News aus Baden-Württemberg
Mittel für Wohnraumförderung für 2023 aufgebraucht

News aus Baden-Württemberg Mittel für Wohnraumförderung für 2023 aufgebraucht

Quelle: Christian Charisius/dpa/Symbolbild
dpa

Wer auf eine Förderung beim Wohnungsbau hofft, der muss sich vorerst wohl gedulden. Das Interesse ist groß und übersteigt die bereitgestellten Mittel. In vielen Fällen könnte eine Bewilligung erst nächstes Jahr erfolgen.

Viele Menschen im Südwesten können für sozialen Wohnraum Finanzhilfen vom Land erhalten – von nun an müssen sie aber erneut deutlich länger auf die Bewilligung von Anträgen warten. Das entsprechende Förderprogramm stößt auf ein derart großes Interesse, dass das Volumen in Höhe von 463 Millionen Euro bereits mit Anträgen belegt ist, wie das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen am Mittwoch mitteilte. Das heißt: Wenn alle bisherigen Anträge bewilligt würden, wären die Mittel für das laufende Jahr aufgebraucht.

Daher kann es den Angaben zufolge wie bereits im vergangenen Jahr zu Verzögerungen kommen. Betroffen seien alle Förderlinien, also sowohl die soziale Förderung von Mietwohnungen als auch von selbstgenutztem Wohneigentum. Interessierte könnten zwar weiterhin Anträge stellen. Und diese werden demnach auch von der L-Bank, die das Programm für das Land umsetzt, registriert und bearbeitet. In vielen Fällen werde die Bewilligung aber voraussichtlich erst im kommenden Haushaltsjahr erfolgen können, hieß es.

Der Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen (VBW) erklärte: «Es kann aber nicht sein, dass der soziale Wohnungsbau nun einen Stopp erfährt und Anträge erst im nächsten Jahr bewilligt werden.» In Zeiten schwieriger Rahmenbedingungen für das Bauen sei das ein schlechtes Signal.

Damit schlägt eine Entwicklung aus dem vergangenen Jahr durch. 2022 hatte das Bauministerium im August mitgeteilt, dass es mehr Anträge als Geld gibt. Damals waren noch 377 Millionen Euro in dem Topf, den Ministerin Nicole Razavi (CDU) daraufhin um 50 Millionen aufstocken wollte. Geholfen hat das nur bedingt: Ein Großteil der Anträge, die in den Monaten danach gestellt wurden, wurden erst in diesem Jahr bewilligt. Daher sind die Mittel nun noch schneller aufgebraucht.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte eine Aufstockung der Mittel für das laufende Jahr. Mit dem Prinzip Hoffnung werde sich der dringende Bedarf an Sozialwohnungen und bezahlbarem Wohnraum für Normalverdiener nicht decken lassen.

Um den sozialen Wohnungsbau voranzubringen, hatte die Landesregierung aus Grünen und CDU das Förderprogramm 2022 deutlich ausgeweitet. In den Jahren zuvor lag das Fördervolumen bei jeweils rund 250 Millionen Euro. Kommendes Jahr ist eine Erhöhung auf 551 Millionen eingeplant.

Für die anhaltend hohe Nachfrage macht Razavi etwa die schlechteren Rahmenbedingungen im frei finanzierten Wohnungsbau verantwortlich – unter anderem durch die Preis- und Zinssprünge sowie höhere Risiken. «Mietwohnungsbau ohne staatliche Förderung ist vielerorts offenbar kaum noch rentabel», sagte sie. Grundsätzlich sei das hohe Interesse aber ein gutes Zeichen und lasse sie hoffen, dass sich die Trendwende im sozialen Wohnungsbau verstetigen lasse. 2022 war die Anzahl der Sozialwohnungen im Land erstmals seit längerer Zeit wieder gestiegen.

 

Weitere Nachrichten

Autoindustrie: Das denken die Auto-Bosse über den Standort Deutschland

Volkswagen, Mercedes und BMW sehen weiterhin Potenzial für den Standort Deutschland. Was die Chefs der großen deutschen Autobauer fordern, um Arbeitsplätze und Produktion zu sichern.

Nach großem Brand und Staus: Je drei Spuren im Engelbergtunnel auf A81 wieder frei

Aufatmen bei Autofahrerinnen und -fahrern: Nach dem Brand im Engelbergtunnel sind auf der A81 nun wieder je drei Fahrspuren in beide Richtungen frei. Doch etwas gilt es weiterhin zu beachten.

EM im Casino in Baden-Baden: Croupier mit Fingerspitzengefühl und Köpfchen

Temin Joguncic zählt zu den besten Croupiers Europas. Bei der Dealer-EM in Baden-Baden will er es erstmals aufs Podium schaffen. Worauf es dabei aufkommt und warum der Job seine Berufung ist.

Abstimmung im Landtag: Abgeordnete im Südwesten erhöhen sich ihre Diäten

Im Bundestag üben die Parlamentarier Verzicht, in Baden-Württemberg bekommen die Abgeordneten bald mehr Geld auf das Konto. Nur eine Partei ist für eine Nullrunde im Südwesten.

Frust bei Hanfmann: Karlsruher Tennisprofi scheidet in Stuttgart aus

Yannick Hanfmann kämpft, wehrt Matchbälle ab – doch am Ende reicht es in seinem Achtelfinale beim Rasen-Tennisturnier in Stuttgart nicht. Ein besonderer Sieg muss weiter warten.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.