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Vor Spiel gegen den KSC: HSV-Trainer Polzin lässt Zweifel nicht zu

News Vor Spiel gegen den KSC: HSV-Trainer Polzin lässt Zweifel nicht zu

Quelle: Carmen Jaspersen/dpa

Die Wochen der Entscheidungen in der 2. Bundesliga starten. HSV-Trainer Merlin Polzin spürt ein Kribbeln. Die jüngsten Negativerlebnisse im Aufstiegskampf beeindrucken ihn aber nicht.

Das Kribbeln beginnt – und HSV-Trainer Merlin Polzin spürt es nicht nur bei sich. Auch bei seinen Spielern und außerhalb der Mannschaft hat er die besondere Anspannung vor dem Saisonende in der 2. Fußball-Bundesliga wahrgenommen.

«Es ist ja fast schon eine positive Nervosität, die zu vernehmen ist», sagte der 34-Jährige bei der Pressekonferenz vor dem Spiel der Hamburger am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gegen den Karlsruher SC. «Das ist ja ganz logisch, weil immer dann, wenn es darum geht, dass du etwas erreichen kannst, was auch in dem Fall in unserem Beispiel noch nie da war, du vielleicht ein bisschen mehr gestresst oder ein bisschen angespannter bist.»

Polzin: «Inhaltlich nichts schönreden»

Seine Mannschaft kann noch einiges verlieren. Vor dem 31. Spieltag hat der Hamburger SV als Tabellenzweiter mit vier Punkten Vorsprung auf den Aufstiegsrelegationsplatz drei noch immer eine gute Ausgangsposition. Allerdings erlebten Polzin und seine Spieler mit dem 2:4 gegen Abstiegskandidat Eintracht Braunschweig und dem 2:2 beim FC Schalke 04 in Überzahl zwei Enttäuschungen und verspielten zudem die Tabellenführung.

«Für uns ist es jetzt wichtig, dass wir inhaltlich nichts schönreden. Wir haben auch ganz klar die Dinge angesprochen, die uns nicht gefallen haben auf Schalke», sagte Polzin. «Aber wir wollen uns auch nichts einreden lassen. Und wir sind in der Position, aus der wir weiterhin total selbstbewusst agieren können.»

 

Spiel gegen den KSC kein Selbstläufer

Dieses Vertrauen in die eigene Stärke soll im vorletzten Heimspiel endlich wieder zu sehen sein. «Das Volksparkstadion ist am Sonntag kein Ort für Zweifel, sondern das Volksparkstadion steht für eine absolute Überzeugung in die eigenen Stärken», sagte Polzin.

Dass das Spiel kein Selbstläufer wird – wie auch schon die Partien gegen Braunschweig und auf Schalke gezeigt haben -, weiß auch der junge Trainer. Der Karlsruher SC gehört zu den Top-Mannschaften der Liga.

Als Tabellenneunter vor dem viertletzten Spieltag hat der KSC zumindest theoretisch noch Chancen auf Platz drei und damit auf die Relegation. «Die Entwicklung des KSC und auch von Trainer Christian Eichner ist aller Ehren wert», sagte Polzin. «Ich glaube, es ist sehr beeindruckend, wie stabil – nicht nur durch die Mannschaft, mit dem Stadion, mit den Fans – dieser Verein sich auch positioniert hat.»

Unruhe beim KSC

Hinter dem KSC liegen turbulente Tage. Eichners ehemaliger Mitspieler Mario Eggimann hatte zu Wochenbeginn den Posten des KSC-Vizepräsidenten gegen den des Sportchefs getauscht. Sebastian Freis wurde als Bereichsleiter Sport freigestellt. Es habe bereits einen «sehr konstruktiven Austausch» mit Eggimann gegeben, berichtete Eichner.

Er erhoffe sich von dem 44-jährigen Schweizer, dass dieser «vorn weggeht» und eine «Führungsrolle einnimmt», dass er ein Stück weit «ein Gesicht nach draußen darstellt» und hier mit dem Trainerteam «Doppelpass» spiele.

Eichner reagiert auf Eggimann-Interview

Was Eichners persönliche Zukunft betrifft, hatte sich Eggimann in einem Interview unter der Woche zurückhaltend geäußert. Zuletzt gab es Gerüchte, dass sich der Coach trotz eines Vertrages bis 2027 im Sommer nach einer neuen Herausforderung umsehen könnte. Der 42-Jährige strebt perspektivisch den Sprung in die erste Liga an. Ob der zeitnah mit dem KSC gelingen könnte, ist fraglich.

«Ich für mich kann zur Stunde nur sagen, dass ich mit aller Kraft versuche, dass die Mannschaft am Ende auf der bestmöglichen Position abschließt, und parallel dazu alles anschiebe, damit der Verein, die Mannschaft und alle, die mit dem KSC zu tun haben, auch nächstes Jahr die größtmögliche Freude haben», sagte Eichner angesprochen auf seine Situation. Für ihn sei «alles okay».

Eichner erwartet am Sonntag einen «stürmischen» Gegner, der den nächsten Schritt Richtung Aufstieg machen möchte. Dass Abwehrchef Marcel Franke krankheitsbedingt ausfällt, sei ein «herber Schlag» für den KSC.

Wer stürmt für den HSV?

Beim HSV wird mit Spannung erwartet, wen Polzin als Sturmspitze einsetzt. Auf Schalke hatte er Ransford Königsdörffer (11 Saison-Tore) den Vorzug vor 19-Tore-Mann Davie Selke gegeben und war mit ihm zufrieden. Zudem steht der letztjährige Torschützenkönig und lange verletzte Robert Glatzel (8 Saison-Tore) zur Verfügung. Polzin betonte: «Natürlich haben wir jetzt wieder einen anderen Gegner vor der Brust. Es wird ein anderes Spiel werden.»

 

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