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Kiwi, Kaki & mehr: Mehr Anbau von exotischem Obst in Baden-Württemberg

News Kiwi, Kaki & mehr: Mehr Anbau von exotischem Obst in Baden-Württemberg

Quelle: Felix Zahn/dpa
dpa

Kiwis, Zitronengras oder Physalis gefällig? Im Südwesten bauen einige Landwirte inzwischen Exotischeres an. Das ist auch eine Reaktion auf den Klimawandel – aber lohnt sich das?

Ingwer, Süßkartoffeln oder Kiwi – steigende Temperaturen durch den Klimawandel sind im Südwesten inzwischen Anlass für so manchen Landwirt, auch mal exotischere Früchte oder Gemüsesorten anzubauen. Man beobachte, dass Landwirtinnen und Landwirte durchaus inzwischen auch auf andere Kulturarten setzen oder dies ausprobieren, sagt eine Sprecherin des Landesbauernverbands – «zum Beispiel mit dem Anbau von Datteln oder Melonen am Bodensee».

Vor allem Direktvermarkter bauen exotische Früchte an

«Kiwi, Feige und Physalis sind Exoten, die sich auch in den Gärten Deutschlands bereits als beliebte Nutzpflanzen etablieren konnten», ergänzt ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums. Vorwiegend direkt vermarktende Obst- und Gemüsebaubetriebe kultivierten auf kleinen Flächen im geschützten Anbau auch exotische Früchte.

Auch Melonen, Physalis und Kaki im Angebot

Nach einer Aufstellung des Statistischen Landesamtes wurden in Baden-Württemberg im Jahr 2024 auf gut zehn Hektar immerhin 87 Tonnen Kiwis und Minikiwis im Freiland geerntet. Im Jahr 2020 – nur alle vier Jahre werden ausführlichere Daten erhoben – war es nur eine Tonne, wie eine Sprecherin mitteilt. Als Sonderkultur gelten auch Melonen: 778 Tonnen seien es 2024 gewesen – damit allerdings rund die Hälfte weniger als 2020. Da nur wenige Betriebe die Kulturen anbauen, können die Erntemengen stark schwanken, erläutert die Sprecherin.

Biobauer setzt auf Hofladen und Wochenmärkte

Biobauer Felix Miller aus Steinhausen an der Rottum (Kreis Biberach) etwa setzt neben gängigem Gemüse seit 5 Jahren auf Melonen – darunter Wasser- und Honigmelonen – sowie auf Physalis und die Frucht Kaki. Inzwischen ernte er insgesamt etwa 10 Tonnen pro Jahr, erzählt er. Verkauft werden die in Folientunneln gezogenen Früchte im eigenen Hofladen oder auf Wochenmärkten.

Unter den Mitgliedern des Landesverbands Erwerbsobstbau bauen nach Worten einer Sprecherin etwa 20 Betriebe Minikiwis und Kiwis an. «Diese werden oft über die regionalen Edeka-Märkte oder über den Hofladen verkauft.» Auch Feigen hätten manche Erzeuger im Anbau. Zahlen dazu gebe es nicht.

Tonnenweise Süßkartoffeln auf der Insel Reichenau

Bei der Genossenschaft Reichenau-Gemüse, der Erzeugerorganisation der Gemüsegärtner auf der Insel Reichenau, hat einer der Betriebe Zitronengras, Ingwer und Süßkartoffeln im Angebot. Letztere seien keine Nische mehr, berichtet der stellvertretende Geschäftsführer Christian Müller: Etwa 3.000 Tonnen Süßkartoffeln seien im vergangenen Jahr geerntet worden.

Exoten bleiben Nische

Klimawandel und Süßkartoffeln hin oder her, insgesamt sei der Anbau oder die Umstellung auf exotische Früchte und exotisches Gemüse eine Ausnahme, sagt Müller. Die Betriebe beschäftige eher die allgemein schwierige Ertragslage. «Ich wage zu bezweifeln, dass ein jetzt noch produzierender Betrieb, der mit Salat, Gurken oder Paprika nicht mehr wirtschaftlich ist, dann mit Zitronen anfängt», betont er. «Die hören dann eher auf.»

 

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