Corona in Baden-Württemberg
Streit um Maskenpflicht in Schulen kocht wieder hoch

Corona in Baden-Württemberg Streit um Maskenpflicht in Schulen kocht wieder hoch

Quelle: Matthias Balk

Erst rauf, dann runter und jetzt wieder rauf? Schüler und Eltern sind verunsichert, weil sich immer mehr Kinder und Jugendliche mit dem Coronavirus anstecken. Sie wollen die Maskenpflicht in den Klassenzimmern zurück. Auch einige Lehrer haben sie dabei im Boot.

Wenige Wochen nach dem Ende der Maskenpflicht im Unterricht flammt die Debatte über ausreichenden Schutz vor dem Coronavirus in den Klassenzimmern wieder auf. Schüler, Eltern und mehrere Lehrerverbände wollen angesichts der steigenden Zahl von Corona-Fällen an Schulen die Maskenpflicht bereits von der kommenden Woche an zurück. «Der Versuch, auf Masken im Unterricht zu verzichten, hat zunehmend mehr Corona-Ausbrüche an unseren Schulen verursacht», heißt es in einer Stellungnahme von Landesschülerbeirat, Landeselternbeirat, Philologenverband und Realschullehrerverband. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stimmt der Forderung zu.

An vielen Schulen habe es Quarantänemaßnahmen gegeben, es sei massiv Unterricht ausgefallen, argumentierten die Beiräte und Verbände am Donnerstag. Die Schulen müssten aber offene und zugleich sichere Orte bleiben. Deswegen sollten nach den Herbstferien wieder Masken im Unterricht getragen werden.

Im Südwesten müssen Schüler im Unterricht seit dem 18. Oktober keinen Mund- und Nasenschutz mehr tragen, wenn sie an ihrem Platz sitzen. Auch Lehrerinnen und Lehrer können im Unterricht auf die Maske verzichten, sofern sie den Mindestabstand von 1,5 Metern zu den Schülerinnen und Schülern einhalten. Überall sonst im Schulgebäude muss weiterhin eine Maske getragen werden. In Grundschulen entfällt die Maskenpflicht im Klassenzimmer komplett.

Masken am Platz müssen laut Kultusministerium wieder getragen werden, wenn die Corona-Alarmstufe des Landes greife, hieß es. Sie tritt nach der Corona-Verordnung des Landes in Kraft, sobald 390 Covid-19-Patienten an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen auf Intensivstationen behandelt werden oder die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz an fünf Werktagen in Folge bei 12 liegt. Auch wenn es in einer Klasse einen positiven Corona-Fall gibt, müssen die Schüler der jeweiligen Lerngruppe oder Klasse die Masken an ihren Plätzen wieder nutzen.

«Der Versuch, aus pädagogisch-psychologischen Erwägungen heraus die Maskenpflicht im Unterricht abzuschaffen, ist durch das Wiederaufflammen des Pandemiegeschehens vorerst gescheitert», heißt es allerdings in der Stellungnahme der Verbände. Das zeigten auch die Inzidenzen der 5-14-Jährigen in den Bundesländern ohne Maskenpflicht. «Masken im Unterricht helfen stark, Ansteckungen zu vermeiden», schreiben die Schüler, Eltern und Lehrerverbände.

Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes (LGA) liegt der Anteil der Menschen bis 19 Jahren unter den Infizierten in Baden-Württemberg bei 27 Prozent. Kurz vor den Herbstferien (Stand 29. Oktober) waren laut Kultusministerium 198 auf Covid-19 positiv getestete Lehrkräfte gemeldet. Das entspricht 0,14 Prozent aller Lehrerinnen und Lehrer in Baden-Württemberg. 126 Lehrerinnen und Lehrer sind in Quarantäne. Zudem wurden 3395 infizierte Schülerinnen und Schüler gemeldet (0,23 Prozent der Schülerschaft), 3019 befinden sich in Quarantäne.

Die GEW will sich nicht an den Zahlen festhalten. «Auch wenn kaum Kinder und Jugendliche schwer erkranken, wissen wir noch viel zu wenig über Langzeitfolgen einer Covid-Infektion», sagte Monika Stein, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), auf Anfrage. «Warum jetzt unnötig ins Risiko gehen? Vor einem Jahr haben wir es im Dezember bereut, dass wir im Herbst nicht vorsichtiger waren.» Masken und regelmäßige Tests seien richtig und wichtig, um Schulen vor Infektionen zu schützen. «Wir schlagen vor, die Maskenpflicht beizubehalten.»

 

Weitere Nachrichten

Freundin getötet? Mann aus Raum Karlsruhe bleibt in Schweden in Haft

Ein 33-jähriger Deutscher soll im Schweden-Urlaub seine Freundin getötet haben. Nach der Auslieferung kommt es zur Haftverhandlung - und das Gericht trifft eine Entscheidung.

Fahrplanwechsel ab Mitte Dezember: Das ändert sich bei der Bahn im Land

Berlin, Paris, Wien oder die Ostseeküste: Mit dem Fahrplanwechsel bekommen die Menschen in Baden-Württemberg auf manchen Strecken mehr oder ganz neue Verbindungen. Es gibt aber auch Einschränkungen.

Grenzkontrollen: Immer weniger illegale Einreisen nach Baden-Württemberg

Seit rund zwei Jahren finden an den deutschen Außengrenzen wieder Kontrollen statt – auch an den Landesgrenzen von Baden-Württemberg zu der Schweiz und Frankreich. Wie entwickeln sich die Zahlen?

Gewalt gegen Frauen: Kaum freie Plätze in Frauenhäusern in Baden-Württemberg

Die Gewalt gegen Frauen nimmt bundesweit zu – auch im Südwesten. In Frauenhäusern sollen die Betroffenen und ihre Kinder Schutz finden. Was aber, wenn es keine freien Plätze gibt?

Prognose für 2027: Arbeitslosigkeit steigt - aber weniger stark

Die Arbeitsagentur rechnet 2027 mit mehr Arbeitslosen in Baden-Württemberg. Allerdings falle der Anstieg deutlich schwächer aus als in den Vorjahren. Vor allem eine Branche trifft den Südwesten.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.