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Pferderennbahn, Rheinbrücke & Raffinerie
Knielingen – der älteste Karlsruher Stadtteil

Pferderennbahn, Rheinbrücke & Raffinerie Knielingen – der älteste Karlsruher Stadtteil

Quelle: Zucht und Rennverein Karlsruhe-Knielingen e.V.

Karlsruhes ältester Stadtteil wurde 786 erstmals urkundlich erwähnt und trägt den Namen Knielingen. Im Nord-Westen der Fächerstadt liegt das über 2.000 Hektar große Knielingen, in Nachbarschaft mit den Stadtteilen Neureut, Nordweststadt und Mühlburg.

Knielingen – Geschichte & Leben

Knielingen gilt als der älteste urkundlich erwähnte Karlsruher Stadtteil. Im Jahr 786 wurde Knielingen zum ersten Mal unter dem Titel Cnutlinga im Codex des Klosters Lorsch erwähnt. Archäologische Ausgrabungen bestätigen zudem, dass Knielingen schon 2200 bis 800 Jahre v.Chr. besiedelt gewesen sein muss.

Teilweise geformt wurde Knielingen von Johann Gottfried Tulla und seiner Rheinbegradigung um 1817, welche den Verlust der linken Rheinseite zur Folge hatte und den Rhein in eine baden-württembergische sowie eine rheinland-pfälzische Hälfte teilt. Dennoch gilt Knielingen mit über 2.000 Hektar Fläche als Karlsruhes zweitgrößter Stadtteil – nur Durlach ist mit knapp 2.300 Hektar größer.

 

Knielingen - Wappen

Knielingen – Wappen | Quelle: Eric Reiff

 

Pendler kennen Knielingen aufgrund der durch den Stadtteil verlaufenden Bundesstraße B10, welche über die Rheinbrücke nach Rheinland-Pfalz führt und Karlsruhes Verbindung zum linksrheinischen Wörth darstellt. Südlich der Rheinbrücke befindet sich das Hofgut Maxau. Direkt am Rhein kann hier verweilt und gespeist werden, während die Kinder sich auf dem Spielplatz austoben können.

Neben Wohnfläche für die rund 10.300 Knielinger Einwohner, weist der Stadtteil auch eine hohe Dichte an Landwirtschaft, Grünflächen und natürlich Obstbäumen auf. Nicht ohne Grund lautet der Spitzname der Knielinger Holzbiere, welcher auf der hohen Anzahl von Wildbirnenbäumen auf Knielinger Gemarkung beruht. Selbst Knielingens rund 125 Meter hoher Hügel im Natur- und Landschaftsschutzgebiet Burgau, im Norden des Stadtteils, wurde nach dem Spitznamen der Knielinger Bürger benannt und heißt Holzbierebuckel.

 

Evangelische Kirche in Knielingen

Evangelische Kirche in Knielingen. | Quelle: Eric Reiff

 

Historische Gebäude in Knielingen

Da Knielingen einerseits sehr alt ist und andererseits weitgehend von Kriegszerstörungen verschont blieb, gibt es noch heute viele historische Gebäude im Stadtteil zu finden. Beispielsweise das 1472 urkundlich erwähnte Gasthaus zur Blume, welches damals als Badhaus des Markgrafen bezeichnet wurde und erst 1782 in ein Gasthaus umgewandelt wurde. Das Knielinger Rathaus verlor mit seiner Eingemeindung in die Fächerstadt 1935 seine ursprüngliche Funktion, allerdings besteht das Gebäude seit dem Jahr 1530, war bis 1815 mit einem Turm versehen und reiht sich in die Liste der historischen Knielinger Gebäude ein.

In der Kirchbühlstraße befindet sich Knielingens historische Kirche: 1498 wurde der erste Grundstein für die heutige Evangelische Knielinger Kirche gelegt. Als ein weiteres Beispiel gilt die Zoll- und Poststation, welche ebenfalls als eines der ältesten Knielinger Häuser gilt. Das Schul- und Lehrerhaus ist ein spätklassizistisches Gebäude, welches 1845 nach Plänen von Friedrich Weinbrenners Neffen Ludwig Weinbrenner erbaut wurde und beherbergt heute die Begegnungsstätte des Bürgerverein Knielingen e.V. 

 

Altes Schulhaus in Knielingen.

Altes Schulhaus in Knielingen. | Quelle: Eric Reiff

 

Karlsruhe-Knielingen – Industrie & Raffinerie

Über die Jahre entwickelte sich Knielingen nicht nur zu einem beliebten Wohnort, sondern auch zu einem bedeutenden Industriestandort. Beispielsweise wurde ein Standort des Technologiekonzerns Siemens 1950 in der Fächerstadt eröffnet. 1997 folgte die Ausweitung zu einem Siemens Industriepark, welcher auf einer 280.000 Quadratmeter großen Fläche über 4.500 Menschen einen Arbeitsplatz bietet.

Neben dem Unternehmen Siemens prägt die Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) seit Beginn der 1960er Jahre das Erscheinungsbild des Stadtteils. In Deutschlands größter Mineralölraffinerie entstehen jährlich rund 15 Millionen Tonnen Mineralölprodukte wie Benzin, Diesel, Heizöl, Propylen und Bitumen. Das MiRO-Gelände befindet sich im Norden des Stadtteils und ist mit 458 Hektar etwa so groß wie die Karlsruher Innenstadt.

 

MiRO Karlsruhe

MiRO Karlsruhe | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Knielinger See & Pferderennbahn

Der rund 80 Hektar große Knielinger See entstand Ende der 1950er Jahre als ein Kiesgrubensee auf der Fläche einer ehemaligen Rheinschlinge im Süden des Stadtteils. Mit der Einstellung der Baggerarbeiten Ende der 1980er Jahre wurde der See zu einem Natur- und Landschaftsschutzgebiet ernannt und wird heute zudem gerne als Angel- und Naherholungsgebiet genutzt. Das Baden ist im Knielinger See nicht erlaubt. Das rund 35 Hektar große Naturschutzgebiet Altrhein Maxau umfasst den nördlichen Teil des Knielinger See und grenzt im Westen an das Hofgut Maxau.

 

Trabrennbahn in Knielingen.

Trabrennbahn in Knielingen. | Quelle: Eric Reiff

 

Wetten voller Nervenkitzel und schnelle Pferde gibt es nicht nur auf der Rennbahn in Baden-Baden – auch die Fächerstadt hat eine eigene Pferderennbahn, welche sich im südlichen Bereich des Knielinger Stadtteils befindet. Der Zucht- und Rennverein Karlsruhe-Knielingen e.V. betreibt seit über 90 Jahren die Pferderennbahn, welche die alljährlich im Mai stattfindenden Karlsruher Pferderennen ausrichtet und die Karlsruher Region zu einem echten Renn-Feeling einlädt.

 

Zucht und Rennverein Karlsruhe-Knielingen

Luftaufnahme | Quelle: Zucht und Rennverein Karlsruhe-Knielingen e.V.

 

Überblick – Karlsruher Stadtteil Knielingen

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