"Der KSC war ein Meilenstein"
Konflikt-Experte: Was Uli Jäck als Polizist & KSC-Sicherheitsbeauftragter erlebte

"Der KSC war ein Meilenstein" Konflikt-Experte: Was Uli Jäck als Polizist & KSC-Sicherheitsbeauftragter erlebte

Quelle: aim

Uli Jäck hat vieles alles erlebt, was es zum Thema Konflikte zu erleben gibt. Er war zehn Jahre lang KSC-Sicherheitsbeauftragter. Nebenberuflich arbeitet er als Coach und Konfliktmanager. Mit meinKA sprach er über seine Erlebnisse und seine Arbeit.

Uli Jäck & das Thema Konflikte

Als Polizist hat Uli Jäck so ziemlich alles erlebt, was es zum Thema Konflikte zu erleben gibt. „Von Streitigkeiten bis zum Kapitaldelikt war da alles dabei“, erzählt er.

Konflikte gibt es bei nahezu jedem Einsatz der Polizei – selbst bei einem einfachen Auffahrunfall befinden sich ja meist zwei oder mehrere Parteien aktuell in einem Konflikt. Dazu Schlägereien, Unglücksfälle oder Demonstrationen, all das gehört dazu. Als Polizist, Coach und Konfliktexperte weiß Jäck wovon er spricht.

„Die Polizei ist ein unendlicher Quell, um den Umgang mit Konflikten immer wieder zu trainieren und zu lernen“, sagt Jäck, der bei der Polizei Leiter im Führungsstab ist, aktuell jedoch als Betriebsrat tätig ist.

 

„Der KSC war ein Meilenstein“

Parallel zum Polizeiberuf war Uli Jäck zehn Jahre lang als Sicherheitsbeauftragter im Profifußball beim Karlsruher SC tätig. Beim KSC wurde er zum Experten:

„Die Arbeit als Sicherheitsbeauftragter beim KSC war ein Meilenstein, sodass ich mit dem Thema Konfliktmanagement richtig eingestiegen bin. Das Spannungsfeld zwischen Polizei, Fans und Verein ist extrem konfliktbeladen – gerade mit den Fans und der Polizei. „Da habe ich wahnsinnig viel gelernt, wie man mit Menschen umgeht und deeskaliert.“

Hoch-Risikospiel gegen den VfB Stuttgart

„Wenn man bei einem Hoch-Risikospiel gegen den VfB Stuttgart oder Eintracht Frankfurt die Verantwortung für die Sicherheit in dem ganzen Laden hat, dann weiß man, was Konflikt bedeutet.“ In dieser Zeit schulte er auch die Ordner.

Als eine Ordnerin, der beim Runterspringen von Hooligans über den Zaun der Arm gebrochen wurde, traumatisiert war, coachte er sie – „ohne zu wissen, dass das Coaching war“.

 

Coach & Konfliktmanager Jäck

Zuvor schon war Jäck immer sehr interessiert daran, wie man mit Konflikten umgeht, schon als junger Kerl im Streifenwagen. „Es hat mich fasziniert, zu analysieren, welche Einflüsse da eine Rolle spielen -insbesondere auch der Faktor Mensch und der soziologische Aspekt“. Später machte er dann eineinhalb Jahre lang eine professionelle Coaching Ausbildung.

„Wenn sich die Situation nach dem Konfliktmanagement für alle Beteiligten besser anfühlt, dann war der Prozess in der Regel erfolgreich“, so Jäck. „Schlecht ist es immer, wenn man im Nachhinein konstatiert, dass man das doch auch hätte besser lösen können.“

Nebenberuflich arbeitet Jäck heute als Coach und Konfliktmanager und bietet Personen wie auch Unternehmen Vorträge und Coachings an. „Wichtig ist, dass jemand ein Ziel hat, irgendwo hinsteuern möchte. Wird dann ein Impuls benötigt, oder auch die Begleitung auf dem Weg zum Ziel, dann bin ich der Richtige“.

 

Coaching bei der Polizei vorantreiben

Jäcks Wunsch wäre es, das Coaching auch bei der Polizei voranzutreiben. „Ich sehe es insgesamt bei der Polizei so, dass Coaching nicht so richtig seinen Weg findet. Da ist man in der sogenannten Freien Wirtschaft weiter. Wir haben zwar Angebote, jedoch richten die sich fast ausschließlich an Führungskräfte. Und sie kommen oft erst dann zum Einsatz, wenn der Karren bereits an die Wand gefahren ist.“

Eine Fortbildung für Dienstgruppenleiter beim Polizeipräsidium Karlsruhe ist durch Corona unterbrochen worden. Uli Jäck befürwortet Coaching für die Basis – nicht nur für die Revierleiter. „Ich will Coach der Polizisten sein“, sagt er und möchte das Thema 2022 intensiv angehen und beim Polizeipräsidium etablieren.

 

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