News aus Baden-Württemberg
Ministerium will nicht-heimische Tierarten stärker bekämpfen

News aus Baden-Württemberg Ministerium will nicht-heimische Tierarten stärker bekämpfen

Quelle: Bernd Weissbrod

Das baden-württembergische Agrarministerium will schärfer gegen nicht-heimische Tierarten vorgehen.

Der Ausbreitung von Nil- und Kanadagänsen, Waschbären, Marderhunden, Minks und Nutrias soll per neuer Durchführungsverordnung (DVO) des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes Baden-Württemberg ein Riegel vorgeschoben werden. Die Anhörung der Verbände zu den Neuerungen ist abgeschlossen, ihre Statements werden ausgewertet und – wo es sinnvoll erscheint – eingearbeitet, wie ein Sprecher von Ressort-Chef Peter Hauk (CDU) erläutert.

In der vorgesehenen Novelle der DVO , die der dpa vorliegt, werden die Jagdzeiten für invasive Arten deutlich verlängert; für die Nilgans etwa um zwei Monate. Sie soll vom 1. August bis zum 15. Februar gejagt werden dürfen. Das gilt auch für die weit verbreitete, aber weniger angriffslustige Kanadagans.

Die aus Afrika stammende Nilgans ist bereits auf einer EU-Liste der Arten, deren Ausbreitung eingedämmt werden soll. In den 1980er Jahren waren in den Niederlanden Nilgänse ausgesetzt worden und entflogen – seither breiten sie sich rasant aus. Sie fühlen sich am nördlichen Oberrhein zwischen Karlsruhe und Mannheim besonders wohl. Nilgänse sind vielerorts zur Plage für Mensch und Tier geworden: Sie beschmutzen Liegewiesen, verscheuchen Schwäne und vertilgen Wintergetreide.

Nach Angaben des Landesjagdverbandes wurden im Jagdjahr 2018/19 (Beginn März) rund 1300 Nilgänse oder ein Drittel mehr als im Jahr zuvor erlegt. «Und die Zahl wird noch mal stärker ansteigen», sagt Geschäftsführer Erhard Jauch, dessen Organisation 33 500 Jäger lm Südwesten vertritt.

Überdies dürfen laut geplanter DVO anders als bisher Jungtiere unter anderem der Nilgans, der Nutria, des Marderhunds und des Waschbärs ganzjährig außerhalb der allgemeinen Schonzeit vom 16. Februar bis 15. April gejagt werden.

Die Jäger befürworten das, finden aber eine andere Regelung nicht ausreichend: Grau- und Kanadagans sollen auch in der Schonzeit in bestimmten Vogelschutzgebieten gejagt werden dürfen. Dazu zählt auch der Zugriff auf ihre Eier, Nester und Lebensräume. Jägervertreter Jauch: «Unter diese Regel müssten auch die Nilgänse fallen. Merkwürdig, dass die aggressivste Art verschont bleiben soll.»

 

Weitere Nachrichten

Brandstiftung? Feuer in leerstehender Gaststätte in Dettenheim

In der Nacht stehen Kiosk, Terrasse und Fassade des Gebäudes in Flammen. Was die Polizei als Ursache vermutet.

DAK: Krankenstand im Südwesten leicht rückläufig

Im Schnitt ist der Krankenstand bei Versicherten der DAK in Baden-Württemberg im ersten Halbjahr leicht gesunken. Grund dafür ist vor allem der Rückgang einer Diagnosegruppe.

Zement ohne CO2-Ausstoß: Klimafreundlicher Zement aus Baden-Württemberg?

Die Produktion von Zement zählt zu den größten Verursachern von CO2-Emissionen. Vier Hersteller wollen das ändern - mit einer Versuchsanlage im schwäbischen Heidenheim. Wie geht das?

Mehr Fahrten unter Cannabis: Das steckt hinter dem Anstieg

Fahrten unter Einfluss von Cannabis steigen seit der Teillegalisierung. Löst die Gesetzesänderung gefährliche Missverständnisse aus?

Waldbrände in Frankreich - Baden-Württemberg bietet Hilfe an

In Frankreich stehen zahlreiche Gebiete in Flammen. Baden-Württembergs Innenminister schreibt dem Nachbarland einen Brief - mit einem Angebot.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.