News aus der Fächerstadt
Papierfabrik Stora Enso Maxau an Karlsruher Fernwärmenetz angeschlossen

News aus der Fächerstadt Papierfabrik Stora Enso Maxau an Karlsruher Fernwärmenetz angeschlossen

Quelle: Melanie Hofheinz

Nach zweijähriger Bauzeit fließt ab jetzt Wärme aus dem Industriekraftwerk der Papierfabrik Stora Enso Maxau in das Fernwärmenetz der Fächerstadt. Dadurch wird die Karlsruher Fernwärme noch nachhaltiger und unabhängiger von fossilen Energieträgern.

Papierfabrik an Fernwärmenetz angeschlossen

Die Installationsarbeiten an der neuen 1,5 Kilometer langen Fernwärme-Verbindungsleitung vom Betriebsgelände der Papierfabrik Stora Enso Maxau GmbH (SEM) an die von der Raffinerie MiRO kommende Fernwärme-Transportleitung sind abgeschlossen.

Nach zweijähriger Bauzeit fließt ab jetzt Wärme aus dem Industriekraftwerk der Papierfabrik in das Fernwärmenetz der Fächerstadt. Am Donnerstagsnachmittag, 16. Februar 2023, wurde während eines Pressegesprächs auf dem Gelände der Papierfabrik, über den Fernwärmenetz-Anschluss informiert.

 

Papierfabrik Stora Enso Maxau | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Versorgung von jährlich rund 5.000 Haushalten

„Die ‚Kalt‘-Inbetriebnahme der Heizkreisläufe gelang trotz einiger technischer Herausforderungen zum Jahresende. In enger und lösungsorientierter Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Karlsruhe und der Raffinerie MiRO konnte nun zum ersten Mal Fernwärme in das Karlsruhe Fernwärmenetz eingespeist werden“, teilte Joachim Grünewald, Geschäftsführer der Stora Enso Maxau GmbH, während der Presskonferenz mit.

Die jährlich von der SEM zur Verfügung gestellte Wärmemenge wird mit rund 50.000 Megawattstunden prognostiziert. Rechnet man die Einspeisemenge auf Haushalte um, so reicht das, um jährlich rund 5.000 Karlsruher Haushalte mit Fernwärme zu versorgen. Die damit verbundene zusätzliche CO₂-Einsparung beträgt rund 11.500 Tonnen CO₂ pro Jahr.

 

Joachim Grünewald, Geschäftsführer der Stora Enso Maxau GmbH und Michael Homann, Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe (v.l.) | Quelle: Melanie Hofheinz

 

„Weiterer Meilenstein in Bezug auf die Karlsruher Wärmewende“

„Die Stora Enso Maxau GmbH ist damit für uns zu einem wichtigen Lieferanten klimafreundlicher Fernwärme geworden. Gemeinsam ist uns damit ein weiterer Meilenstein in Bezug auf die Karlsruher Wärmewende gelungen“, so Michael Homann, Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe.

 

200 Millionen Euro in zehn Jahren investiert

Die Kosten der Maßnahmen bei der Stora Enso Maxau GmbH liegen bei 2,7 Millionen Euro. Die Stadtwerke Karlsruhe investieren 5,5 Millionen Euro. In den letzten zehn Jahren flossen rund 200 Millionen Euro in den Fernwärme-Ausbau, informierte Homann und teilte mit, dass man auch in den nächsten Jahren in ähnlicher Größenordnung in die Fernwärme investieren wolle.

Rund 43.000 Wohneinheiten können derzeit in Karlsruhe mit Fernwärme versorgt werden. „Wir wollen bis 2025 bei 50.000 Wohneinheiten angekommen sein – das sind ungefähr 30-35 Prozent aller Wohnungen in Karlsruhe“, so Homann weiter.

 

| Quelle: Melanie Hofheinz

 

Möglich dank neuer hocheffizienten Turbine

Zur Versorgung der Papierfabrik mit Prozessdampf und elektrischer Energie hat die SEM einen Wirbelschichtkessel, der zu über 80 Prozent mit Biomasse betrieben wird, mit zugehörigen Dampfturbinen in Betrieb. Die Turbinen werden im kombinierten Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK-) und Kondensationsbetrieb eingesetzt.

Durch den Bau einer neuen, hocheffizienten Turbine ergab sich ein weiteres KWK-Potential von rund 40 Tonnen Dampf pro Stunde, das die Partner Stora Enso Maxau und Stadtwerke Karlsruhe nun für die Fernwärmeversorgung nutzen.

 

Blick in die Papierfabrik. | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Drei Hauptlieferanten der Karlsruher Fernwärme

Die Karlsruher Fernwärme stammt bereits heute zu rund 90 Prozent aus industrieller Prozessabwärme und aus Abwärme der Stromerzeugung in sogenannter Kraft-Wärme-Kopplung (kurz KWK). Hauptlieferanten sind MiRO und das Rheinhafen-Dampfkraftwerk der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) und nun die Stora Enso Maxau.

Aus allen drei Anlagen wird Abwärme konsequent für die Fernwärmeversorgung genutzt, die sonst verloren ginge. Das spart Ressourcen, schont die Umwelt und das Klima. Nur wenn die Liefermengen aus den genannten Anlagen nicht ausreichen, erzeugen die Stadtwerke selbst mit einem Heizkraftwerk und zwei Heizwerken Wärme.

 

Fernwärme wird nachhaltiger und unabhängiger

Für diese Art der Fernwärme-Herstellung benötigen die Stadtwerke fossiles Erdgas. Diese zusätzlich produzierte Fernwärme ist weniger energieeffizient, da sie extra hergestellt werden muss und nicht, wie im Falle der industriellen Abwärme, ohnehin existiert.

Durch die Anbindung der Stora Enso Maxau GmbH wird sich der Teil der eigens mit Erdgas produzierten Wärme reduzieren und macht die Karlsruher Fernwärme somit noch nachhaltiger und unabhängiger von fossilen Energieträgern.

 

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