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Schrittweise entsteht der Autotunnel in der Kriegsstraße
Kombilösung Karlsruhe – Tunnelbau und Erdaushub laufen parallel

Schrittweise entsteht der Autotunnel in der Kriegsstraße Kombilösung Karlsruhe – Tunnelbau und Erdaushub laufen parallel

Quelle: Kasig

In der Karlsruher Kriegsstraße entsteht ein Autotunnel, aber nicht etwa in einem Stück. An unterschiedlichen Stellen wird erst gebaggert, dann betoniert und erst nach und nach werden die verschiedenen Abschnitte miteinander verbunden.

Fortschritt bei der Kombilösung Karlsruhe

Es geht voran auf den Baustellen der Karlsruher Kombilösung. 2021 sollen dann endlich die Bahnen und Autos unter der Erde fahren können. Bis dahin müssen allerdings noch viele Arbeiten erledigt werden. Jede Woche gibt die Karlsruher Schienen-Infrastrukturgesellschaft (Kasig) einen Überblick über die Bauarbeiten.

Während der Tunnel unter der Kaiserstraße bekanntermaßen schon steht, ist bei der Untertunnelung der Kriegsstraße noch so einiges zu tun. Doch es läuft fast überall der Tunnelbau – mit Ausnahme der Kreuzung direkt unter dem Karlstor und im Baufeld östlich dieser Kreuzung. Doch die Arbeiten sind unterschiedlich weit vorangeschritten.

 

Verkehr in der Ludwig-Erhard-Allee

Beschriftet sind die Baufelder der Kombilösung Karlsruhe mit einer Buchstaben-Zahlen-Kombination: Im Osten in der Ludwig-Erhard-Allee beginnt die Zählung mit O 1, steigert sich bis zur Mitte an der Kreuzung am Ettlinger Tor auf O 5, bevor es ab dort wieder rückwärts geht, von W 4 bis W 1.

Die Tunnelrampen im Bereich O 1 sind soweit vorbereitet und an den Rohbau in O 2 angeschlossen. Dort wurde das Tunnelbauwerk auch bereits mit Erde überschüttet. Somit können am Mendelssohnplatz seit Ende der Herbstferien wieder Bahnen fahren, zur Zeit entsteht ein weiterer Abzweig aus der Rüppurrer Straße in Richtung Ludwig-Erhard-Allee.

Gleichzeitig wird auf der Nordseite, also vor der Volksbank und der Friedrich-List-Schule, an der Herstellung der endgültigen Fahrbahn für den Auto- und Radverkehr, die Gehwege, Grünflächen und Areale für Bäume gearbeitet. Um das alles durchzuführen, müssen die Autos in Richtung Innenstadt ab Montag, 11. November 2019, auf eine verschwenkte Fahrbahn zwischen den Tunnelrampen ausweichen. Nach Abschluss dieser Arbeiten wird dann die Fahrbahn in die Gegenrichtung verschwenkt, bevor auch hier die endgültige Oberfläche entsteht. Ab 19. November können die Autofahrer übrigens auch am Mendelssohnplatz wieder von Süden nach Norden fahren. Komplexere Arbeiten hatten für mehr Aufwand gesorgt als geplant.

 

Einbau der Weichen

Am Mendelssohnplatz werden weitere Weichen eingebaut. | Quelle: Kasig

 

Erdaushub & Tunnelbau bei der Kombilösung

Weiter in Richtung Westen, im Baufeld O 3, wird derzeit die Weichgelsohle eingebaut, die das Eindringen von Grundwasser in die Baugrube verhindern soll. Im Baufeld O 4, also zwischen Kreuzstraße und Ettlinger Tor, ist bereits der Bau des Tunnels im Gange. Nahe des Ettlinger Tors muss dabei noch die alte Fußgängerunterführung abgerissen werden.

Im Baufeld W 4, also westlich des Ettlinger Tors, wurde die Baugrube zuletzt mit Ankern gesichert. Jetzt geht es unter anderem an die Tunnelsohle. Im Feld W 3 der Karlsruher Kombilösung, also zwischen Ettlinger Tor und Lammstraße, steht die Sohle schon. Und nicht nur das: Hier wurden auch schon Wände und die Decke gebaut. Am kommenden Sonntag, 10. November 2019, muss dort eine Sperrung für den Autoverkehr vorgenommen werden, damit ein Hochbaukran abgebaut werden kann. Er wandert weiter in Richtung Westen. Im Baufeld W 1, also direkt am Karlstor, werden die Anker noch installiert, zum Teil wird aber auch schon die Erde ausgehoben.

 

Aushub der Erde

Vor dem Staatstheater wird die Erde ausgehoben und an anderer Stelle der Tunnel gebaut. | Quelle: Kasig

 

Kaiserstraße – hier läuft der Innenausbau weiter

Blickt man auf den Tunnel unter der Kaiserstraße mit dem Abzweig am Marktplatz in Richtung Hauptbahnhof, dem zweiten Teilprojekt der Kombilösung Karlsruhe, ist nach wie vor der Innenausbau im Fokus. Erste elektrische Einrichtungen für den Bahnbetrieb werden eingebaut, gleichzeitig wird auch die Befestigung für die Oberleitung vorbereitet. An der Oberfläche ist davon wenig zu sehen. Hier fällt vor allem die Montage von Rauch-Wärme-Abzügen ins Auge. Diese entstehen derzeit im Bereich Haltestelle Lammstraße und sollen im Notfall dafür sorgen, dass die Haltestellen möglichst vom Rauch befreit werden.

Zusätzlich werden die Arbeiten an den Treppen und Böden weiter vorangetrieben. Hier entsteht eine Oberfläche aus Terrazzo – einer Betonmasse mit eingestreuten kleinen Steinen. Nach dem Gießen wird diese Fläche dann abgeschliffen.

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