Corona in Baden-Württemberg
Polizei nutzt Corona-Kontakterfassungsdaten für Ermittlungen

Corona in Baden-Württemberg Polizei nutzt Corona-Kontakterfassungsdaten für Ermittlungen

Quelle: Thomas Riedel

Staatsanwaltschaften und Polizei haben einem Bericht zufolge seit 2020 in mehr als 100 Ermittlungsverfahren bundesweit auf persönliche Daten aus der Luca-App oder auf andere Formen der Corona-Kontakterfassung zurückgegriffen.

Das geht aus einer Umfrage des ZDF-Nachrichtenportals «heute.de» unter allen Staatsanwaltschaften und Landesdatenschutzbeauftragten hervor. In mindestens fünf Fällen wurden die Daten verwendet, obwohl dem Bericht zufolge das Infektionsschutzgesetz dies zu dem Zeitpunkt nicht zuließ.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart teilte dem ZDF mit, die Polizei habe im Juli 2021 die Gästeliste einer Veranstaltung wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts ausgewertet. Eine Sprecherin der Anklagebehörde sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur ergänzend, die Auswertung habe nicht zum Erfolg geführt. Der mutmaßliche Täter sei infolge anderer Umstände gefasst worden. Er müsse sich gerade wegen Verdacht des versuchten Totschlags vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Hintergrund sei eine Auseinandersetzung gewesen, bei der auch ein Messer zu Einsatz gekommen sein soll.

Die Staatsanwaltschaft Mainz wertete zum Beispiel die Daten von 21 Personen aus der Luca-App aus, um Zeugen eines Treppensturzes in einer Gaststätte zu finden. Im Sommer 2021 prüfte die Polizei nach Angaben der Staatsanwaltschaft Koblenz die Papierliste eines Gastwirts, um einem Dieb auf die Spur zu kommen.

Ein Sprecher des Bundesdatenschutzbeauftragten kritisierte dem Bericht zufolge Regelungen, nach denen in den meisten Bundesländern die Corona-Warn-App des Bundes nicht als Alternative zur Luca-App erlaubt sei: «Mit dem Check-In der Corona-Warn-App steht eine Lösung bereit, bei der aufgrund des dezentralen Ansatzes eine unerlaubte Datenabfrage nicht möglich ist.» Erkenntnisse über unzulässige Datenabfragen bei den vom Bundesdatenschutzbeauftragten beaufsichtigten Stellen, etwa dem Bundeskriminalamt und der Bundespolizei, lägen derzeit nicht vor.

 

Weitere Nachrichten

Nach Sturz aus Bahn in Karlsruhe: Auch Landgericht lehnt U-Haft ab

Nach dem Sturz eines Mannes aus einem fahrenden Zug hat das Amtsgericht einen Haftbefehl verweigert. Dagegen ging die Staatsanwaltschaft vor. Wie das Landgericht nun seine Entscheidung begründet.

Fische als Deko missbraucht – Karlsruher Lokal missachtet Tierschutz

Zu viele Fische, zu wenig Licht: Nach einer Bürgerbeschwerde nimmt die Veterinärbehörde ein Aquarium im Gastraum eines Lokals unter die Lupe – und stellt dabei gleich mehrere Verstöße fest.

Konstanz bekommt ab September neue Touristen-Attraktion

250.000 Menschen werden pro Jahr erwartet: In Konstanz lockt bald eine neue Attraktion mit historischem Bezug. Der Rundbau soll bald öffnen.

Gewerkschaft fordert: Feuerwehren besser auf Waldbrände vorbereiten

Gewerkschaftschef Siegfried Maier fordert Schneisen und Wasserdepots, damit Feuerwehren bei Waldbränden schneller reagieren können.

Grundwasser im Südwesten erreicht neue Tiefststände

An jeder vierten Messstelle im Südwesten werden neue August-Tiefstwerte beim Grundwasser gemessen. Was das für die Wasserversorgung bedeutet.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.