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Kindertagesstätten in der Fächerstadt
Kita in Karlsruhe – eine vielfältige Kinderbetreuung

Kindertagesstätten in der Fächerstadt Kita in Karlsruhe – eine vielfältige Kinderbetreuung

Quelle: Pixabay

Die Kita-Vielfalt in Karlsruhe ist groß, denn knapp 200 verschiedene Kindertagesstätten gibt es in der Fächerstadt. Diese sind meist von unterschiedlichen Trägern und mit variierenden Konzepten, damit für jedes Kind die passende Kita möglich ist.

Kita Karlsruhe – eine große Vielfalt

In Karlsruhe gibt es mehr als 10.000 Plätze für Babys und den Nachwuchs im Vorschulalter – verteilt über das gesamte Stadtgebiet. Viele Kindertagesstätten in Karlsruhe setzen sich aus Kinderkrippe und Kindergarten zusammen. Während in Krippen ausgebildete Erzieher die Kinder von null bis drei Jahren betreuen, sind die kleinen Besucher im Kindergarten zwischen drei und sieben Jahre alt.

Die inhaltliche Ausrichtung ist sehr unterschiedlich: Sowohl die Träger der Einrichtungen als auch ihre pädagogischen Konzepte variieren. So gibt es in der Fächerstadt Kitas mit Schwerpunkt Bewegung, Wald oder Montessori. Außerdem sind in Karlsruhe interkulturelle und bilinguale Einrichtungen zu finden. Auch die Gebühren für einen Betreu­ungs­platz unter­schei­den sich – je nach Träger der Einrich­tung, der Ange­bots­form, dem Alter des Kindes, den Essensmöglichkeiten und den zusätz­li­chen ­Leis­tun­gen.

 

Kindertagesstätte Karlsruhe – Entwicklung

Im 19. Jahrhundert kam es in Deutschland zu einer Gründungswelle von öffentlichen Einrichtungen, in denen Kindererziehung im Mittelpunkt stand. Für Säuglinge und Kleinstkinder wurden ab 1844 die ersten Krippen eingerichtet, zuerst in Bayern, Baden-Württemberg und Preußen. Etwa 500 bis 600 Einrichtungen gab es bereits um 1850 insgesamt in Deutschland.

Kindertagesstätten – Motive

  • Sozialfürsorgerisches Motiv

Im 19. Jahrhundert kam es zu einem großen Bevölkerungsanstieg und zu einer Massenarmut. Die Folge: Viele Mütter waren gezwungen, sich eine Arbeit zu suchen. Da dadurch viele Kinder zunächst oft tagelang ohne Aufsicht waren, sollte durch die Gründung von Kindertageseinrichtungen Abhilfe geschaffen werden.

  • Bildungspolitisches Motiv

Vertreter der sogenannten Volksschullehrerschaft sahen es als wichtig an, dass Kinder eine vorschulische Einrichtung besuchen – unabhängig von ihrem familiären Betreuungsbedarf. Kindertageseinrichtungen sollten eine erste Stufe des Bildungssystems sein und ein frühkindlicher Bildungsort. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann sich eine eigenständige Kindergartenpädagogik zu entwickeln, die sich bewusst von der Schule abgrenzte. 1922 wurde mit der Verabschiedung des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes die traditionelle Fürsorgefunktion der Kindertagesstätten festgeschrieben. Eine Integration der Kitas in das Bildungssystem erfolgte jedoch nicht – auch nicht nach dem Zweiten Weltkrieg.

Fokus der Politik

Seit der Jahrtausendwende sind Kitas und die frühe kindheitliche Erziehung wieder mehr in den Fokus der Politik geraten. Unter anderem deshalb, weil die Ergebnisse der Pisa-Studie im Jahr 2000 sehr schlecht waren. Die Konsequenz: Sowohl die Ausbildung der Erzieher wurde diskutiert als auch Themen wie Inklusion und die Krippenpädagogik. Zwischen 2002 und 2006 wurden in allen Bundesländern Bildungs- und Erziehungspläne veröffentlicht, die eine Einheitlichkeit in die konzeptionelle Vielfalt der Einrichtungen bringen sollten – sie haben jedoch vorrangig Empfehlungscharakter und dienen zur Orientierung. Seit 2013 gibt es außerdem einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder vom vollendeten ersten Lebensjahr an bis zur Einschulung. Rund 770.000 Kinder unter drei Jahren werden derzeit in einer Kindertageseinrichtung oder einer öffentlich geförderten Kindestagespflege betreut. Laut dem Institut für deutsche Wirtschaft Köln fehlen aber weiterhin allein 230.000 Plätze für unter Dreijährige.

 

Kita-Anmeldeportal „smartkita“ in Karlsruhe

Das smartkita-Anmeldeportal ist ein Such- und Anmeldesystem für Kinderbetreuungsplätze, welches träger- und einrichtungsübergreifend ist. Eltern finden darüber schnell und übersichtlich die im Stadtkreis Karlsruhe vorhandenen Kindertageseinrichtungen, die Betreuungskonzepte und die entsprechenden Angebotsformen. Die Betreuungsplätze für das Kindergartenjahr, das immer am 1. September startet, erfolgt in den Monaten März und April. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern ihre Anfragen bis zum 15. Februar des jeweiligen Jahres abschicken.

Kriterien –  Vergabe der Plätze

  • Jedes Kind kann im System nur einmal erfasst werden
  • Die Warteliste orientiert sich an den bedarfsorientierten Aufnahmekriterien der jeweiligen Einrichtung
  • Die Wartezeit hängt grundsätzlich ab vom Alter des Kindes, der gewünsch­ten Betreu­ungs­form und der aktuel­len re­gio­na­len Nachfrage
  • Die Kinder­ta­ges­ein­rich­tung entscheidet in Absprache mit dem Träger über die Vergabe
  • Kinder, die von einem Krippenplatz auf einen Kindergartenplatz wechseln, müssen erneut über das Kita-Portal angemeldet werden

Bei Fragen können sich Eltern via E-Mail an die Stadt wenden, die Adresse lautet support@kita.karlsruhe.de. Außerdem erteilen Mitarbeiter telefonisch von Montag bis Freitag zwischen 08:00 Uhr und 18:00 Uhr unter 0721/133-5537 Auskünfte. Persönliche Sprechzeiten des Supports der Stadt Karlsruhe zur Anmeldung im Kita-Portal sind dienstags und donnerstags von 09:00 Uhr bis 11:00 Uhr.

 

Träger der Kitas in Karlsruhe

Wenn es um die Träger der Kindertagesstätten in Karlsruhe geht, ist die Bandbreite groß. Eltern haben eine facettenreiche Auswahl, die passende Einrichtung für ihren Nachwuchs zu finden. Zu den öffentlichen Trägern gehören Behörden, Verbände oder gemeinnützige Vereine.

Zu den freien Trägern beispielsweise Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, die Arbeitwohlfahrt (AWO), Diakonie, Caritas, Elterninitiativen und privatwirtschaftliche Träger.

Städtische Kindertagesstätte Karlsruhe

Sprachbildung und -förderung stehen in der Städtischen Kindertagesstätte Karlsruhe ebenso auf dem Plan wie die Anregung von Kreativität und Fantasie. Die Einrichtung, die sich in Mühlburg befindet, ist täglich von 07:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet und besteht aus drei Gruppen, mit jeweils 15 Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt. Im Mittelpunkt steht das sogenannte infans-Konzept. Dieses setzt die individuelle Lebenssituation, die Bedürfnisse und die Beobachtung der Kinder in den Mittelpunkt. In der Einrichtung gibt es unter anderem eine Sprachinsel, einen Musikraum, einen Experimentierraum und eine Werkstatt.

Die Kinderarche – eine evangelische Kita

Das evangelische Weltbild steht im Fokus der Kinderarche in der Hertzstraße. Evangelische Kitas wie sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf die Herausforderungen der Zeit eingehen, eine qualifizierte elementare Bildung verfolgen und an die Reformation anschließen. Der evangelische Glaube ist die Grundlage für die fünf Lernfelder, die der Orientierungsplan vorgibt: für Denken, Gefühl und Mitgefühl, Sprache, Körper und Sinne. Die Kinderarche hat vier verschiedene Gruppen für Kinder zwischen einem und sechs Jahren, die von 14 sozialpädagogischen Fachkräften betreut werden.

educarre Bildungskindertagesstätte Wasserflöhe

„Raum für individuelle Möglichkeiten“ – so lautet das Motto von educcare. Der freie Träger hat es sich seit 2002 zum Ziel gesetzt, frühkindliche Bildung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie neu zu denken. Die Förderung der Kinder erfolgt ganzheitlich und umfasst die Bereiche Bewegung und Wahrnehmung, Sprache und Kommunikation, kreative und musische Förderung sowie Natur und Umwelt.

AWO Kindertagesstätte Bernstein

Demokratisches und soziales Handeln, Solidarität und die Förderung von alternativen Lebenskonzepten: All das steht im Mittelpunkt der Kitas der AWO. Viele AWO-Einrichtungen haben spezifische Profile – wie beispielsweise bilinguale Erziehung oder Sport. Letzteres steht bei der AWO Kindetagestätte Bernstein im Vordergrund. Sie eröffnet 1994 in Grünwinkel und ist vom Landesportverband zetrifiziert. In zwei Gruppen werden 42 Kinder zwischen drei und sechs Jahren betreut.

Kita Kinderhaus Kunterbunt

Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein, Toleranz und kritisches Denken sollen im Kita Kinderhaus Kunterbunt gefördert werden. Ins Leben gerufen hat die Einrichtung in der Karlsruher Nordstadt eine Elterninitiative. Im Kleinkindhaus haben zehn Kinder im Alter von einem bis drei Jahren Platz, im Kinderhaus sind 20 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Es gibt viele Räume und Platz sich auszutoben, zu basteln, sandeln oder in der Küche zu helfen.

Pro-Liberis gGmbH Kinderbetreuungseinrichtungen

Seit 2007 leistet Pro-Liberis mit mehr als 21 Kindertagesstätten in Stadt und Landkreis Karlsruhe einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.  Das Ziel ist es, die Bedürfnisse der Kinder und die Wünsche der Eltern bestmöglich zu erfüllen. Auf einer ganzheitlichen pädagogischen Basis arbeiten die Fachkräfte fortwährend daran, den Kindern ein perfektes Entwicklungsumfeld zu schaffen und die vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft zu den Eltern beständig zu pflegen und auszubauen.

 

Kindergarten Pro-Liberis | Pressebild

 

Montissori- & Waldkindergarten – Kita-Konzept

Nicht nur bei den Trägern, sondern auch bei der konzeptionellen Ausrichtung ist die Bandbreite der Kitas in Karlsruhe groß. Von Einrichtungen, die im Wald liegen, bis hin zu Sport-Kitas ist alles in der Fächerstadt zu finden.

Waldorf-Kindergarten Karlsruhe

Im Mittelpunkt des Waldorf-Kindergartens Karlsruhe steht Waldorfpädagogik und die Anthroposophie von Rudolf Steiner. Kernelemente sind feste, sich wiederholende Strukturen im Tagesablauf sowie das Prinzip der Nachahmung. Außerdem ist oft Eurythmie Teil des Konzeptes. Spielzeuge bestehen häufig aus Naturmaterialien wie Holz oder Wolle. Im Waldorf-Kindergarten Karlsruhe betreuen zwei Waldorferzieherinnen insgesamt 66 Kinder.

Waldfüchse Waldkindergarten Karlsruhe

Ein Waldkindergarten hat viele Vorteile: Er bietet Raum zum Spielen und Erkunden. Kinder können dort außerdem die Natur direkt erleben und viel Zeit im Freien verbringen. Der Waldfüchse Waldkindergarten hat im Hardtwald in der Nähe des Wildparkstadion sein Waldklassenzimmer. Dazu gehören neben viel Grün ein Schutzraum und eine Toilette. Fünf Fachkräfte und eine Auszubildende betreuen dort 30 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt.

element-i Kinderhaus Sportkita Wirbelwind

In direkter Nähe zum Fächerbad und zum SSC Karlsruhe befindet sich das element-i Kinderhaus Sportkita Wirbelwind. Ein großer Bewegungsraum und die Turnhalle des SSC Karlsruhe sind beide räumlich in die Kita integriert. Außerdem gehört ein großes Außengelände zur Sportkita, das direkt an das SSC-Sportgelände anschließt. Die Einrichtung ist vom Landessportverein Baden-Württemberg zertifiziert. Außerdem ist ein Koch in das Team integriert, der jeden Tag das Essen frisch zubereitet und die Kinder durch Gespräche über Ernährung informiert.

Das Montissori Kinderhaus

Der Montessori-Pädagogik Verein Karlsruhe steht hinter dem Montessori-Kinderhaus Karlsruhe, das sich in der Nordstadt befindet. Montessori stellt das Kind und seine Individualität in den Mittelpunkt. Der Nachwuchs soll frei lernen – ohne Einschränkung und ohne Wertung. Allein die eigene Motivation ist Antrieb genug, so der Ansatz. Das Montessori-Kinderhaus Karlsruhe bietet Platz für 44 Kinder ab zwei Jahren bis zum Schuleintritt. Es gibt zwei Gruppen – die Igel und die Sonne. Klar gegliederte Räume mit einer Lesecke, einem Maltisch und einer Bauecke sollen die Fantasie der Kinder anregen und ihnen Sicherheit und Orientierung geben.

Bilinguale Einrichtungen – les petits amis

Das Konzept der Zweisprachigkeit steht im Mittelpunkt: In der AWO-Kindestagesstätte les petits amis wird Deutsch und Französisch gesprochen. Die Kita eröffnete 2005 und befindet sich in der Südweststadt. In drei altersgemischten Ganztagesgruppen werden insgesamt 45 Kinder zwischen einem und sechs Jahren betreut. Deutsch- und französischsprachige Erzieherinnen arbeiten zusammen. Pro Gruppe ist jeweils eine Muttersprachlerin aus Frankreich darunter.

Kita Espira – nach skandinavischem Konzept

Nach dem Vorbild von skandinavischen Kitas arbeitet die Kita Espira in Knielingen. Das Konzept legt einen Schwerpunkt auf Chancengleichheit und gesicherte Qualität, die unabhängig ist von Merkmalen wie Geschlecht, Herkunft, Religion, Sprache und Behinderung. Espira ist die drittgrößte Kita-Kette in Norwegen. In Knielingen hat der deutsche Ableger am 01. September 2018 eröffnet. Die Kita bietet 110 Kindern im Alter von ein bis sechs Jahren Platz. Bewegung und Naturkunde sind außerdem wichtige Bestandteile des Espira-Konzepts.

 

Karlsruher Kitas im Überblick

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Soziales in Karlsruhe

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