News aus Baden-Württemberg
Ministerin: Dürfen Schularten nicht gegeneinander ausspielen

News aus Baden-Württemberg Ministerin: Dürfen Schularten nicht gegeneinander ausspielen

Quelle: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild
dpa

Philologenverband contra GEW – die beiden Gewerkschaften sind sich nicht grün. An ihrem Verhältnis zur Gemeinschaftsschule tritt das deutlich zu Tage. Kultusministerin Schopper bezieht dazu klar Stellung.

Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) hat zu mehr Solidarität zwischen den Schularten aufgerufen. Es sei nicht akzeptabel, wenn der Philologenverband (PHV) nach dem jüngsten Bildungstest der Gemeinschaftsschule die Daseinsberechtigung abspreche, sagte sie bei der Jahrestagung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Freitag in Sindelfingen. «Das geht nicht», fügte sie mit Blick auf die Kritik der organisierten Gymnasiallehrer an der «Schule für alle» hinzu. Man dürfe die Schularten nicht gegeneinander ausspielen.

Dafür erhielt Schopper den meisten Applaus der 250 Delegierten. Sie werde mit dem PHV-Landeschef Ralf Scholl darüber das Gespräch suchen. Dieser sieht im Abschneiden der Gemeinschaftsschüler bei den sogenannten Vergleichsarbeiten Vera 8, die in Form von Tests den Kompetenzstand von Schülerinnen und Schülern im Ländervergleich untersuchen, ein «Komplettversagen» der Schulart Gemeinschaftsschule.

GEW-Landeschefin Monika Stein pflichtete der Ministerin bei: «Es ist unsäglich, wie auf die Gemeinschaftsschule eingedroschen wird». Es sei verwunderlich, wie sich der PHV an der Schulart abarbeite.

Schopper wies auf die im Unterschied zur Schülerschaft an den Gymnasien große Heterogenität der Schüler an den Gemeinschaftsschulen hin. Man müsse offen mit den Ergebnissen umgehen, nach denen etwa jeder dritte Achtklässler die Mindeststandards in Mathematik für den mittleren Schulabschluss nicht erreicht. Sie dämpfte auch etwaige Erwartungen auf bessere Ergebnisse beim nächsten IQB-Bildungstrend. «Wir werden nicht wie der Phönix aus der Asche auferstehen». Sie unterstrich: «Wir haben dicke Hausaufgaben zu tun.»

Schopper betonte, sie wolle den im Südwesten seit langem bestehenden Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg eliminieren. Meldungen aus Schulen an sozialen Brennpunkten in Baden, nach denen rund 20 Prozent der Kinder die Grundschule als funktionale Analphabeten verlassen, beunruhigten sie sehr. Um eine größere Bildungsgerechtigkeit zu erreichen, werde sie sich künftig an einem Index mit sozio-ökonomischen Daten orientieren. Davon verspreche sie sich eine zielgenauere Ressourcensteuerung. «Das heißt aber nicht, dass wir Ressourcen vom Stuttgarter Killesberg in den Hallschlag tragen.»

Für bessere Bedingungen an den Schulen habe sie in den Haushaltsberatungen Mittel herausgeholt, um die sie andere Minister beneideten. Hingegen reichen die Ressourcen aus GEW-Sicht hinten und vorne nicht aus. Insbesondere müsse das Land die Einstiegsbesoldung für Grundschullehrer sowie für alle Haupt- und Werkrealschullehrer auf das Level A 13 anheben, was ein zusätzliches Einkommen von 400 bis 600 Euro im Monat bedeute. Wenn das Land sich dazu nicht durchringen könne, sei eine Abwanderung in die Mehrzahl der Bundesländer mit höheren Verdienstmöglichkeiten oder die Schweiz mit 30 Prozent besserer Bezahlung programmiert. GEW-Landeschefin Stein plädierte auch für Aufstiegschancen für pädagogische Assistenten in den multiprofessionellen Teams, auf die auch Schopper große Hoffnungen setzt.

 

Weitere Nachrichten

Deutlich mehr Corona-Patienten auf Intensivstationen

Ungemütliches Herbstwetter drängt die Menschen verstärkt in die Innenräume, wo sich Viren leichter verbreiten.

Genitalverstümmelungen bei 10.000 Frauen in Baden-Württemberg

Genitalverstümmelungen gehören für viele Frauen und Mädchen weltweit noch zum Erwachsenwerden dazu. Doch auch in Baden-Württemberg gibt es Betroffene - und das sind nicht wenige.

Bei Grundsteuer gibt es für Eigentümer in Baden-Württemberg Aufschub

Eigentümerinnen und Eigentümer von privaten Grundstücken bekommen im Südwesten de facto mehr Zeit für die Abgabe ihrer Grundsteuererklärung.

Klimawandel lässt Trüffelernte in Deutschland schrumpfen

Trüffel sind nicht nur etwas für Feinschmecker, sie sind auch wichtig für das Waldökosystem. Doch der Klimawandel macht den Edelpilzen zu schaffen.

Vom Airport ins Stadtzentrum: Bruchsaler Volocopter testet Flugtaxi

In 20 Minuten vom Römer Flughafen Fiumicino ins Zentrum der italienischen Hauptstadt: Das deutsche Unternehmen Volocopter will das im Jahr 2024 anbieten und ist dafür erstmals testweise mit einem elektrischen Flugtaxi im Luftraum Italiens geflogen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Daumen hoch, wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, oder zeigen Sie uns, dass wir uns verbessern können.

0%
0%

Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.