Corona in Baden-Württemberg
Start der Impfpflicht im Gesundheitswesen: Erste Meldungen

Corona in Baden-Württemberg Start der Impfpflicht im Gesundheitswesen: Erste Meldungen

Quelle: Sebastian Willnow

Bei den Gesundheitsämtern im Land trudeln jetzt die Meldungen über ungeimpfte Mitarbeiter in Pflegeheimen, Krankenhäusern oder mobilen Diensten ein. Sind sie personell gut für deren Bearbeitung gerüstet?

Bei den Gesundheitsämtern im Südwesten werden sich peu à peu die Meldungen über ungeimpfte Mitarbeiter im Gesundheitswesen häufen. Am Mittwoch fiel der Startschuss für die Teilimpflicht, die die Impfquoten in Pflegeheimen, Kliniken und Arztpraxen erhöhen und damit vor allem vulnerable – also ältere und kranke – Menschen vor einer Corona-Infektion schützen soll. Die übermittelten Beschäftigten ohne oder mit unvollständiger Impfung oder mit Attest werden von den Gesundheitsämtern angeschrieben und erhalten am Ende eines Verwaltungsverfahrens bei kontinuierlicher Impf-Verweigerung ein Betretungs- oder Betätigungsverbot.

Allein im RKH-Klinikum in Ludwigsburg wurden 400 von 8000 Mitarbeitern gemeldet. Darunter waren vor allem Servicekräfte, etwa aus der Cafeteria, Küche oder Wäscherei. Bei vielen von ihnen seien Sprache, Religion oder Kultur Hürden, um die Impfpflicht zu erfüllen, erläutert Sprecher Alexander Tsongas. Mit 95 Prozent Impfquote im ganzen Haus liege das Ergebnis am unteren Ende der erwarteten Marge von 95 bis 98 Prozent. «Jetzt gilt es abzuwarten», meint Tsongas.

Warten ist auch aus Sicht des Landkreistages angesagt. «Wir kriegen das personell an unseren Gesundheitsämtern hin, aber es wird sich zeitlich ziehen», erklärt der Hauptgeschäftsführer Alexis von Komorowski. Bis Entscheidungen feststünden, könnten mehrere Monate ins Land gehen. Das Stuttgarter Gesundheitsamt kommt allerdings nicht mit Bordmitteln aus. Für das Verfahren wurden kurzfristig beschäftigte Mitarbeitende angestellt sowie amtsintern Personal verschoben.

Das Gesundheitsministerium verweist darauf, dass die Gesundheitsämter in den vergangenen Monaten gestärkt und personell erheblich aufgestockt worden seien. Im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) sind demnach in der ersten Tranche 2020 bereits mehr als 200 Stellen geschaffen worden, davon 180 in Gesundheitsämtern. Mit der zweiten Tranche schafft das Land in diesem Jahr noch einmal 467 neue Stellen für den ÖGD, davon 414,5 Stellen für die Gesundheitsämter.

In Stuttgart ist das Melde-Verfahren stockend angelaufen. Über das Online-Meldeportal wurden dem Gesundheitsamt bis zum Mittwochmittag 19 Meldungen über insgesamt 92 Personen übermittelt, auf anderen Wegen waren es 12. «Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Tagen und wenigen Wochen weitere Meldungen auf verschiedenen Wegen eingehen werden», heißt es aus der Behörde.

Für die Authentifizierung im Meldeportal, über das die Meldungen der Einrichtungen erfolgen sollen, wird von den Einrichtungen allerdings ein ELSTER-Organisationszertifikat benötigt, dessen Aktivierung durchschnittlich zwei bis fünf Tage dauert. Es sei also davon auszugehen, dass die Nutzung des Meldeportals noch nicht überall möglich sei, betonte die Stuttgarter Behörde. Für die Evangelische Heimstiftung war die Bürokratie nicht zumutbar. Sie schickt ihre Meldungen per Post.

Der größte Pflegeheim-Träger im Südwesten ist bisher von zwei Prozent der knapp 10.000 Mitarbeitenden ausgegangen, die bis 15. März nicht immunisiert sind. Diese Marke sei aber deutlich unterschritten geworden, sagte Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider. Es gebe viele Einrichtungen mit einer 100-prozentigen Immunisierungsquote, in anderen Häusern würden einzelne Mitarbeitende gemeldet. «Deshalb erwarten wir keinen Versorgungsengpass und hoffen auf eine schnelle Bearbeitung durch die Gesundheitsämter», sagte Schneider. Die Bearbeitung der Fälle soll laut Ministerium in der Rangfolge große Pflegeheime und große Kliniken und danach Praxen erfolgen.

 

Weitere Nachrichten

Rund 4.000 Lehrer werden über die Sommerferien arbeitslos

Von den befristet angestellten Lehrerinnen und Lehrern in Baden-Württemberg werden rund 4000 über die Sommerferien arbeitslos sein - obwohl sie danach wieder gebraucht werden.

Treibhausgas: Methanemissionen in Baden-Württemberg sind gesunken

Methan ist ein gefährliches Treibhausgas. Es entsteht auch in der Landwirtschaft. Durch den Einsatz von Biogasanlagen können die Emissionen gesenkt werden.

Städtetag: Parken in Baden-Württemberg sollte teurer werden

Wenn es nach dem Verkehrsminister und dem Städtetag Baden-Württemberg geht, sollen die Menschen im Südwesten fürs Parken noch stärker zur Kasse gebeten werden. Doch was erhoffen sie sich davon?

Liebesbotschaft am Himmel ruft Polizei auf den Plan

Der Liebesbeweis eines Piloten hat am Samstag im Rems-Murr-Kreis die Polizei auf den Plan gerufen.

Gaskosten belasten Land: Büro-Temperatur von 18 Grad denkbar

Dem Land geht es kaum anders als Otto Normalverbraucher. Die hohe Inflation und die stark steigenden Energiepreise schlagen ins Kontor. Sogar noch heftiger als zuletzt erwartet - nun soll es Gegenmaßnahmen geben.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Daumen hoch, wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, oder zeigen Sie uns, dass wir uns verbessern können.

0%
0%

Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.