News
Laut Agentur: Darum steigt Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg stärker

News Laut Agentur: Darum steigt Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg stärker

Quelle: Sina Schuldt
dpa

Droht der Jobverlust? In Baden-Württemberg wächst die Zahl der Arbeitslosen stärker als in vielen anderen Bundesländern. Warum das so ist – und was einer Expertin trotzdem Hoffnung macht.

Der Arbeitsmarkt im Südwesten steht nach Einschätzung der Chefin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit gerade besonders unter Druck. In Baden-Württemberg steige die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr stärker als in den meisten anderen Bundesländern, sagte Martina Musati der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Musati bezog sich auf eine Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), wonach die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr im Schnitt um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen soll. 2024 habe es durchschnittlich rund 270.000 Arbeitslose gegeben, teilte ein Sprecher der Regionaldirektion mit. Deutschlandweit rechnete das IAB mit einer Zunahme von 4,8 Prozent.

Konjunkturprobleme und Strukturkrise

Als Gründe für die Entwicklung nannte Musati zum einen die Konjunktur. Aber vor allem auch eine Strukturkrise, wozu auch die Entwicklung in der Industrie zähle, die sich in einer Transformation befinde.

In der Metall- und Elektroindustrie habe es seit 2019 kein Beschäftigungswachstum gegeben und in den letzten Jahren auch einen Abbau. Der Anteil der Beschäftigten in diesem Bereich im Südwesten sei deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. «Und das macht uns eben auch jetzt so anfällig», sagte Musati.

Sie wies aber darauf hin, dass Baden-Württemberg noch immer eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten unter allen Bundesländern habe. 2025 soll sie der IAB-Prognose zufolge im Durchschnitt um 0,2 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent zulegen. Für Deutschland wird demnach eine Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent bei einem Anstieg um 0,3 Prozentpunkte erwartet.

Hoher Bedarf an Fachkräften

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt unterscheide sich von früheren Krisen, weil es neben einer steigenden Arbeitslosigkeit auch einen hohen Fachkräftebedarf gebe. Dies hänge mit der Ausnahmesituation zusammen, dass in den nächsten Jahren sehr viele geburtenstarke Jahrgänge aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. So könne auch in Branchen, in denen künftig vielleicht weniger Beschäftigte gebraucht werden, ein Fachkräftebedarf entstehen.

Für Arbeitslose sei es derzeit sehr schwierig, wieder in Beschäftigung zu gelangen, sagte Musati. Es gebe weniger offene Stellen und eine Zurückhaltung bei den Einstellungen. Besonders betroffen seien Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Aber: «Das Glas ist trotzdem halb voll», sagte Musati. Die Demografie werde Baden-Württemberg sehr stark treffen, sodass der Ersatzbedarf zunehmen werde und damit auch die Chancen am Arbeitsmarkt. Der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit sei eine abgeschlossene Ausbildung.

 

Weitere Nachrichten

Endlich freie Fahrt: Schluss mit Verkehrs-Nadelöhr am Rhein

Für Tausende Autofahrer endet eine Geduldsprobe. Nach jahrelanger Baustelle ist eine der wichtigsten Straßen der Region wieder nutzbar.

Jede dritte Messstelle meldet niedrige Werte: Wo sich die Grundwasserlage zuspitzt

Jede dritte Messstelle im Südwesten meldet niedrige Werte. Wie sich Trockenheit und Verdunstung auf die Entwicklung der Grundwasserlage auswirken und womit Fachleute in den nächsten Wochen rechnen.

Wetterspektakel: Warum der Bodensee ein Tornado-Hotspot ist

Am Bodensee entstehen laut Wetterdienst jedes Jahr mehrere Tornados. Warum die Region ein Hotspot für Wasserhosen ist.

Von Bamberg nach Karlsruhe: Karin Angerer wird Präsidentin des BGH

Von Bamberg nach Karlsruhe: Karin Angerer übernimmt das wichtigste Amt am Bundesgerichtshof. Damit wird sie zu einer der entscheidenden Personen der bundesdeutschen Justiz.

Hitze und Trockenheit: Donau im Südwesten auf Jahrzehnt-Tief

Die Donau führt so wenig Wasser wie seit Jahrzehnten nicht mehr - und eine schnelle Entspannung ist laut Experten nicht in Sicht.

75 Jahre Baden-Württemberg: Nach Abstimmung - "The Länd" wird Jubiläumssong

Brezeln, Kehrwoche und Sparsamkeit zum Jubiläum: Bei einer Abstimmung über den Song zum 75. Geburtstag von Baden-Württemberg gewinnt ein Titel über Dinge, die typisch für das Land sein sollen.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.