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Spielpädagogik in der Fächerstadt
Die MOBI – mobiles Spielen in den Karlsruher Stadtteilen

Spielpädagogik in der Fächerstadt Die MOBI – mobiles Spielen in den Karlsruher Stadtteilen

Quelle: Mobile Spielaktion Karlsruhe

Seit nun über 40 Jahren bringt die Mobile Spielaktion Spaß und Freude zu den Kindern in die Stadtteile Karlsruhes. meinKA stellt die Geschichte, pädagogische Konzeption und das Angebot der Einrichtung des Stadtjugendausschusses vor.

Die Mobile Spielaktion Karlsruhe

Seit nunmehr 40 Jahren existiert in Karlsruhe die Mobile Spielaktion, auch bekannt unter der Abkürzung MOBI. Die pädagogische Einrichtung wird vom Stadtjugendausschuss e.V. und Fördergeldern finanziert und bringt den Kindern in den Stadtteilen Karlsruhes Spiel und Spaß in ihre Lebenswelt. Die MOBI versteht sich als Impulsgeber, welcher die Eigentätigkeit der Kinder und Jugendlichen unterstützt, damit diese sich ein Selbst- und Weltverständnis erarbeiten können.

Zum Erreichen dieses Ziels steht ein Konzept im Vordergrund: das Spielen. Spielaktionen in den Stadtteilen und Projekte für Schulklassen und ganze Schulen, stellen nur einen Auszug des Engagements der Mobilen Spielaktion dar. meinKA stellt diese Einrichtung, rund um das Wohl der Kinder, im Detail vor.

 

Der MOBI-Bus bringt das Spiel zu den Kindern. | Quelle: Mobile Spielaktion Karlsruhe

 

Geschichte der MOBI – Tradition seit 1978

Die Einrichtung der Mobilen Spielaktion hat ihren Ursprung in den 70er Jahren. Damals kam die Idee einer mobilen pädagogischen Einrichtung für Kinder in Städten zeitgleich in verschiedenen Metropolen Europas auf. In Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Luxemburg und Großbritannien gibt es heute mehr als 300 mobile Spielaktionen.

Am 08. Mai 1978 war es dann auch in Karlsruhe soweit, die Mobile Spielaktion nahm mit einem sechsköpfigen Team die Arbeit auf. Das freie Spiel der Kinder stand hierbei von Anfang an im Mittelpunkt. Die Aktivität der MOBI konnte 1980 ausgedehnt werden und sie steht seitdem den Karlsruher Kindern über das ganze Jahr hinweg zur Verfügung. Heute ist die Mobile Spielaktion Karlsruhe eine der fünf größten mobilen Einrichtungen im deutschsprachigen Raum.

Seit Tag eins wird Kindern die Möglichkeit zum freien Spielen geliefert, den Auftrag hierfür, so versteht es die Mobile Spielaktion, geben die Kinder Karlsruhes selbst.

 

Beim Spielen werden auch gerne mal die Hände schmutzig. | Quelle: Mobile Spielaktion Karlsruhe

 

Das pädagogische Konzept Spielen

Das Spielen nimmt im pädagogischen Konzept der MOBI eine wichtige Rolle ein. Begründet liegt dies in der zentralen Rolle des Spielens für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Die Fähigkeit zu Spielen ist eine Kompetenz, über welche Kinder schon von klein auf verfügen. Über das Spiel können Kinder lernen sich in der Welt zurecht zu finden. Das gemeinsame Spielen stellt weiterhin eine der einfachsten Formen der Sozialisation dar, da sich im gemeinsamen Spiel soziale Denk- und Handlungsmuster herausbilden. Die Kinder können sich ausprobieren, lernen ihre Eigenaktivität und ihr Wirken auf die Welt und Andere kennen. Weiterhin ergeben sich Spielregeln, welche gemeinsam aufgestellt und befolgt werden. Herausforderungen werden gesucht und das Gefühl des Scheiterns und des Triumphierens kann erfahren werden – alles spielend.

Die Pädagogen der MOBI treten wenn es um das Thema Spiel geht wenig restriktiv auf. Für die Kinder werden Möglichkeiten und Freiräume geschaffen, da Vertrauen und Liebe als Schlüssel zum konstruktiven Handeln betrachtet werden.

 

Gespielt werden kann bei jedem Wetter. | Quelle: Mobile Spielaktion Karlsruhe

 

Es darf gespielt werden!

Für ausgiebiges Spielen bedarf es natürlich viel verschiedenem Spielmaterial. Die MOBI besitzt deshalb einen ganzen Fuhrpark an fahrenden Materiallagern, um das Spiel zu den Kindern in allen Stadtteilen Karlsruhes zu transportieren. Zwei Zirkuswagen, ein Bauwagen, ein Traktor, zwei Kleinbusse und ein großer Anhänger stehen für diesen Zweck zur Verfügung. Ein roter Doppeldeckerbus, Model MAN D200 aus dem Jahr 1985, ist jedoch das unbestrittene Markenzeichen der mobilen Spielaktion.

Über den kompletten Umfang aller aktuellen Projekte und Aktionen der MOBI informiert der MOBI-Terminkalender, welcher auf der Website der Einrichtung abonniert werden kann.

 

Spielen bei jedem Wetter

Gespielt werden kann bei jedem Wetter und zu jedem Anlass. Die Mobile Spielaktion besitzt aus diesem Grund ein riesiges Repertoire an Spielzeug, Gestaltungsmöglichkeiten und Materialien mit denen das Spielmobil je nach Wetter und Veranstaltung bestückt wird. Dadurch ergeben sich für die Kinder unzählige Möglichkeiten zu Spielen und zu Experimentieren. Handwerken mit Holz, Ton, Gips, Farben, Filz und Schmuck ist in den mobilen Werkstätten der MOBI möglich.

Bewegungs-, Sinnes- und Wahrnehmungsspiele und musikalische Aktionen dürfen ebenfalls nicht fehlen. Im Winter kann, im wahrsten Sinne des Wortes, mit Feuer gespielt werden, wohingegen im Sommer Wasser- und Matschspielaktionen angeboten werden. Als besondere Highlights können Zirkusaktionen und Detektivspiele von den Kindern „bespielt“ werden. Abgerundet wird das Spielangebot durch Großspielgeräte wie einen Sprungturm, eine Rollenrutsche und ein Trampolin.

 

Handwerk kann in der MOBI direkt erfahren werden. | Quelle: Mobile Spielaktion Karlsruhe

 

Auch die Spielräume selbst wollen liebevoll gestaltet sein. Für diesen Zweck stellt die MOBI Dekorations-, Verbrauchs-, Gestaltungs- und Verkleidungsmaterialien den Kindern zur Verfügung. Selbstverständlich kann beim Spielen auch einmal etwas in die Brüche gehen, oder aber es bedarf eines speziellen Spielzeugs für einen bestimmten Anlass. Für diese Fälle besitzt die MOBI eine eigene Werkstatt zur Herstellung oder Reparatur von Spielzeugen und Kulissen.

Spielaktionen in den Stadtteilen finden immer kostenfrei von Donnerstag bis Samstag statt, über die jeweiligen Orte informiert der MOBI-Terminkalender.

 

Spielen an und mit der Schule

Zusätzlich zum Spielen in den Stadtteilen bietet die MOBI auch spezialisierte Projekte für Kinder in der Schule an. Die Laufzeit dieser Bildungsprojekte für Schulklassen erstreckt sich von einem Tag bis hin zu einer ganzen Woche. Ein- und mehrtägige Projekte ermöglichen 60-70 Schulkindern die Teilnahme. Das Augenmerk liegt hierbei auf der spielpädagogischen Bearbeitung eines Themenbereichs aus dem Unterricht. Beispiele solcher Projekte sind „Der Natur auf der Spur“, „Mobil durch Spiel“, „Abenteuerwald“ und „Fadenspiel“. Da diese Aktionen einen höheren Organisationsaufwand aufweisen, fallen für die Schulen kleinere Kostenbeträge an, welche im Voraus besprochen werden können.

Das einwöchige Angebot richtet sich vornehmlich an Grund- und Werkrealschulen, welche in der Ausführung solcher Projekte eingeübt sind, denn bei einer solchen Aktion nimmt die ganze Schule teil! Ein Beispiel für eine solche kooperative spielpädagogische Bearbeitung stellt die „Werkstatt des Wissens“ dar – zusammen mit der Weinbrennerschule Karlsruhe, verwandelte die MOBI das gesamte Schulhaus in eine Wissenswerkstatt. Auch für solche Projekte fallen wie bei den anderen Schulprojekten Kosten an.

 

Badespaß bei der Sommer-Ferienaktion der MOBI. | Quelle: Mobile Spielaktion Karlsruhe

 

Spielen in den Ferien

Nicht nur in der Schule, sondern gerade auch in der schulfreien Zeit eröffnet die MOBI Kindern die Möglichkeit spielend zu lernen. Das Ferienprogramm der MOBI inszeniert mehrtägige Spiel- und Erfahrungswelten. Das Programm unterscheidet sich hierbei je nach Ferienzeit. Die Pfingstferien sind der Anlass für das KinderZirkusFestival, Kinder können hier spielend die Manege erobern.

In den Sommerferien können die Kinder das „Leben am Wasser“ mitsamt Schiff- und Brückenbau erleben. Der eigene Erfindungsgeist steht im Mittelpunkt der Herbstferien. Die Kinder erfinden und entdecken hierbei neue Spielformen und können sich auch musikalisch ausprobieren. Eine Anmeldung ist lediglich für das KinderZirkusFestival in den Pfingstferien nötig, alle weiteren Ferienprogramme sind anmelde- und kostenfrei.

 

Spaß in der Manege beim KinderZirkusFestival. | Quelle: Mobile Spielaktion Karlsruhe

 

Besondere Spielaktionen

Mit den bisher vorgestellten Aktionen ist das Angebot der MOBI jedoch noch nicht erschöpft. Zu besonderen Anlässen finden Sonderaktionen statt. Im Rahmen des Weltkindertags wird beispielsweise der „24h-Lauf für Kinderrechte“ organisiert. Die MOBI macht sich damit für die Rechte ihrer Auftragsgeber, den Kindern, stark. Die Notwendigkeit und der Erhalt von Kinderrechtskonventionen sowie dem Kinder- und Jugendhilfegesetz wird hierbei der Bevölkerung und auch den Kindern selbst nähergebracht.

Zusätzlich zu den von der MOBI selbst initiierten Veranstaltungen, kann die Mobile Spielaktion auch kostenpflichtig für Stadtteilfeste, Firmenfeiern und private Veranstaltungen gebucht werden. Auch die Leihe von einzelnen Spielgeräten ist möglich. Wer die MOBI buchen will oder sich näher über das Angebot informieren will, findet alle relevanten Informationen auf deren Internetseite.

 

Aus- und Fortbildung mit der MOBI

Neben der Arbeit mit Kindern macht sich die Mobile Spielaktion ebenfalls um die Ausbildung von Pädagogen verdient. Die MOBI ist als ergänzender Ausbildungsbetrieb konzipiert – pro Jahr können bis zu acht Praktikanten aufgenommen werden. Die Zusatzqualifikation Spielpädagogik kann mit abschließender Zertifizierung in einem Zeitraum von zwei Jahren bei der MOBI erworben werden. Bereits 45 Abschlüsse konnten so mit Hilfe der Mobilen Spielaktion erreicht werden. Zusätzlich werden für spielinteressierte Erwachsene und Pädagogen Wochenendseminare angeboten.

All dies macht die Mobile Spielaktion Karlsruhe zu einer Institution, für die das Wohl und die Zukunft von Kindern immer an erster Stelle steht.

 

Standort der Mobilen Spielaktion

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