlichen und mittleren Oberrhein wieder Fischadlerpaare angesiedelt und erfolgreich gebrütet. Das ist für uns auf der badischen Seite die einzigartige Chance, weiteren Paaren attraktive Brutplätze zur Verfügung zu stellen und sie somit bei uns wieder heimisch zu machen“, erläutert Martin Klatt, Artenschutzreferent beim NABU Baden-Württemberg.

 

Horst wurde im Landkreis Rastatt angebracht

Das Forstamt des Landkreises Rastatt hatte bei der Auswahl des Baumes geholfen, auf dessen Spitze der Horst befestigt wurde. Dr. Daniel Schmidt-Rothmund, Greifvogelexperte und Leiter des NABU-Vogelschutzzentrums Mössingen, betätigte sich selbst als Baumkletterer, um die stabile Nisthilfe anzubringen, geht aus einer Pressemeldung der Stadt Karlsruhe hervor.

„Es ist klasse, wenn wir dem Fischadler hier helfen können“, sagt Schmidt-Rothmund. Durch das Anbringen von künstlichen Horstunterlagen, bevorzugt in hohen Kiefern, die die übrige Kronenschicht eines Waldes überragen, ließen sich brutwillige Fischadlerpaare zur Nestanlage bewegen. Das sei aus jahrzehntelanger Erfahrung bekannt, erläutert Klatt.

 

| Quelle: Michael Mayer

 

Zoo-Artenschutzstiftung übernimmt die Kosten

Die Kosten in Höhe von 3.500 Euro übernimmt die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe. „Wir unterstützen den NABU bei diesem Projekt sehr gerne. Für uns sind neben dem internationalen Engagement gerade auch die Anstrengungen für die Artenvielfalt unserer Heimat sehr wichtig“, betont Dr. Clemens Becker, Vorstand der Artenschutzstiftung und Artenschutzkurator des Karlsruher Zoos.

„Es wäre sensationell, wenn diese prächtigen Tiere auch wieder auf der badischen Seite brüten würden“, freut sich Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt, und ebenfalls Vorstand der Artenschutzstiftung.

Die Nähe zum Rhein und die vielen Wasserflächen im mittelbadischen Raum würden die Region im südlichen Landkreis Rastatt zum idealen Raum für die Installation von passenden Horstunterlagen machen. Angebrachte Wildkameras können die Brut dokumentieren, sollten Fischadler nach 115 Jahren erstmalig wieder Jungtiere in Baden-Württemberg aufziehen.

 

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