KSC-Trainer über Job, Freizeit & Co.
KSC-Trainer Christian Eichner über seine tägliche Arbeit, Freizeit & mehr

KSC-Trainer über Job, Freizeit & Co. KSC-Trainer Christian Eichner über seine tägliche Arbeit, Freizeit & mehr

Interview
Quelle: Tim Carmele | TMC-fotografie.de

„Ich habe riesengroßen Spaß bei meiner täglichen Arbeit und bin froh, wie sich alles entwickelt hat“, erklärt KSC-Trainer Christian Eichner im meinKA-Interview. Zudem sprach er unter anderem über Freizeit, die aktuelle Saison und Trainingsvorbereitungen.

Christian Eichner – sein Weg beim Karlsruher SC

Im Februar 2020 sprang Christian Eichner bei seinem abstiegsbedrohten „Herzensklub“ als Trainer für den zuvor entlassenen Alois Schwartz ein. Der ehemalige KSC-Spieler und Publikumsliebling verhalf mit einem erfolgreichen Schlussspurt dem Karlsruher SC zum Klassenerhalt. Zum Dank gab es von Sportdirektor Oliver Kreuzer einen Zweijahresvertrag als Cheftrainer.

Bereits seit 25 Jahren ist der in Sinsheim geborene Familienvater bereits im Verein zu Hause, mit kurzen Unterbrechungen während seiner Spielerkarriere. Als Jugendspieler kam der heute 38-Jährige im Jahr 1996 in den Wildpark, wurde mit 23 Jahren unter Edmund Becker zum Profi und feierte mit dem KSC als Stammspieler unter anderem den Aufstieg in die Bundesliga.

Nachdem Eichner seine aktive Spieler-Karriere 2015 aufgrund anhaltender Verletzungsprobleme beendet hatte, fand er im Juniorenbereich des KSC den Einstieg ins Trainergeschäft. Als Co-Trainer von Marc-Patrick Meister wurde Eichner im Jahr 2017 erstmals im Trainerstab der Profis aktiv. Auch unter Meisters Nachfolger Alois Schwartz begleitete er das Co-Trainer-Amt zusammen mit Zlatan Bajramovic.

 

eichner dpa

Christian Eichner | Quelle: Uli Deck

 

KSC-Trainer Eichner im großen meinKA-Interview

Das Interview wurde vor der Corona-Quarantäne der Profi-Mannschaft geführt.

 

Sie sind seit etwas über einem Jahr nun Cheftrainer in Karlsruhe. Ist für Sie damit ein Traum in Erfüllung gegangen?

Christian Eichner: Nein, das kann man so nicht sagen, denn ich habe weder als Spieler noch danach als Jugendtrainer und Co-Trainer bei den Profis das Ziel verfolgt, als Trainer in erster Reihe im Profibereich zu landen. Ich war zwar immer extrem ehrgeizig aber nie verbissen in etwas. Ich wollte nach meiner Spieler-Karriere das Handwerk mal lernen und habe dann im Jugendbereich schon gemerkt, dass mir die Sache Spaß macht und man dann natürlich auch so hoch wie möglich arbeiten möchte. Ich habe aber riesengroßen Spaß bei meiner täglichen Arbeit und bin froh, wie sich alles entwickelt hat.

 

Wie viel freie Zeit hat man noch als Cheftrainer im Profifußball? 

Christian Eichner: Ja, man kann sagen, dass schon noch ausreichend Zeit für andere Dinge bleibt. Man muss es sich halt gut einteilen. Der Vorteil ist, dass man hier in Karlsruhe noch ein relativ ruhiges mediales Arbeitsumfeld hat, bei denen ich nicht extrem eingespannt bin und mich nicht jeden Tag zusätzliche Dinge zu tagtäglichen Aufgaben erwarten, sodass ich mich auf Trainingsarbeit, Spielvorbereitung und die Einzelgespräche, die wir regelmäßig mit Spielern regelmäßig führe, konzentrieren kann.

 

Und wie verbringen Sie ihre Freizeit?

Christian Eichner: Wichtig ist mir die Zeit mit meiner Familie, meiner Frau und meiner Tochter sowie unserem Hund. Ich schaue auch gerne andere Sportarten, um mich abzulenken. Ich schaue begeistert Tennis, natürlich bin ich mit Boris Becker und Steffi Graf aufgewachsen. Da habe ich auch schonmal Termine verschoben, um wichtige Matches verfolgen zu können.

Diese Erfolgszeit hat mein Verhältnis zum Tennis sehr geprägt. Ich spiele selbst auch seit Kindesbeinen an Tennis, es macht mir großen Spaß auch heute noch ab und zu zum Schläger zu greifen. Deshalb versuche ich noch heute so oft wie möglich Tennis-Matches zu verfolgen.

 

Christian Eichner (KSC Trainer) | Quelle: Tim Carmele | TMC-fotografie.de

 

KSC-Cheftrainer: „Im Grunde ging alles sehr schnell!“

Was hat Sie dazu gebracht Cheftrainer zu werden? Mussten Sie lange überlegen?

Christian Eichner: Im Grunde ging alles sehr schnell und ich kann mich ehrlicherweise an die Details nicht mehr ganz genau erinnern. Nach der Freistellung von Alois Schwartz kam Oliver Kreuzer hat mich gefragt, ob ich es mir vorstellen kann. Für mich war es eine Selbstverständlichkeit, dass ich dem Club und der Mannschaft in dieser Situation versuche zu helfen.

Von diesem Punkt aus gesehen, musste ich nicht lange überlegen. Ich habe das Vertrauen der Verantwortlichen in dieser Situation gespürt und das war für mich das Wichtigste. Ich habe die Rolle in meiner Anfangszeit auch gar nicht so direkt wahrgenommen. Es ging letztendlich nur darum die notwendigen Punkte zu holen, um die Klasse zu halten.

 

Wobei finden Sie Ausgleich zum Cheftrainerjob?

Christian Eichner: Man muss sagen, ich verstehe mich super mit Zlatan (Co-Trainer Bajramovic Anm.d.R.). Wir kennen uns seit knapp vier Jahren, nachdem Zlatan als Co-Trainer von Mirko Slomka zum KSC gekommen war. Die Chemie hat von Anfang an gestimmt. Durch gemeinsame Bekannte und der Tatsache, dass wir zur gleichen Zeit Fußball gespielt haben, gab es schnell viele Gemeinsamkeiten.

Da geht es nicht nur um Fußball, sondern es gibt auch viele andere Themen, über die man sich austauschen kann. Das bringt schon einen gewissen Ausgleich auch in der Arbeit selbst. Wir haben viele Gemeinsamkeiten, schließlich haben wir beide als Ex-Profis unser Hobby zum Beruf gemacht und sitzen jetzt zusammen auf der Trainerbank.  Von daher passt das alles top.

 

Sie sind mit Unterbrechungen seit 25 Jahren beim KSC aktiv. Können Sie sich in „Ihrer“ Stadt uneingeschränkt bewegen oder gibt es Plätze, die man aufgrund des wachsenden Bekanntheitsgrades eher meidet?

Christian Eichner: Ich lebe nicht direkt in Karlsruhe, auch weil es mir wichtig ist, aus dem direkten Umfeld mal herauszukommen und bewusst andere Leute und Impulse um mich herumzubekommen. Klar ist die Medienpräsenz als Cheftrainer eine andere, man weiß, wer ich bin. Aber es hat ansonsten keine größere Konsequenz für meinen Lebensalltag. Ich gehe genauso zum Supermarkt einkaufen und nehme das ansonsten auch gar nicht so wahr.

 

Christian Eichner (KSC Trainer) | Quelle: Tim Carmele | TMC-Fotografie.de

 

Eichner über die aktuelle Saison & das Aufstiegsrennen

 

Das Saisonziel der 40 Punkte-Marke war bereits weit vor Saisonschluss erreicht. Inwieweit planen Sie schon für die neue Saison oder liegt der Fokus noch auf der aktuellen Spielzeit?

Christian Eichner: Grundsätzlich laufen diese beiden Prozesse immer Hand in Hand, unabhängig wie gut oder schlecht eine Saison läuft. Aber ich sehe schon, dass es für uns in dieser Spielzeit auch noch um etwas geht. Wir haben uns die 50 Punkte als neue Zielmarke gesetzt und die wollen wir auch erreichen. Das ist unser Antrieb für den Saisonendspurt, wo es nochmal gilt, so viele Punkte wie möglich aufs Konto zu packen und zu schauen, wofür es am Ende reicht.

Parallel läuft auch die Kaderplanung für die kommende Saison, was aber eigentlich das ganze Jahr über passiert, sich im Februar oder März auf der Zielgeraden der Saison aber intensiviert. Es wird sondiert, wie es weitergehen könnte, welche Positionen besetzt werden müssen, was frei wird. Wir haben ja einige Spieler, die nur auf Leihbasis bei uns sind.

 

Der KSC hatte lange Zeit noch realistische Chancen auf den Aufstieg. Wen sehen Sie im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg in der Favoritenrolle?

Christian Eichner: Ich glaube, dass von dem Quartett vor uns jeder Verein für sich eine gute Saison spielt. Es ist schwer einzuschätzen, wer sich am Ende auf den beiden direkten Aufstiegsplätzen behaupten kann. Ich persönlich glaube, der HSV schafft es in diesem Jahr direkt in die Bundesliga zurückzukehren.

Nicht nur aufgrund des individuell besten Kaders. Es herrscht im Vergleich zu den letzten Jahren Ruhe im Klub und deshalb denke ich, ist das Gesamtpaket bei ihnen am besten. Dahinter sehe ich ein sehr offenes Rennen zwischen Fürth, Bochum und Kiel.

 

Christian Eichner (KSC Trainer) betritt gut gelaunt das Stadion. | Quelle: TMC-Fotografie.de/Tim Carmele

 

Wunsch-Spieler & Trainingsvorbereitung auf die Spiele

 

Gibt es einen Spieler, den Sie in Ihrem Job als Trainer unbedingt gerne mal trainieren würden?

Christian Eichner: Nein, das habe ich in der Form nicht. Ich kenne die ganz großen Spieler ja auch nur aus der Ferne. Ich habe viele tolle Spieler im Kader, die menschlich und sportlich viel bieten. Deshalb kann und will ich mich da überhaupt nicht beklagen.

Ich genieße den Augenblick des Gesamtpaketes im Verein gerade sehr. Das ist sicher keine Selbstverständlichkeit und jeder Einzelne, der im Verein seinen Beitrag leistet, kann stolz sein auf das, was die letzten Monate passiert ist.

 

Wie sieht die Vorbereitung auf die Trainingseinheiten und Spiele aus?

Christian Eichner: Im Groben spielt sich der Grundablauf des gesamten Teams schnell ein, auch wenn sich die Wochenabläufe durch die unterschiedlichen Spielansetzungen immer ein bisschen verändern. Am Tag nach dem Spiel findet in der Regel das Auslaufen statt, die Ersatz- und Reservespieler trainieren dann etwas intensiver. Danach ist meistens einen Tag frei.

Wir als Trainerteam setzten uns dann zu Beginn der neuen Woche zusammen und sondieren die Lage mit den Assistenten, Physiotherapeuten und den anderen Personen aus dem Betreuerstab. Im Nachgang wird regelmäßig über die Einheiten gesprochen, was lief gut, wo gibt es Optimierungsbedarf. Und dann kommt noch die Gegner-Vorbereitung, um ein Gefühl für den Gegner zu bekommen. Dabei versuche ich mir immer einen Gesamteindruck zu verschaffen, wie Gegner auch gegen Mannschaften spielen, die ähnlich wie wir agieren.

Ich persönlich ziehe aus diesen Analysen einen enormen Lerneffekt für mich. Man muss bei der Gegner-Analyse mit der Mannschaft natürlich auch immer abwägen, wie viel Input ist gut für die Mannschaft, damit möglichst viel aufgenommen wird und wir einen Mehrwert daraus ziehen. Wir versuchen daher die Videoanalysen nicht zu langatmig zu gestalten.

 

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