Interview mit dem Abwehrspieler
Daniel Gordon – der erfahrene Mann im Kader des Karlsruher SC

Interview mit dem Abwehrspieler Daniel Gordon – der erfahrene Mann im Kader des Karlsruher SC

Interview
Quelle: TMC-Fotografie.de

KSC-Spieler Daniel Gordon hat mit meinKA über seine aktuelle Rolle in der Mannschaft, die verlorene Relegation gegen den HSV und die zwei miterlebte Aufstiege gesprochen. Außerdem gibt er einen Einblick in die Pläne nach der Profikarriere als Fußballer.

Daniel Gordon – ein erfahrener und gestandener Spieler

Die Leidenschaft für den Fußball entdeckte der junge Daniel Gordon in der Jugendabteilung von Borussia Dortmund. In der B-Jugend zog es den in Jamaika verwurzelten Innenverteidiger zum Vfl Bochum. Nach erfolgreichen Jahren in der A-Jugend und der zweiten Mannschaft von Bochum zog es Gordon zurück nach Dortmund.

Über Dortmunds-Reserve gelang es Daniel Gordon in der Profimannschaft des BVB Bundesligaluft zu atmen. In der Saison 2009/2010 und 2010/2011 lief „Gordi“ in der zweiten Bundesliga für Rot-Weiß Oberhausen auf. Nach einem Abstecher beim FSV Frankfurt wechselte Daniel Gordon zum Karlsruher SC.

 

Die Karlsruher jubeln vor der Fantribüne. Daniel Gordon (KSC 3) schreit es raus. | Quelle: TMC-Fotografie.de | Tim Carmele

 

Der Jamaikaner entwickelte sich zum Stammspieler des KSC und durchlebte eine bewegte Zeit beim KSC. 2016 schloss er sich dem SV Sandhausen an, da sein auslaufender Vertrag nicht verlängert worden war. Die Liebe zu Karlsruhe und dem KSC war allerdings größer, weshalb er sich nach einem Jahr in Sandhausen wieder zum KSC bekannt hat und erneut zum Stamminnenverteidiger wurde.

Der mittlerweile 35-Jährige verlängerte Ende September seinen Vertrag und verfolgt nun mit dem KSC das Ziel des schnellstmöglichen Klassenerhaltes. Daniel Gordon ist vom KSC kaum wegzudenken, denn mit dem Verein, den Fans und der Stadt, erlebte er viele Höhen und Tiefen des Karlsruher Profifußball. Die dramatische Relegation gegen den HSV, der Aufstieg 2013 und 2019 und viele sportlich düsteren Momente hinterlassen Spuren in der Karriere von Daniel Gordon. Nichtsdestotrotz hat Daniel Gordon die Stadt und den Verein „schätzen“ und „lieben“ gelernt, weshalb er auch nach seiner Karriere in Karlsruhe bleiben will.

 

Konkurrenzfähig auch mit 35 – „Gordi“ ist fit

Herr Gordon, Sie mussten lange Zeit auf ihre Vertragsverlängerung warten. Wie haben Sie diese Phase erlebt? Haben Sie an einer Verlängerung gezweifelt oder waren Sie optimistisch?

Daniel Gordon: Natürlich ist es schwierig, wenn man wochenlang auf seinen Vertrag warten muss. Der KSC hat aber von Anfang an klar signalisiert, dass sie mit mir weitermachen wollen, darauf habe ich mich verlassen. Ich habe die Zeit genutzt, um mich privat fit zu halten.

Ein bisschen laufen im Wald ist aber trotzdem nicht vergleichbar mit dem Training auf dem Platz.

 

Sie haben in ihrer Karriere schon viele Höhen und Tiefen des KSC miterlebt und können auf eine Menge an Erfahrungen zurückgreifen. Welche Rolle haben Sie in dem jungen KSC-Kader?

Daniel Gordon: In erster Linie ist es wichtig konkurrenzfähig zu sein und sportlich eine Rolle im Kader zu spielen. Ich arbeite weiterhin daran, die letzten Körner aus mir rauszuholen, um auf vollem Niveau zu sein.

Besonders wichtig ist es aber auch meine Erfahrung mit einzubringen, die jungen Spieler zu führen, zu unterstützen wo ich nur kann und ein wichtiger Faktor in der Kabine zu sein. Ich will bei der Entwicklung des KSC weiterhelfen, denn wir müssen uns stetig verbessern.

 

Daniel Gordon (KSC 3) im Ballspiel. | Quelle: Tim Carmele

 

Die Höhen und Tiefen von Gordons Karriere

Sie haben einen großen Teil Ihrer Karriere beim KSC verbracht und viele Höhen und Tiefen mit dem Verein erlebt. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Daniel Gordon: Ich bin stolz darauf meine mittlerweile achte Saison beim KSC zu sein. In dieser Zeit habe ich den Verein und die Stadt lieben und schätzen gelernt und ich glaube das beruht sich auf Gegenseitigkeit. Ich habe sehr erfolgreiche Jahre beim KSC gehabt und bewerte auch die letzte Saison (Anm. d. Red.: 2019/2020) als Erfolg.

Obwohl ich in der Saison 2016/2017 bei Sandhausen gespielt habe, ging mir der Abstieg des KSC sehr nahe. Deswegen bin ich auch wieder zurück zum KSC, um mehr oder weniger den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

 

Beinahe wär der KSC in die erste Liga aufgestiegen, doch in der Relegation gegen den HSV konnten sich die Hamburger in letzter Sekunde retten. War die verlorene Relegation der traurigste Moment Ihrer Karriere?

Daniel Gordon: Die verlorene Relegation gegen den HSV war ein tiefer Schlag und ein Einschnitt in meiner Karriere. Aber es hat nicht sein sollen. Jeder Verein und jeder Spieler schreibt seine eigene Geschichte, so Kleinigkeiten wie damals der Freistoß entscheiden am Ende des Tages über vieles.

Trotzdem bin ich stolz ein Teil dieser Geschichte zu sein, da wir eine phantastische Saison hatten. Mit vielen Spielern habe ich immer noch guten Kontakt.

 

Daniel Gordon (KSC 3) sieht gelb nach Stürmerfaul gegen Torwart Heinz Lindner (Wehen Wiesbaden 34) | Quelle: TMC-Fotografie.de | Tim Carmele

 

In den letzten Jahren haben Sie aber auch viel schönes erlebt, beispielsweise die Aufstiege 2013 und 2019. Welchen Aufstieg haben Sie intensiver gelebt?

Daniel Gordon: Aus der dritten Liga aufzusteigen ist nicht ganz so einfach. Ich bin stolz darauf, es trotzdem zweimal geschafft zu haben. Intensiver gelebt habe ich den Aufstieg 2018/2019, aber beide Aufstiege waren unglaublich schön.

Festlegen möchte ich mich da ehrlich gesagt nicht, denn beide Aufstiege waren mit die erfolgreichsten Momente in meiner Karriere.

 

„100 prozentiges Karriereende werde ich noch nicht aussprechen“

Martin Stoll ist nach seiner aktiven Karriere als Trainer bei der U-16 tätig. Können Sie sich dies auch vorstellen?

Daniel Gordon: Das sind Gedankenspiele die ich habe. Man beschäftigt sich natürlich in meinem Alter damit, was man nach der Karriere macht. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich auf dem Fußballplatz sehe. Ich glaube ich bringe eine gewisse Fachkompetenz mit und ich denke der Job könnte mir liegen.

Es ist kein Geheimnis, dass ich mich mit meiner Familie hier in Karlsruhe wohlfühle und wir hierbleiben wollen. Der Verein und ich arbeiten gut miteinander, wir harmonieren – warum nicht auch beispielsweise in der Jugendarbeit. Fakt ist, dass ich die andere Seite erst kennenlernen muss.

 

Daniel Gordon (KSC 3) feiert sein Kopfballtor mit den Fans. | Quelle: Tim Carmele

 

Müssen die Fans also mit einem Karriereende von Ihnen rechnen?

Daniel Gordon: Der Verein und ich haben uns mehr oder weniger darauf verständigt, dass es die letzte Saison ist. Aber ich weiß auch, dass sich im Fußball vieles schnell ändern kann. Ein 100%-iges Karriereende werde ich noch nicht aussprechen, aber die Tendenz geht da hin. Jetzt gilt es erstmal alles reinzuwerfen, damit wir schnellstmöglich den Klassenerhalt schaffen.

 

Wie verbringen Sie Ihre Zeit, wenn Sie nicht auf dem Platz stehen?

Daniel Gordon: Ich verbringe unfassbar viel Zeit mit meiner Familie, wir haben unseren zweiten Sohn bekommen und das ist mein aktueller zweiter Vollzeitjob, neben dem Fußball. Ich versuche meine Frau zu unterstützen wo es nur geht und genieße natürlich die Zeit.

 

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