Nachrichten
Letzter Essenswunsch: Marc Bürkle kocht für Gäste im Hospiz

Nachrichten Letzter Essenswunsch: Marc Bürkle kocht für Gäste im Hospiz

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Der schwäbische Gastronom Marc Bürkle erfüllt ehrenamtlich die letzten Essenswünsche von Hospizgästen. Warum er das tut – und was sich die Menschen wünschen.

Marc Bürkle (58) erfüllt Sterbenden einen letzten Essenswunsch. Seit mehreren Jahren kocht der Koch aus dem schwäbischen Ehingen für Gäste eines Hospizes aus der Gegend. Er habe einfach etwas Gutes tun und zurückgeben wollen, erzählt er. Die Hospizmitarbeiter fragen die Gäste regelmäßig nach ihren individuellen Wünschen – und Bürkle macht es möglich.

Dafür steht er als Gastronom und Hotelier bereits oft genug in der Küche. Vom «Hamsterrad» des Alltags spricht er. Aber am Montag ist Ruhetag im Restaurant – dann wirft Bürkle den großen Gasherd an fürs Hospiz. Wenn er für die Menschen dort koche, werde er nachdenklich, denke darüber nach, für wen er das mache, sagt er. «Man weiß ja nicht, ob die Gäste morgen noch da sind. Das bewegt schon.» Im Schnitt leben die Gäste nur drei Wochen lang im Hospiz.

Einfach, lecker: Linsen, Gulasch, Wurstsalat

Aber was für Gerichte wünschen sich die Menschen am Lebensende? Es sind meist keine besonders aufwendigen Mahlzeiten, berichtet Marc Bürkle. Mal sind es Linsen und Spätzle, mal ein Wurstsalat, mal saure Kutteln. Einen ganzen Picknickkorb hat Bürkle schon mal gebastelt; oder ein Gulasch für eine ungarische Frau gezaubert. «Das sind oft Gerichte, mit denen die Gäste etwas verbinden, mit Familie, mit Geselligkeit», sagt Bürkle. «Die Leute erinnern sich an einen Kalbsbraten von einem schönen Geburtstag oder an eine Hochzeit, an der es eine leckere Suppe gegeben hat.» Eben schöne Momente des Lebens.

Für seine Hospizgäste schabt Bürkle die Spätzle sogar noch selbst von Hand. Er fährt auch selbst das Essen aus zum Hospiz. Ein Kennenlernen zwischen Bürkle und den Menschen, die er bekocht, findet nicht statt. Trotzdem freut er sich über positive Rückmeldungen.

Über seinen eigenen letzten Essenswunsch will Marc Bürkle noch nicht nachdenken. «Ich habe noch so viele Ideen, ich habe noch so viel vor.» Sein Lieblingsessen verrät der Koch trotzdem: Grießbrei.

 

Weitere Nachrichten

Ministerpräsident Kretschmann will nach letztem Arbeitstag ausschlafen

Nach 15 Jahren im Amt will Winfried Kretschmann an seinem ersten Tag ohne Regierungsverantwortung vor allem eines: lange im Bett liegen bleiben. Was er seinem früheren Ich raten würde.

Beliebter Wanderweg: Neuer Stahlweg und Kinderpfad - das bietet die Marienschlucht

Sie zählt zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen am Bodensee: Ab Samstag soll die Marienschlucht wieder begehbar sein. Was Familien, Wanderer und Naturliebhaber dort erwartet.

Eingeschleppte Arten: Gefährliche Ameise breitet sich aus - warum Forscher warnen

Erstmals ist in Deutschland die Asiatische Nadelameise nachgewiesen worden. Ihre Stiche gelten als besonders riskant – was Forschende im Stuttgarter Rosensteinpark entdeckten.

Fentanyl, Tilidin, Oxycodon: Mehr junge Menschen in Baden-Württemberg abhängig

Chemie im Labor, Gefahr auf der Straße: Im Südwesten seien mehr Menschen von synthetische Opioiden abhängig – und die Suchthilfe beklagt fehlende Mittel.

Rheintalbahn: Massive Einschränkungen zu Ostern erwartet

Osterferien und Bahnchaos: Wer auf der Rheintalbahn unterwegs ist, muss mit Zugausfällen, Umleitungen und langen Busfahrten rechnen. Was das für die Reiseplanung bedeutet.

Kameras und Kinder: Warum so viele beim Datenschutz wettern

Ob Videoüberwachung beim Nachbarn oder verlorene Ausweise: Noch nie gab es so viele Datenschutz-Beschwerden. Was steckt hinter dem Trend?






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.