Aktueller Stand der Bauarbeiten in Karlsruhe
Kombilösung Karlsruhe – Jetzt geht es am Karlstor richtig los

Aktueller Stand der Bauarbeiten in Karlsruhe Kombilösung Karlsruhe – Jetzt geht es am Karlstor richtig los

Quelle: Kasig

Noch lässt sich am Karlstor nicht erahnen, wie der Boulevard Kriegsstraße mal aussehen soll. Kein Wunder, immerhin sind die Arbeiten hier auch erst gestartet. Anders sieht es an anderer Stelle aus: Zum Teil ist der Tunnelbau schon weit fortgeschritten.

Kombilösung startet am Karlstor durch

Das letzte große Baufeld der Kombilösung Karlsruhe wird nun in Angriff genommen: In der vergangenen Woche ist der Umbau am Karlstor gestartet, der vor allem bei den Autofahrern für ein Umgewöhnen sorgen wird. Denn ab sofort ist in der Karlstraße eine Fahrt vom Hauptbahnhof zum Europaplatz nicht mehr direkt möglich, sondern nur über einen Umweg.

Ab 1. April folgt dann die Gegenrichtung, bevor ab 20. April der Schienenverkehr temporär in diesem Bereich unterbrochen werden muss. Die Autos gelangen über „Wender“ auf die andere Seite, die Bahnen fahren eine Umleitung bis September. Auch für Radfahrer und Fußgänger wird während der Bauzeit nicht immer ein direktes Queren ohne Umleitung möglich sein.

 

Karlstor bei Kombilösung Baustelle

Von Süden nach Norden über das Karlstor geht es für Autofahrer ab sofort über den „Wender“ auf Höhe der Ritterstraße. | Quelle: Kasig

 

Erst Weichgelsohle, dann Betonsohle

Während der Verkehr Platz für die Bauarbeiten macht, sind diese bereits gestartet. So wird die oberirdische Verkehrsführung angepasst, aber auch schon die ersten Leitungen getrennt und ausgebaut, das Grünbeet im westlichen Kreuzungsbereich wird ebenfalls entfernt. Das Grün, wenn auch in anderer Form, wird dann erst wieder nach der Fertigstellung der Kombilösung zurückkehren.

Auch unter dem Karlstor sind die Bauarbeiten schon im Gange. Die Tunnelrampe der ehemaligen Unterführung wird in Richtung Westen erhalten bleiben und grundsaniert. In Richtung Osten wird die Rampe dann in das neue Tunnelbauwerk führen, das bis zur Ludwig-Erhard-Allee reicht – allerdings mit Ausfahrten dazwischen. Bis auch am Karlstor der Tunnel gebaut werden kann, muss der Untergrund vorbereitet werden. Wie auch schon an anderer Stelle geschehen, wird zunächst eine Weichgelsohle eingebaut, die das Eindringen von Grundwasser in die Baugrube verhindern soll. Das geschieht auch im Bereich vor dem Bundesgerichtshof.

 

Immer mehr Abschnitte im Rohbau fertig

Den Baufeldern weiter in Richtung Osten folgend, entsteht bereits der erste Betonbau. Das ist auch an dem Mitte Januar aufgestellten Kran zu erkennen, der diesen Bereich mit dem notwendigen Material versorgen kann. Westlich der Ritterstraße ist in zwei Abschnitten bereits die Sohlenplatte des künftigen Autotunnels hergestellt. Hier folgt später der Bau der Wände und Decke.

Weiter in Richtung Osten grenzt das Baufeld W2 an. Es liegt zwischen der Ritterstraße und der Lammstraße und hat schon sichtbare Fortschritte vorzuweisen: Hier ist der Autotunnel im Rohbau bereits fertig! In direkter Nachbarschaft, in den Baufeldern W3 und W4 sind die Arbeiter hingegen noch nicht so weit. Hier wird noch am Rohbau gearbeitet. Doch auch dieser soll Anfang September abgeschlossen sein. Damit ist dann auch eine durchgängige Verbindung vom Ettlinger Tor in Richtung Karlstor geschaffen.

Auf der östlichen Seite des Ettlinger Tors ist das Baufeld O5 zu finden. Hier ist der Abbruch des letzten Rests der alten Unterführung der Kriegsstraße abgeschlossen. Der nächste Schritt ist es nun, den Untergrund mit einer Weichgelsohle zu versehen, damit auch hier kein Grundwasser eindringen kann. Nach einer Dichtigkeitsprüfung wird auch hier der Tunnelrohbau gestartet.

 

Kräne in der Kriegsstraße

Die für das Andienen von Material benötigten Großgeräte zeugen vom intensiven Tunnelbau in der Kriegsstraße. | Quelle: Kasig

 

Die Oberfläche nimmt Gestalt an

Dieser grenzt dann im Baufeld O4 an einen weiteren Abschnitt an, der schon weit fortgeschritten ist. Hier werden die Sohle, die Außenwände, die Mittelwand und schließlich die Decke des Tunnels gebaut. Gleiches geschieht auch im angrenzenden Baufeld O3. Hier entsteht das Planum, auf dem später die Tunnelsohle entsteht. Wenn der Tunnel hier fertig gebaut ist, grenzt auch er an einen bereits fertigen Abschnitt.

In den Baufeldern O2 und O1 zwischen Mendelssohnplatz und Kapellenstraße steht der Tunnelrohbau nämlich schon. Hier sind die Arbeiter schon einen Schritt weiter und arbeiten an dem Service-Gehweg in der Röhre sowie an den Regenwasserrinnen. An der Oberfläche werden derweil die endgültige Fahrbahn, die Rad- und die Gehwege hergestellt. Zudem werden Leerrohre verlegt, in denen künftig die Kabel der Verkehrssignale und Wegweiser ihren Platz finden werden.

 

Schalungen am Ettlinger Tor

Ganz nah westlich des Ettlinger Tors wird die Schalung für den Tunnelbau errichtet. | Quelle: Kasig

 

Innenausbau im zweiten Teil der Kombilösung

Beim zweiten Teil der Kombilösung Karlsruhe geht der Innenausbau in großen Schritten weiter. Der Fokus liegt vor allem auf der Verkabelung der 58 Rolltreppen, 22 Aufzüge, 251 Brandschutztüren und 146 raumlufttechnischen Anlagen. Oben bekommt man davon nur wenig mit. Hier fällt nur der Einbau der Rauch-Wärme-Anlagen am Marktplatz und am Durlacher Tor ins Auge. Über diese Klappen kann im Notfall Rauch und Hitze aus dem Tunnel abgeleitet werden.

Doch nicht nur die Technik bekommt den letzten Schliff – auch die Gestaltung schreitet voran. Alle Haltestellen werden mit hellen Böden, Wänden und Decken versehen. Am Durlacher Tor zum Beispiel ist der obere Bereich der Haltestellen schon komplett verkleidet. Auf den Zwischenebenen und auf den Treppenabgängen wird Terrazzo aufgebracht. Das flüssige Material wird nach dem Aushärten abgeschliffen und bringt so die eingearbeiteten Steinchen besser zum Vorschein.

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