Neues zum Wildparkstadion
Kostenentwicklung: Stadionbau wird im Worst-Case 20 Millionen teurer

Neues zum Wildparkstadion Kostenentwicklung: Stadionbau wird im Worst-Case 20 Millionen teurer

Quelle: Eigenbetrieb Eibs "Fußballstadion im Wildpark"

Am Dienstag, 26. Mai 2020 wird sich der Karlsruher Gemeinderat in seiner Mai-Sitzung mit der Kostenentwicklung des Neubauprojekts im Wildpark beschäftigen. Bei Eintritt eines „Worst-Case“-Szenarios würde das Projekt rund 20 Millionen Euro mehr kosten.

Kostenentwicklung des Stadionbaus im Gemeinderat

Der Stadionneubau ist am Dienstag, den 26. Mai 2020, Thema im Karlsruher Gemeinderat – denn dieser wird sich mit der Kostenentwicklung des Neubauprojekts im Wildpark beschäftigen. Zuvor haben bereits der Betriebsausschuss „Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark“ (Eibs) in einer Sondersitzung sowie der Hauptausschuss über das Thema beraten.

„Wir sind mit dem aktuellen Baufortschritt sehr zufrieden und die neue eindrucksvolle Silhouette des neuen Stadions zeigt sich an den ersten Stellen“, so Baubürgermeister Daniel Fluhrer. Optisch kann tatsächlich schon das neue Stadion erahnt werden: In dieser Woche wurden im Bereich der Osttribüne die ersten Y-Stützen montiert, die später maßgeblich das äußere Bild des Stadionneubaus prägen werden. Zum aktuellen Stand kann die neue Osttribüne planmäßig im September 2020 fertiggestellt werden.

Baubürgermeister Fluhrer erläutert weiter: „Uns ist es darüber hinaus sehr wichtig, bei diesem von vielen Akteuren und verschiedenen Rahmenbedingungen abhängigen Bauprozess Klarheit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit hinsichtlich möglicher Budgetentwicklungen aufzuzeigen. Mit den aktualisierten Zahlen zeigen wir alle für uns aktuell erkennbaren Risikopositionen bis hin zu einem „Worst-Case“-Szenario auf und prüfen parallel dazu mögliche Einsparpotenziale“.

 

KSC Wildpark Stadion

| Quelle: dpa/Uli Deck

 

Kostenansätze können nicht gehalten werden

Während der bisherigen Planungs- und Ausführungszeit hat sich herausgestellt, dass unter gewissen Voraussetzungen die bisherigen Kostenansätze nicht gehalten werden können. Daher wurde nun eine vorausschauende Risikobetrachtung angestellt, in der mögliche Mehrkosten und Risiken, die die ursprüngliche Budgetobergrenze übersteigen könnten, aufgezeigt werden. Über dieses „Worst-Case“-Szenario werden die Gemeinderäte unter dem Tagesordnungspunkt 17.1 entscheiden. In diesem Szenario finden sich Mehrkosten aus verhandelten Nachträgen, also Leistungen, die BAM Sports GmbH angemeldet hat und welche juristisch geprüft und berechtigt sind.

In der Summe von rund 369.000 Euro sind, neben der Erstellung der Teilbaugenehmigung der Osttribüne, auch die Feststellung der Baufeldübergabe sowie Reservesitze und brandschutztechnische Beratung enthalten. Neben diesen Mehrkosten wurden einige Bereiche identifiziert, in welchen Kostenrisiken möglich, aber in der Summe noch nicht genauer beziffert sind.

 

Mobile WC-Anlagen, Klimatisierungskonzept & Co.

Der Auftragnehmer BAM Sports hat diese Nachträge eingereicht, sie sind aktuell nicht abschließend verhandelt, informiert der Eigenbetrieb „Fußballstadion im Wildpark“. In diesen Bereich fallen neben dem Aufstellen weiterer mobiler WC-Anlagen ein Überdenken des Klimatisierungskonzepts sowie bedingt durch die Corona-Pandemie entstehende Kostenrisiken für den Spannstahl der Dachkonstruktion. Weitere seitens des Auftragnehmers angemeldete und absehbare Mehrkosten behandeln das Regenrückhaltebecken, den Ab-und Umbau von Provisorien oder der Umplanung beim Bau eines doppelstöckigen VIP-Provisoriums.

Darüber hinaus bestehen finanzielle Risiken, die nicht aus Leistungsänderungen oder Nachträgen herrühren. Dazu zählen die Erhöhung des Baupreisindex seit Vertragsabschluss, das Baugrundrisiko unter anderem der noch bestehenden Bestandswälle im Bereich der Haupttribüne aber auch der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Baubranche.

 

Sonderwünschen des Pächters schlagen zu Buche

Außerdem schlagen noch mögliche Nachträge aus Sonderwünschen des Pächters zu Buche, erklärt der Eigenbetrieb in einer Pressemitteilung. Denn hier ist vertraglich geregelt, dass sie vom Pächter übernommen werden. In Klärung ist teilweise aber noch, ob die entsprechende Wünsche zum Bausoll, also den vertraglich vereinbarten Leistungen, zählen oder ob es sich hier um Sonderwünsche des Vereins handelt.

Zuletzt stehen mögliche Mehrkosten bei der öffentlichen Infrastruktur im Raum. So ergab sich bei der Ausführungsplanung des Birkenparkplatzes inklusive einer Umfahrung für Einsatzfahrzeuge das Ergebnis, dass die Fläche neu geordnet werden muss. Statt der geplanten Kosten von 3,6 Millionen Euro könnte der Umbau des Areals zwischen 5,5 bis 6 Millionen Euro kosten. Hier sind die Planungen für den Umbau noch nicht endgültig und werden noch grundsätzlich hinterfragt.

 

20 Millionen mehr bei Eintritt des „Worst-Case“-Szenarios

Mit einem Beschluss vom 24. April 2018 hat der Gemeinderat das Gesamtbudget des Projekts bislang auf 122,95 Millionen Euro festgelegt. Im Raum steht nun eine Risikobetrachtung, deren Summe sich beim Eintritt des „Worst-Case“-Szenarios auf bis zu 143 Millionen Euro belaufen könnte. Die bisher gesicherten Gesamtkosten liegen derzeit bei rund 119 Millionen Euro. Bei dieser Risikobetrachtung entfallen gegenüber den derzeitig gesicherten Gesamtkosten etwa 21 Millionen Euro auf den Stadionbau sowie drei Millionen Euro auf den Bereich der öffentlichen Infrastruktur.

An der Fertigstellung im ersten Halbjahr 2022 wird derzeit weiter festgehalten, eine Prüfung der Bauabläufe, auch unter Berücksichtigung der Kostenaspekte, läuft noch. Ein projektbegleitendes Kostencontrolling sorgt für eine ständige Prüfung der Optimierungsmöglichkeiten und der daraus resultierenden Einsparungen.

 

Finanziellen Auswirkungen zwischen Stadt & Verein

So ist die Reduktion von Hospitality-Provisorien, die aufgrund der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit nicht genutzt werden können, eine Variante. Auch zur Haupttribüne wurden verschiedene Optionen geprüft, unter anderem der Erhalt der Bestandstribüne oder eine Verkleinerung des Baukörpers. Aufgrund des geringen Einsparpotentials gegenüber hohen Umplanungs-und Revitalisierungskosten bei Erhalt der Bestandstribüne sowie der schlechteren Vermarktungsmöglichkeiten für den Nutzer werden diese Optionen derzeit jedoch kritisch gesehen, so der Eibs.

Unter TOP 17.2 entscheidet der Karlsruher Gemeinderat zudem über die finanziellen Auswirkungen einer Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Verein. Da die Athletikfläche neben der Wildparkhalle im künftigen Stadionbetrieb als Aufstellfläche für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst eingeplant ist, soll der Verein als Ausgleich einen Abgeltungsbetrag für den Bau eines Trainingsplatzes nach dessen Fertigstellung erhalten.

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