News aus Baden-Württemberg
Schlauch im Rucksack: Feuerwehren im Land rüsten sich für Waldbrände

News aus Baden-Württemberg Schlauch im Rucksack: Feuerwehren im Land rüsten sich für Waldbrände

Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa
dpa

Waldbrände sind inzwischen auch ein Problem für den Südwesten. Der Klimawandel fördert Extremwetter mit Hitze, Wind und Trockenheit. Bei den Feuerwehren sind viele Ideen gefragt, um der Gefahr zu begegnen.

Fahrzeuge, Gerät, Einsatzkleidung: Viele Feuerwehren im Südwesten müssen sich auf das steigende Risiko von Waldbränden einstellen. Die Ausstattung sei «im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten» bereits ergänzt worden, berichtete der Gemeindetag Baden-Württemberg auf Anfrage. Für Feld- und Waldbrände gebe es inzwischen auch Alarm- und Einsatzpläne.

Bei zwei Feuerwehren in Südbaden sind vor allem Eigeninitiative und Improvisationstalent gefragt. Die Freiwillige Feuerwehr in Münstertal im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald rüstete ein älteres Unimog-Fahrzeug mit einem Wassertank und Handwerkszeug wie Feuerpatschen zum Ausschlagen von Bodenbränden aus.

Kommandant Matthias Riesterer und seine Einsatzkräfte packten zudem schwere Rucksäcke, um schneller Schläuche und anderes Löschgerät ins oft unwegsame Gelände zu bringen. «Wir hatten einen Waldbrand und mussten das Gerät per Hand hochschleppen. Wir haben gemerkt, dass wir etwas ändern müssen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Wie Kreisbrandmeister Alexander Widmaier berichtete, gehören diese Rucksäcke bisher nicht zur Standardausrüstung.

Ein weiteres großes Thema ist die Einsatzkleidung. Bei der Freiwilligen Feuerwehr im benachbarten Staufen hängt schwere Schutzkleidung im Spind, die für Gebäudebrände gemacht ist. Auf den Schränken sind Helme aufgereiht. Für längere Einsätze im Freien ist hingegen eine leichtere Kleidung nötig.

Die Feuerwehr in Münstertal behilft sich mit älteren Schutzanzügen, deren Innenfutter entfernt wird. «Die Kommunen haben nicht so viel Geld», resümierte der Staufener Kommandant Rainer Brinkmann.

Der Trend zu mehr Einsätzen im Freien unter schwierigen Bedingungen macht sich auch beim Spezialbekleidungshersteller S-Gard im nordrhein-westfälischen Heinsberg bemerkbar. Er verzeichnet eine verstärkte Nachfrage nach Anzügen für das Bekämpfen von Flächenbränden, wie Marketingleiterin Johanna Schmitz berichtete. Das betreffe ganz Deutschland, regionale Schwerpunkte gebe es nicht.

Muss auch beim Fahrzeugpark umgedacht werden? «Die meisten Feuerwehren haben überhaupt keine geländegängigen Fahrzeuge», meinte der Staufener Kommandant Brinkmann. Der Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbands, Stefan Hermann, plädierte dafür, genau hinzuschauen, welche Fahrzeuge tatsächlich an Ort und Stelle gebraucht werden. «Eine Situation, dass man von der Straße runtergeht, ist in Baden-Württemberg äußerst selten.»

Minister im Südwesten hatten erst Mitte Juni vor der Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden gewarnt. «In der Folge des Klimawandels sind die Waldbrandrisiken im Land insgesamt deutlich gestiegen», resümierte Agrarressortchef Peter Hauk (CDU).

Im Zuge der globalen Erwärmung steigt in vielen Regionen die Waldbrandgefahr, wie etwa der Weltklimarat IPCC festgestellt hat. Zwar kann ein wärmeres Klima dazu beitragen, dass mehr Wasser vom Himmel fällt, auch häufiger in Form von Starkregen. Die Zeiträume ohne Niederschläge werden aber teils länger. Und gerade in ohnehin trockenen Gebieten wie im Nordosten Deutschlands steigt die Gefahr von Dürreperioden. In extrem trockener Vegetation können sich Waldbrände schneller ausbreiten.

Feuerwehren im Land bekämpften im vergangenen Jahr 123 Waldbrände – das übertraf deutlich den Durchschnitt der vergangenen Jahre. Es standen im ganzen Land zusammen 25 Hektar Wald in Flammen. Das entspricht ungefähr der Größe von 35 Fußballfeldern.

 

Nachrichten aus Karlsruhe

Redaktionstipp

Hier wird gefeiert: Die Veranstaltungen am zweiten Juli-Wochenende in Karlsruhe

Am Wochenende vom 10. bis 12. Juli 2026, warten in Karlsruhe verschiedene Veranstaltungen auf ihre Gäste - während zwischen Livemusik, Informationen, Geselligkeit und sportlichen Engagement gewählt werden kann - finden alle unter freiem Himmel statt.

Ein Ort, der niemals schließt: KIT-Bibliothek feiert 24/7-Jubiläum

Am 24. April 2006 nahm die Bibliothek der damaligen Universität Karlsruhe als eine der ersten vollautomatisierten wissenschaftlichen Großbibliotheken Deutschlands einen 24/7-Betrieb auf. Seither ist die jetzige Bibliothek Süd des KIT ein Ort, der niemals schließt.

41 Standorte: Initiative "Stillfreundliche Orte" in Karlsruhe wächst

Ein Jahr lang haben Gleichstellungsbeauftragte, Kinderbüro und der Hebammenverband Baden-Württemberg e. V. für die Kampagne "Stillfreundliche Orte" geworben, Gespräche geführt sowie Sticker und Informationsmaterial verteilt. 41 Orte gibt es bislang.

Notsicherungsmaßnahmen an der Klosterruine Frauenalb starten

Ende 2025 musste die Klosterruine Frauenalb für die Öffentlichkeit gesperrt werden, nachdem Untersuchungen ergeben haben, dass lose Mauerteile und instabile Gesteinspartien ein Sicherheitsrisiko darstellen. Am 08. Juli 2026 beginnen Notsicherungsmaßnahmen.

EnBW startet Bau für Hochleistungs-Schnellladepark in Karlsruhe

Die EnBW startet am Konzernsitz in der Durlacher Allee in Karlsruhe mit dem Bau eines öffentlichen Schnellladeparks. Auf dem Grundstück entstehen an der Ecke Gerwigstraße/Ostring im ersten Schritt zwölf, perspektivisch bis zu 20 Hochleistungsladepunkte.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.