News
Laut Statistik: Mehr Hasskriminalität gegen queere Menschen in Baden-Württemberg

News Laut Statistik: Mehr Hasskriminalität gegen queere Menschen in Baden-Württemberg

Quelle: Christoph Schmidt/dpa
dpa

Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans-Menschen müssen sich immer wieder mit Anfeindungen auseinandersetzen. Nun zeigt eine Statistik: Die Behörden erfassen immer mehr Hass.

Queere Menschen sind in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer geschlechtlichen Identität häufiger Opfer von Hasskriminalität geworden als noch ein Jahr zuvor. Die Zahl der Delikte erhöhte sich um knapp 30 Prozent von 165 im Jahr 2023 auf 212 im Jahr 2024. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor.

Das Innenministerium erfasste demnach im vergangenen Jahr 121 Delikte von Hasskriminalität, die sich gegen eine bestimmte sexuelle Orientierung richteten. 2023 hatte die Zahl der Straftaten in diesem Zusammenhang noch bei 100 gelegen. Registriert wurden unter anderem Straftaten wie Sachbeschädigung, Volksverhetzung, Beleidigung aber auch Körperverletzung.

Deutlich angestiegen ist laut Innenministerium auch die Zahl der Straftaten gegen transsexuelle oder nicht binäre Menschen. 91 Straftaten seien unter dem Themenfeld «geschlechtsbezogene Diversität» erfasst worden. Dieses umfasst laut Ministerium politisch motivierte Straftaten gegen Menschen, deren geschlechtliche Identität vom biologischen Geschlecht abweicht, sowie gegen intersexuelle Menschen. 2023 waren 65 solcher Straftaten erfasst worden.

Ministerium sieht keinen Zusammenhang mit neuem Gesetz

Als mögliche Gründe für den Anstieg führt das Ministerium eine veränderte Sensibilität und ein verändertes Anzeigeverhalten sowie gezielte Ermittlungen auf. Auch gesellschaftliche Entwicklungen beeinflussten die Entwicklung von erfassten Straftaten.

Einen Zusammenhang zwischen dem neuen Selbstbestimmungsgesetz und dem Anstieg der queerfeindlichen Hasskriminalität sei nicht erkennbar, schreibt das Ministerium. Mit dem Gesetz, das erst im November 2024 in Kraft getreten war, sind Änderungen des Geschlechtseintrags und des Vornamens auf dem Amt deutlich erleichtert worden.

Der SPD-Abgeordnete Florian Wahl nannte den Anstieg der Straftaten erschreckend. Eine besondere Häufung der Taten sei in den Monaten Juni und Juli zu beobachten. «Gerade in der CSD-Saison, wenn queere Menschen sichtbar werden, sind sie besonders bedroht. Die Landesregierung muss hier noch mehr tun», sagte der Politiker.

Auch insgesamt stieg die Hasskriminalität im vergangenen Jahr an und erreicht ein Rekordniveau. Laut Kriminalstatistik erfassten die Behörden 1654 Delikte – rund 9 Prozent mehr als im Vorjahr und fast doppelt so viele wie noch 2022.

 

Weitere Nachrichten

Brisanter Fund in Karlsruhe: Polizei entdeckt Sprengstoff im eigenen Haus

In einem sichergestellten Behälter findet die Karlsruher Kriminalpolizei nach einigen Wochen explosives Material. Fachleute rücken an.

Kohle und Gas verlieren – Erneuerbare Energien holen auf im Südwesten

Kernenergie weg, Kohleanteil schrumpft: Erneuerbare liefern jetzt fast 59 Prozent des Stroms in Baden-Württemberg. Welche Rolle Erdgas und andere Energieträger noch spielen.

Zecken überall unterwegs - hier gibt schon die erste FSME-Infektion

Nach mildem Winter gibt’s in Baden-Württemberg die erste FSME-Infektion – und Zecken machen keine Winterpause mehr. Warum eine Impfung jetzt besonders wichtig sein kann.

Nach Unfallserie bei Pforzheim: Neue Maßnahmen gegen Unfälle am Lärmschutztunnel der A8

Stau- und Unfall-Hotspot A8: Immer wieder kracht es im Lärmschutztunnel auf der Autobahn bei Pforzheim. Nun reagiert die Autobahn GmbH.

Wie KI hilft, jugendgefährdende Inhalte im Netz zu entfernen

Mit Künstlicher Intelligenz gegen Hass, Gewalt und Pornografie: Wie von Baden-Württemberg aus Jugendschutz-Verstöße aufgespürt werden. Und ob der Kampf dagegen erfolgreich ist.

Demonstrationen auch in BW: Streik gegen Wehrdienst - Dürfen Schüler dafür schwänzen?

Am Donnerstag wollen in vielen Städten Schüler wegen des neuen Wehrdienstes streiken. Aber dürfen Schüler das überhaupt? Und hilft ihnen im Zweifel eine Entschuldigung der Eltern?

Umfrage vor der Landtagswahl: Jeder Fünfte in Baden-Württemberg unentschlossen

Am 8. März entscheidet sich in Baden-Württemberg, wie die Politik in den nächsten fünf Jahren aussieht. Eine Umfrage zeigt: Das Rennen im Südwesten ist weiter offen.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.