Spieltag 26 | Zweite Liga
Geisterspiel gegen Darmstadt – KSC vor „schwieriger Situation“

Spieltag 26 | Zweite Liga Geisterspiel gegen Darmstadt – KSC vor „schwieriger Situation“

Quelle: Uli Deck
KSC

Vor dem Geisterspiel gegen den SV Darmstadt 98 am Samstag, den 14. März 2020, 13:00 Uhr, rückt die sportliche Situation in den Hintergrund. Stattdessen rückt das Corona-Virus und die möglichen Konsequenzen für den Ligabetrieb in den Fokus des KSC.

Am Samstag, den 14. März 2020 um 13:00 Uhr, steht für den Karlsruher SC das Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 an – vor leeren Rängen. Parallel zur Situation in Deutschland hat sich auch die Lage beim KSC verschärft. Mit Platz 17 steht man auf einem direkten Abstiegsplatz und kämpft um den Verbleib in der zweiten Fußball-Bundesliga. Selbstverständlich drehte sich in der Pressekonferenz vor der wichtigen Partie nun alles um die Themen Corona-Virus und Geisterspiel. Neben Christian Eichner und Daniel Gordon standen ebenfalls Sportdirektor Oliver Kreuzer und KSC-Geschäftsführer Michael Becker für Fragen zur angespannten Lage zur Verfügung.

 

Nur 14 einsatzbereite KSC-Spieler

Zunächst aber zur sportlichen Situation des KSC. Diese gibt weiterhin wenig Anlass zur Freude. Neben fehlenden Punkten auf dem Konto wächst nun auch die Verletztenliste an. Kyoung-rok Choi, Janis Hanek, Marco Djuricin und Martin Röser sind kommenden Samstag nicht einsatzbereit. Ein möglicher Einsatz von Anton Fink steht derzeit auf der Kippe, gleiches gilt für Dirk Carlson, Marc Lorenz und Justin Möbius. Gesperrt fehlen Christoph Kobald und Änis Ben-Hatira. Eichner kann somit lediglich auf vierzehn gesunde Spieler zählen.

 

Keine Experimente unter Christian Eichner

Auf die Nachfrage nach der Formation des letzten Spieltags– der KSC trat mit einer Dreierkette gegen den 1. FC Heidenheim an – sah sich Christian Eichner zu einer Rechtfertigung veranlasst: „Unter meiner Regie wird es keine Experimente geben bei der Aufstellung – es gibt einen klaren Matchplan.“ Generell war Eichner trotz der Niederlage mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht unzufrieden.

Er habe viel Gutes gesehen, vor allen Dingen eine Mannschaft, welche „bedingungslos versucht hat zurück ins Spiel zu finden.“ Verteidiger Daniel Gordon stimmte seinem Trainer in der Bewertung der letzten Partie zu, die Mannschaft könne viel Gutes aus den letzten Wochen mitnehmen: „Die Trainingswoche läuft gut, wir bereiten uns professionell vor, wie wir es die Wochen zuvor auch gemacht haben.“

 

Geisterspiel kommt zu schlechtem Zeitpunkt

Fußball ohne Fans im Stadion ist eigentlich eine undenkbare Situation – in Zeiten des Corona-Virus allerdings bittere Realität. Christian Eichner betonte die immense Bedeutung von Fans für den professionellen Sport: „Das Zusammenspiel zwischen Platz und Tribüne macht ja eigentlich auch den Reiz eines professionellen Spiels am Wochenende aus. Da kommen Emotionen rein, da wird die Mannschaft von außen unterstützt.“ Auch Oliver Kreuzer pflichtete dieser Einschätzung bei und fand deutliche Worte: Ein Geisterspiel habe „mit Fußball wirklich wenig zu tun.“

 

Ernste Miene bei Oliver Kreuzer.

 

Pflicht der Mannschaft sei „drei Punkte einzufahren“

Besondere Brisanz gewinne diese Situation noch einmal im Falle eines Abstiegskandidaten, denn Heimspiele seien für eine Mannschaft im Abstiegskampf überlebenswichtig, so Eichner. Die Anfeuerung der eigenen Fans helfe der Mannschaft über die Leistungsgrenze hinaus gehen zu können: „Das ist sicherlich etwas, was uns sehr, sehr fehlen wird am Wochenende.“ Dennoch wollte der Trainer des KSC keine Ausreden gelten lassen: „Ich bin der Meinung, dass die Mannschaft, dieses Spiel gewinnen wird, die mit der Situation am besten klarkommen wird und das sollten optimalerweise meine Jungs sein.“ Dem pflichtete auch Daniel Gordon bei und betonte, dass es trotz der besonderen Situation die Pflicht der Mannschaft sei „drei Punkte einzufahren.“

 

Eine „unglaubliche Ausnahmesituation“

Zwar leidet unter Geisterspielen die Stimmung und die Vereine müssen finanzielle Einbußen hinnehmen, aber zumindest der Ligabetrieb geht wie geplant weiter. Doch auch das scheint nun nicht mehr sicher zu sein. Am Montag, den 16. März 2020 um 11:00 Uhr, treffen sich alle Mitglieder der DFL (Deutsche Fußball Liga) zu einer Krisensitzung. Geklärt werden soll, inwiefern der Spielbetrieb der ersten und zweiten Bundesliga aufrechterhalten werden kann. Oliver Kreuzer begrüßt diese Sitzung und fordert Selbstreflexion von allen Mitgliedern ein: „Ist es richtig, was wir da tun?“ Das gelte es in den nächsten Tagen zu klären.

Mehrere Szenarien stehen derzeit im Raum. Diese reichen von einem Weiterspielen der Saison unter Ausschluss der Öffentlichkeit bis zu einer Unterbrechung oder gar einem Abbruch der Spielzeit. Unklar ist hierbei auch, wie zum Beispiel im Falle eines Abbruchs mit Auf- und Absteigern verfahren wird. Kommt es dann zu einer Aufstockung der Liga in der kommenden Spielzeit? Wird die ganze Saison annulliert? Im Falle einer Unterbrechung gilt es zu klären, wann die restlichen Spiele nachgeholt werden können und inwiefern dies mit der Fußballeuropameisterschaft zu koordinieren ist, falls diese überhaupt stattfinden sollte. Oliver Kreuzer weiß um diese Schwierigkeiten: „Ich bin gespannt. Es ist eine ganz, ganz schwierige Situation.“

 

Der Gegner im Überblick – SV Darmstadt 98

Noch einmal zurück zum Sportlichen: Mit dem SV Darmstadt 98 gastiert am kommenden Spieltag der Tabellensechste im Wildpark. 36 Punkte konnte die Mannschaft von Dimitrios Grammozis in dieser Spielzeit bereits erringen. Mit dem Aufstiegskampf hat die Mannschaft zwar nichts mehr zu tun, doch steht man gesichert im gehobenen Mittelfeld der Liga. Bereits zehn Spiele in Folge ist Darmstadt nun ungeschlagen: sechsmal spielte man unentschieden, viermal standen drei Punkte zu Buche.

Diese vier Siege gelangen aber in den letzten fünf Spielen, die Gäste zeigen sich also in guter Verfassung. Darüber hinaus wird es ein Wiedersehen mit Marvin Mehlem geben. Dieser hatte die Karlsruher 2017 in Richtung Darmstadt verlassen. Mit derzeit fünf Assists ist er der Topvorlagengeber der Darmstädter. Mut schöpfen kann der KSC aus dem Hinspiel, damals trennten sich beide Mannschaften mit einem 1:1.

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