Nachrichten
Über 40 Schwerstkriminelle in Baden-Württemberg könnten abgeschoben werden

Nachrichten Über 40 Schwerstkriminelle in Baden-Württemberg könnten abgeschoben werden

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
dpa

Die Messerattacke von Mannheim hat eine Debatte über die Abschiebung von Straftätern ausgelöst. Der Kanzler macht eine klare Ansage dazu. Eine Umsetzung träfe auch Dutzende Fälle im Südwesten.

Baden-Württembergs Behörden betrachten 41 Afghanen und 4 Syrer als «gefährliche Ausländer», die so schnell wie möglich abgeschoben werden sollten. Sie seien vollziehbar ausreisepflichtig, könnten jedoch nicht abgeschoben werden, weil der Bund bislang kein grünes Licht gebe. «Eine Abschiebung konnte bisher deshalb nicht stattfinden, weil der Bund Abschiebungsflüge nach Afghanistan faktisch derzeit nicht unterstützt», teilte das Ministerium am Freitag in Stuttgart mit. Zuerst hatte der SWR in seiner Sendung «Zur Sache Baden-Württemberg» darüber berichtet.

Im vergangenen Jahr sind laut Behörde 2099 Menschen ins Ausland abgeschoben worden, darunter 818 Straftäter. Im laufenden Jahr waren es bis einschließlich Mai 1128 Fälle, davon 324 Straftäter.

Justizministerin Marion Gentges (CDU) pocht bei Abschiebungen in Konfliktländer schon seit längerer Zeit auf eine härtere Gangart. Die Genfer Flüchtlingskonvention lege zwar Ausweisungsverbote fest, argumentiert sie. Der Einzelne könne sich aber nicht auf diesen Schutz berufen, wenn er im Schutzstaat schwere Straftaten begangen habe. Das gilt aus ihrer Sicht unter anderem für einen verurteilten Vergewaltiger aus Illerkirchberg (Alb-Donau-Kreis), der laut Gentges nach Afghanistan abgeschoben werden sollte. Der Bund weigert sich bislang und verweist darauf, dass Abschiebungen nach Afghanistan seit August 2021 wegen der Sicherheitslage vor Ort ausgesetzt seien.

Nach der jüngsten tödlichen Messerattacke in Mannheim wird wieder stärker über striktere Abschiebungen debattiert. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will die Abschiebung von Schwerstkriminellen nach Afghanistan und Syrien nach eigener Aussage wieder ermöglichen. Das Bundesinnenministerium arbeite an der praktischen Umsetzung und sei bereits mit den Nachbarländern Afghanistans im Gespräch, sagte er am Donnerstag in seiner Regierungserklärung.

Protest kommt vom Flüchtlingsrat Baden-Württemberg: «Natürlich müssen Menschen, die Straftaten begehen, dafür auch zur Rechenschaft gezogen werden», sagte dessen Co-Geschäftsführerin Anja Bartel. Straftaten, die in Deutschland begangen würden, sollten aber innerhalb des deutschen Justizsystems und nicht durch Abschiebung geahndet werden. «In einem Rechtsstaat gelten Menschenrechte auch für Straftäterinnen und Straftäter», sagte Bartel. In Afghanistan hingegen seien die Taliban an der Macht, schwere Menschenrechtsverletzungen ständen auf der Tagesordnung.

 

Weitere Nachrichten

Waffen- und Messerverbotszone für erweiterte Amalienstraße in Karlsruhe angepasst

Die Stadtverwaltung hat die Waffen- und Messerverbotszonenverordnung hinsichtlich der erweiterten Amalienstraße bis zum 09. März 2027, verlängert. Die entsprechende Rechtsverordnung trat am 09. März 2026 in Kraft, das teilt die Stadt Karlsruhe mit.

Traditionsunternehmen stellt Betrieb ein – auch Karlsruher Standort wird geschlossen

Die Mocopinus GmbH & Co. KG informierte in einer Pressemeldung, dass die Firmengeschichte, die bis 1865 zurückreiche, endgültig ende. Alle Standorte sollen schließen - auch der größte Produktionsstandort des Unternehmens im Karlsruher Rheinhafen.

Sicherheitstipps der Polizei Karlsruhe zum Start der Motorradsaison

Mit den ersten warmen Tagen beginnt für viele Motorradfahrende die neue Saison. Gleichzeitig steigt mit dem Saisonauftakt auch das Unfallrisiko. Daher gibt die Polizei Karlsruhe zum Start der Motorradsaison die folgenden Sicherheitstipps.

Mit Video | Artenschutz-Botschafter und Besuchermagnet: Über die Eisbären im Karlsruher Zoo

Eisbären in Karlsruhe: Warum leben die Wildtiere eigentlich hier? Und was haben die Karlsruher Eisbären Nuka und MiKa mit dem Artenschutz zu tun? Diese und weitere Fragen durften wir Sandra Dollhäupl, Artenschutz-Kuratorin im Karlsruher Zoo, stellen.

Pilotprojekt in Pfinztal: Erster Self-Service Wertstoffhof im Landkreis Karlsruhe eröffnet

Anfang März 2026, wurde in Pfinztal der erste Self-Service Wertstoffhof im Landkreis Karlsruhe in Betrieb genommen. Mit dem neuen Angebot erweitere der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Karlsruhe seinen Service deutlich, heißt es in einer Pressemeldung.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.