News aus Baden-Württemberg
Verkehrsministerium: Land sagt Elterntaxis mit Kampagne den Kampf an

News aus Baden-Württemberg Verkehrsministerium: Land sagt Elterntaxis mit Kampagne den Kampf an

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Mit Tretroller, zu Fuß oder auf dem Rad statt hinten im Auto von Mama oder Papa – ein neues Landesprogramm wirbt dafür, dass Kinder selbstständiger, gesünder und sicherer zur Schule kommen.

Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg sollen fitter und umweltfreundlicher zum Unterricht kommen – und zwar ohne Mama und Papa. Die Ministerien für Bildung, Verkehr und Inneres werben seit Mittwoch mit dem landesweiten Programm «Movers» dafür, dass Kinder eigenständig zur Schule gehen statt von ihren Eltern mit dem Auto gebracht zu werden. Nach Ministeriumsangaben wird etwa jeder sechste Schüler im Auto zur Schule gefahren, nämlich 17 Prozent.

Mit dem Start der Kampagne stehen Schulen und Kommunen ausgebildete Berater zur Seite. Sie vermitteln Maßnahmen, um Schulkinder mobiler zu machen und Schulhöfe und Straßen radfreundlicher zu gestalten. Insgesamt nimmt das Land laut Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) für die Kampagne etwa 1,2 Millionen Euro in die Hand.

«Ein Ziel der Kampagne ist, Elterntaxis zu reduzieren», sagte Hermann. Bis 2030 solle sich die Anzahl halbieren. Nach Einschätzung von Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) dächten Eltern oft nicht daran, dass sie mit dem morgendlichen Autoverkehr den Schulweg unsicherer machten. Außerdem sei Bewegung am Morgen für die Kinder «immens wichtig».

Mit dem neuen Programm können Schulen zum Beispiel Geld für Stellplätze oder einen Reparatur-Service für Fahrräder bekommen. Besonders engagierte und radfreundliche Lehranstalten sollen vom Bildungsministerium ausgezeichnet werden. Ein neues digitales Tool soll Schulen bei der Erstellung von Schulwegplänen helfen. Außerdem gibt es für die Kommunen Fördermittel, um Schulwege durch zusätzliche Rad- und Fußwege, Schilder und Beleuchtung sicherer zu machen. Ob die Maßnahmen aber tatsächlich in Anspruch genommen werden, bleibt den Schulen und Kommunen überlassen. «Die Schulen müssen auch von sich aus kommen», so Schopper.

Die Opposition kritisierte, dass die Kampagne zu wenig für sichere Schulwege und gute Verkehrsverbindungen tue. «Wenn die Landesregierung Elterntaxis im Land reduzieren will, muss sie bei der Sicherung der Schulwege einige Gänge nach oben schalten», so Hans-Peter Storz von der SPD-Fraktion. Es gebe noch zu wenig Schulen mit Rad-Schulwegplänen. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Christian Jung, verwies darauf, dass «private Busunternehmen angesichts der exorbitanten Energiepreise mit dem Rücken zur Wand stehen und vom Markt zu verschwinden drohen.» Von diesem Problem dürfe nicht abgelenkt werden.

 

Weitere Nachrichten

Weitere Straftäter aus Baden-Württemberg nach Afghanistan abgeschoben

Einige von ihnen wurden wegen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt, andere wegen Drogen-Handels: Zehn Afghanen, die in Baden-Württemberg lebten, wurden in ihr Heimatland abgeschoben.

Was der Hornisgrinde-Wolf das Land bislang gekostet hat

Der Wolf auf der Hornisgrinde nähert sich immer wieder Menschen. Kritisch, aber nicht unmittelbar gefährlich, sagen die Behörden. Der Umgang mit ihm hat seinen Preis.

Jugendproteste: Gen Z demonstriert - was in Baden-Württemberg erwartet wird

Nach Krawallen bei Protesten in anderen Ländern warnt die Polizei auch in Baden-Württemberg vor möglichen Störungen. Doch vor dem Wochenende ist die Lage unübersichtlich.

Nach zweiter Verhandlungsrunde: Warnstreiks in Metall- und Elektroindustrie rücken näher

In der zweiten Verhandlungsrunde legt die Arbeitgeberseite ein Angebot vor. Doch dieses weisen die Arbeitnehmer als unzureichend zurück. Damit dürfte es bald Warnstreiks in Baden-Württemberg geben.

Gruselhaus: Für diese Familie ist Halloween wichtiger als Weihnachten

Für viele gehört Weihnachten zum Höhepunkt des Jahres - für Kim und Wolfram König ist es Halloween. Monate investieren sie in ihr Gruselhaus. Dieses Jahr entführen sie Besucher nach Mexiko.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 










Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.