News aus Baden-Württemberg
Mehrere Dutzend Stromversorger erhöhen Preise ab Januar

News aus Baden-Württemberg Mehrere Dutzend Stromversorger erhöhen Preise ab Januar

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild
dpa

Viele Stromkunden im Südwesten bekommen in diesen Tagen Post von ihren Anbietern. In aller Regel bedeutet dies nichts Gutes.

Etwa ein Drittel der Stromanbieter in Baden-Württemberg hat bisher angekündigt, die Preise mit Beginn des Jahres 2023 zu erhöhen. Konkret heben 40 von 127 Versorgern die Preise im Durchschnitt um 67 Prozent an, wie das Vergleichsportal Verivox auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Für eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden seien das jährliche Mehrkosten von 880 Euro.

«Zum neuen Jahr kündigt sich die nächste Preiswelle an, denn die Strombörsenpreise sind nach wie vor auf hohem Niveau, und die Stromnetzgebühren steigen ebenfalls», sagte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Die geplante Strompreisbremse der Bundesregierung könne den Haushalten zumindest dabei helfen, die Mehrkosten einzugrenzen.

Die Strompreisbremse soll Haushalte und Unternehmen entlasten. Haushalte und kleinere Unternehmen erhalten 80 Prozent ihres bisherigen Stromverbrauchs zu einem garantierten Bruttopreis von 40 Cent pro Kilowattstunde. Unternehmen mit einem hohen Stromverbrauch sollen 70 Prozent ihres bisherigen Stromverbrauchs zu einem garantierten Netto-Arbeitspreis von 13 Cent pro Kilowattstunde bekommen. Die Bremse soll ab März gelten, dann es soll auch eine Auszahlung der Entlastungsbeträge für Januar und Februar geben.

Zu den Stromanbietern, die ihre Preise mit Beginn des Jahres erhöhen, zählt beispielsweise die MVV Energie in Mannheim. So sind in der Grundversorgung ab dem 1. Januar 44,95 Cent pro Kilowattstunde statt 26,86 Cent fällig, wie das Unternehmen mitteilte. Als wesentlichen Grund nannte die MVV Energie gestiegene Beschaffungskosten. «Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3000 Kilowattstunden zahlt zukünftig rund 45 Euro mehr pro Monat einschließlich aller Steuern, Abgaben und Umlagen. Dies entspricht einer Steigerung von rund 60 Prozent.» Wie die Strompreisbremse umgesetzt werde, könne erst entschieden werden, wenn das Gesetz durch ist. Die Bremse bedeute nicht, dass Strom billiger werde, sondern der Bund die Mehrkosten trage.

Nachdem der Energieversorger EnBW zum 1. Oktober dieses Jahres den Preis für den Haushaltsstrom in der Grundversorgung um 31,1 Prozent angehoben hatte, plant das Karlsruher Unternehmen zum Januar keine weitere Erhöhung – allerdings gehen die Preise für den Wärmestrom nach oben. Grund seien die hohen Beschaffungskosten. Es sei die erste Preiserhöhung der EnBW für Wärmestrom seit drei Jahren.

Die Kilowattstundenpreise erhöhen sich laut EnBW in der Grundversorgung zwischen 9,39 bis 13,11 Cent brutto und im Schnitt um 63,4 Prozent. Beim Wärmestrom handelt es sich um Tarife für Elektrospeicherheizungen und Wärmepumpen. Langfristige Prognosen zu den Entwicklungen bei den Energiepreisen seien nicht möglich, «da die Dynamik an den Energiemärkten weiterhin sehr hoch ist».

 

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