News
Laut Ministerin: Wirtschaft in Baden-Württemberg schrumpft auch 2025

News Laut Ministerin: Wirtschaft in Baden-Württemberg schrumpft auch 2025

Quelle: Christoph Schmidt
dpa

Die Wirtschaft in Baden-Württemberg kommt nicht in Schwung. Die Wirtschaftsministerin rechnet auch nächstes Jahr mit einem Rückgang beim BIP. Und zeichnet ein düsteres Bild.

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) rechnet 2025 erneut mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Südwesten. «Dem Land stehen magere Zeiten bevor», sagte Hoffmeister-Kraut.

Nach jetzigem Stand prognostiziere ihr Ministerium einen Rückgang beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,5 Prozent. Das wäre dann das dritte Rezessionsjahr in Folge. 2024 werde Baden-Württemberg wohl ein Minus von zwei Prozent verzeichnen, sagte Hoffmeister-Kraut. 2023 war das BIP preisbereinigt im Vergleich zum Vorjahr bereits um 0,6 Prozent gesunken.

Damit stünde Baden-Württemberg im Vergleich zur Bundesrepublik insgesamt erneut schlechter da. So rechnete die Bundesregierung zuletzt mit einem Wachstum von 1,1 Prozent im kommenden Jahr. Der Sachverständigenrat («Wirtschaftsweise») erwartet ein Plus von 0,4 Prozent.

Die Ministerin führte das auf den hohen Anteil der Industrie im Südwesten zurück. Diese erlebe einen Strukturbruch und keinen Strukturwandel, sagte Hoffmeister-Kraut mit Blick auf Themen wie Digitalisierung oder Dekarbonisierung, zum Beispiel im Bereich der Automobilindustrie.

Mit ihrer Prognose steht die Ministerin nicht alleine da. «Es würde mich nicht überraschen, wenn wir im nächsten Jahr weiter negatives Wachstum in Baden-Württemberg und insgesamt in Deutschland sehen», sagte der Chef der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Rainer Neske. «Ich glaube nicht, dass wir schon den Bodensatz erreicht haben.»

 

Düstere Aussichten

«Kurzfristig sind die Aussichten ziemlich düster», sagte Hoffmeister-Kraut. 2025 werde noch mal ein schwieriges Jahr. Baden-Württemberg stehe derzeit stark unter Druck. «Im weltweiten Wettbewerb ist der Wirtschaftsstandort aktuell nicht mehr konkurrenzfähig», sagte die Ministerin.

Die Industrie sei erheblich unter Kostendruck geraten. So seien die Energiekosten durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine explodiert. Die hohen Arbeitskosten im Südwesten könnten so nicht kompensiert werden.

Nach Ansicht der Ministerin muss umgesteuert werden. «Wirtschaft first», sagte sie. Die Wirtschaftspolitik müsse in den nächsten Jahren bei allen Entscheidungen mitgedacht werden. Die Menschen seien verunsichert, viele hätten Angst um ihren Arbeitsplatz: «Das ist durchaus berechtigt.»

Baden-Württemberg sei ein Industrieland und wolle das auch bleiben. Das Land habe kluge Köpfe, exzellente Fachkräfte und ein hohes Innovationspotenzial. «Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, dann wird der Standort wieder attraktiv», sagte die Ministerin.

 

«Arbeit muss sich lohnen»

Als Beispiele nannte sie wettbewerbsfähige Energiepreise oder weniger Regulierungen. Aber auch die Gesellschaft sei bei ihrer Grundeinstellung gefragt. Leistungsbereitschaft müsse gefördert werden. «Arbeit muss sich lohnen», sagte Hoffmeister-Kraut. «Eine Diskussion um eine Vier-Tage-Woche bringt uns jetzt nicht weiter. Dann werden wir als Standort immer weniger wettbewerbsfähig.»

Die oppositionelle SPD warf Grün-Schwarz mangelndes Engagement zur Wiederbelebung der Konjunktur vor. Regieren sei mehr als nur Analysieren. Aus dem Wirtschaftsministerium müsse mehr als nur Wehklagen kommen. Und die Unternehmer Baden-Württemberg erklärten, auch auf Landesebene gebe es, beispielsweise beim Abbau der Bürokratie, Potenziale, neue Spielräume für die Wirtschaft zu schaffen.

 

Weitere Nachrichten

Nach zweiter Verhandlungsrunde: Warnstreiks in Metall- und Elektroindustrie rücken näher

In der zweiten Verhandlungsrunde legt die Arbeitgeberseite ein Angebot vor. Doch dieses weisen die Arbeitnehmer als unzureichend zurück. Damit dürfte es bald Warnstreiks in Baden-Württemberg geben.

Gruselhaus: Für diese Familie ist Halloween wichtiger als Weihnachten

Für viele gehört Weihnachten zum Höhepunkt des Jahres - für Kim und Wolfram König ist es Halloween. Monate investieren sie in ihr Gruselhaus. Dieses Jahr entführen sie Besucher nach Mexiko.

Krankheit Alzheimer wurde vor 120 Jahren entdeckt: Zahl der Betroffenen steigt

Die Zahl von Menschen mit Demenz nimmt zu - die meisten davon haben Alzheimer. Angehörige von Betroffenen übernehmen den größten Teil ihrer Pflege - und bräuchten selbst mehr Hilfen.

Atommüll-Endlager: Zwei Südwest-Gebiete nicht mehr im Rennen

Die Suche nach einem Atommüll-Endlager geht in die nächste Runde: Die Auswahl der als geeignet bewerteten Gebiete wurde weiter eingegrenzt. Wo liegen die Schwerpunkte in Baden-Württemberg?

Geld Münzen

336 Millionen Euro mehr Steuern - aber trotzdem Lücke im Landeshaushalt

336 Millionen Euro mehr Steuern als erwartet – und trotzdem fehlt Baden-Württemberg Geld im Haushalt 2027. Warum der erwartete Aufschwung den Spielraum der Landesregierung zugleich schrumpfen lässt.

Cyberangriff auf Hochschulen im Land: Das weiß man zum Datenabfluss

Notensysteme und Stundenpläne waren nach dem Angriff offline, Lehrkräfte konnten zunächst nicht bezahlt werden. Die Ermittlungen sind nun vorangekommen und es gibt neue Infos zu der Attacke.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.