Karlsruher Spitzenphysikerin
KIT-Professorin erhält Landesforschungspreis Baden-Württemberg

Karlsruher Spitzenphysikerin KIT-Professorin erhält Landesforschungspreis Baden-Württemberg

Quelle: Robert Fuge, KIT

Professorin Anke-Susanne Müller vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erhält den Landesforschungspreis Baden-Württemberg 2022. Damit würdigt das Land die Spitzenphysikerin für ihre Leistungen in der Grundlagenforschung, teilt das KIT mit.

Landesforschungspreis für Spitzenphysikerin

KIT-Professorin Anke-Susanne Müller erhält den Landesforschungspreis Baden-Württemberg 2022, darüber informiert das KIT am Donnerstag, 27. Oktober 2022, in einer Pressemeldung. Mit dem Preis würdigt das Land die Spitzenphysikerin für ihre Leistungen in der Grundlagenforschung.

Mit ihrem Team leistet Müller bahnbrechende Beiträge, um Teilchenbeschleuniger stabiler, kompakter und energieeffizienter zu machen. Der Preis für angewandte Forschung geht an Professor Stefan Michael Pfister vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Die mit jeweils 100.000 Euro verbundene Auszeichnung gilt als höchstdotierter Forschungspreis eines Bundeslandes.

 

„Eine weltweit führende Position erarbeitet“

„Professorin Anke-Susanne Müller hat sich im Bereich der Beschleunigerforschung eine weltweit führende Position erarbeitet. Sie und ihr Team am KIT haben Grundlagen dafür geschaffen, dass neue Konzepte für Teilchenbeschleuniger denkbar werden“, erklärt Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg.

„Als Pionierin in der Entwicklung und Anwendung präziser Elektronenstrahl- und Photonenpulsdiagnostik trägt die Forschung von Professorin Anke-Susanne Müller maßgeblich zur Entwicklung von Beschleunigern der Zukunft bei. Diese sind in der Lage, etwa die Tumortherapie oder auch die Veredelung von Werkstoffen zu revolutionieren“, so Olschowski weiter.

 

„Eine herausragende Wissenschaftlerin“

„Anke-Susanne Müller ist eine herausragende Wissenschaftlerin, die ihre Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in beeindruckender Weise in die Anwendung überführt – sowohl im KIT als auch an anderen Beschleunigeranlagen. Als stellvertretende Vorsitzende unseres Aufsichtsrats und Vertreterin in vielen weiteren Gremien nimmt sie außerdem maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung und Strategie des KIT“, so der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka.

Am Institut für Beschleunigerphysik und Technologie des KIT haben Müller und ihr multidisziplinäres Team bahnbrechende Beiträge zur Erzeugung von hochintensiven, ultrakurzen Elektronenpaketen in Teilchenbeschleunigern geleistet.

 

Nichtlineare Dynamik von Elektronenstrahlen

„Ziel unserer Arbeit ist es, die nichtlineare Dynamik von Elektronenstrahlen zu beherrschen. Die Herausforderung ist, das Verhalten kompakter hochgeladener relativistischer Teilchenpakete in externen Feldern zu verstehen und zu kontrollieren. Das eröffnet nicht nur neue Anwendungsfelder, sondern erlaubt es uns auch, Teilchenbeschleuniger stabiler, kompakter und energieeffizienter zu machen“, erläutert die Physikerin Müller.

Teilchenbeschleuniger sind unverzichtbare Werkzeuge in der Grundlagenforschung, für die angewandte Forschung und für Diagnose und Therapie in der Medizin. Der Schlüssel zur Realisierung der nächsten oder sogar übernächsten Generation von Beschleunigern ist ein tiefgreifendes Verständnis der nichtlinearen Dynamik von Teilchenstrahlen fernab des Gleichgewichts.

 

Müller und ihr Team sind am KIT Pioniere

Müller und ihr Team im Forschungsverbund „Accelerator Technology Platform“ (ATP) am KIT sind Pioniere in der präzisen Vermessung und Modellierung solcher Strahlen. So haben sie Hardware- und Softwarekomponenten entwickelt, die es erlauben, Teilchenstrahlen zum Beispiel auch mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu kontrollieren.

Am KIT stehen den Forschenden hierfür modernste Infrastrukturen und Testanlagen zur Verfügung, wie die Teilchenbeschleuniger KARA (Karlsruhe Research Accelerator) und FLUTE (Ferninfrarot Linac- und Test-Experiment). Müller war die treibende Kraft hinter diesen technologischen Fortschritten und den dadurch ermöglichten physikalischen Erkenntnissen, von denen bereits viele Beschleuniger in Europa profitieren.

 

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