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Kongresszentrum Karlsruhe
Stadthalle in Karlsruhe – kein Ende der Bauarbeiten in Sicht

Kongresszentrum Karlsruhe Stadthalle in Karlsruhe – kein Ende der Bauarbeiten in Sicht

Quelle: Peter Eich

Die Karlsruher Stadthalle bleibt weiterhin für Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten geschlossen. Seit 2017 sind diese im Gang und viele, zuvor nicht einkalkulierte Probleme, zögern ein Ende der Bauzeit sowie die Kosten weiterhin ins Ungewisse hinaus.

Kongresszentrum – Stadthalle Karlsruhe

Die Stadthalle in Karlsruhe ist Teil des Kongresszentrums der Fächerstadt. Dieses befindet sich, wie auch die Stadthalle selbst, in der Karlsruher Südweststadt. Insgesamt umfasst das Kongresszentrum etwa 20.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, welche in vier Hallen, die um den Festplatz angeordnet sind, aufgeteilt ist. Das Kongresszentrum Karlsruhe ist das größte innerstädtische Kongresszentrum Deutschlands und wird von der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH betrieben.

Eine dieser Veranstaltungshallen ist die Stadthalle, die sich im nördlichen Festplatzbereich und befindet sich in Gesellschaft der Schwarzwaldhalle, der Gartenhalle sowie des Konzerthauses. Die Karlsruher Stadthalle ist bereits über hundert Jahre alt und im Jahre 1915 errichtet. Nachdem sie kriegbedingt 1945 zerstört wurde, erfolgte von 1979 bis 1985 der Neubau der Halle. Von der früheren Stadthalle ist daher nur noch der denkmalgeschützte Säulengang an der Südseite erhalten. Die Stadthalle bietet mit fünf Veranstaltungssäle für insgesamt 4.000 Personen viel Fläche für Veranstaltungen. Die fünf Konferenzräume sowie 17 Seminarräume und drei Foyers mit einer Gesamtnutzfläche von rund 13.000 Quadratmeter gehören zudem zum Repertoire der Karlsruher Stadthalle.

 

Stadthalle Karlsruhe | Quelle: Peter Eich

 

Stadthalle muss modernisiert werden

Da die Stadthalle bereits einige Jährchen auf dem Buckel hat, ist das Gebäude inzwischen sowohl technisch, als auch optisch in die Jahre gekommen. Neben Mängeln in der Haustechnik, bestehen auch einige veraltete Oberflächen. Zudem macht, wie auch aktuell der Europahalle, der Brandschutz der Stadthalle zu schaffen. Insbesondere hier sind bauliche Veränderungen erforderlich. Um eine technische und gestalterische Modernisierung kommt die Karlsruher Stadthalle also nicht herum. Bereits im April 2016 erfolgte die Beauftragungen der Planungen, auf Juli 2017 wurde der Bautermin angesetzt und, da die Modernisierungsmaßnahmen nicht bei laufendem Betrieb stattfinden können, die Wiederinbetriebnahme für September 2019 geplant. Doch dieser Termin ist inzwischen nicht mehr einzuhalten.

Bauverzögerungen & höhere Kosten

Denn auch wenn pünktlich um Juli 2017 die Stadthalle gesperrt wurde und im folgenden September die Bauarbeiten begannen, so musste nur kurze Zeit später, unter anderem aufgrund von einer unerwartet umfangreichen Schadstoffsanierung sowie aufwendigen Arbeiten in der Lüftungs- und Klimatechnik, der geplante Bauzeitraum korrigiert werden – das war bereits im März 2018 klar. Die Gründe sind ein Streit zwischen der Stadt Karlsruhe und einem beauftragten Ingenieurbüro sowie die Abweichungen der Bauausführung von den Bestandsplänen, begrenzte Einbauhöhen im Bestand in Verbindung mit den Anforderungen der modernen Technik, Bestandsdefizite vor allem beim Brandschutz und die Auslastung des Tragwerks, die nur sehr begrenzt zusätzliche Eingriffe in Form von Öffnungen oder Durchbrüchen zulässt, informierte die Stadt Karlsruhe zuletzt im April 2019.

 

Stadthalle – Neues Update | August 2019

Am Dienstag, den 20. August 2019, informierte die Stadt Karlsruhe, Bauherrin der Stadthallen-Sanierung, über den aktuellen Stand. Eine Antwort auf die beiden wichtigen Fragen: „Wann steht die Stadthalle wieder zur Verfügung und was kostet das Bauprojekt am Ende?“ konnten weder die Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz, noch Baubürgermeister Daniel Fluhrer beantworten. Der letzte Stand aus 2019 waren geschätzte Kosten von rund 80 Millionen Euro sowie eine Wiedereröffnung nicht vor Ende 2021. Doch nun rudern die Verantwortlichen bezüglich einer konkreten Baudauer und möglicher Kosten zurück.

Bauliche Herausforderungen & juristische Fragen

„Es ist nie einfach im Bestand zu bauen, dies bringt immer Risiken mit sich. Dennoch wollen wir mit voller Kraft und so schnell wie möglich die Arbeiten vollenden. Uns ist bewusst, dass die aktuellen Probleme sowohl bei den Bürgern, als auch im Gemeinderat, auf Unverständnis stößt. Doch der zeitliche und finanzielle Rahmen kann derzeit nicht seriös festgelegt werden“, erklärt Luczak-Schwarz. „Wir befinden uns bei diesem herausfordernden Projekt in einer sehr schwierigen Phase – zudem sind wir noch nicht über dem Berg.“ Zu den baulichen Herausforderungen, kommen zusätzlich auch juristische Fragen, die bislang noch offen seien. Hierbei spielen beauftragte Büros, die Terminzusagen nicht einhielten,  eine Rolle. Diese wird die Stadt Karlsruhe in Regress nehmen.

 

Das passiert aktuell auf der Baustelle

Auf der Baustelle der Stadthalle passiert aktuell übrigens recht wenig. „Vielleicht zwei Hände voll Arbeiter, in jedem Fall aber viel zu wenige, sind dort aktuell“, sagte die Leiterin des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft, Anne Sick. Der Grund für die derzeit stockenden Arbeiten, seien die gebäudetechnische Gesamtplanung, welche noch nicht vollständig vom TÜV abgenommen sei – hierzu zählt unter anderem die Sprinkleranlage. Die TÜV-Abnahme, welche den gesamten Bauprozess begleitet, verlangsamt das Vorgehen an manchen Stellen ebenfalls. Zudem tüfteln die Arbeiter wie Installationen auf engem Raum verlegt und parallel die Traglasten nicht überschritten werden können. Einige Arbeiten sind allerdings auch schon komplett abgeschlossen. So sind die Toiletten in den Foyers, der Pressezentrum oder der Küchenaufzug bereits vollendet.

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