News aus Baden-Württemberg
Zweite Rheinbrücke: Land, Stadt und Naturschützer einigen sich

News aus Baden-Württemberg Zweite Rheinbrücke: Land, Stadt und Naturschützer einigen sich

Quelle: Thomas Riedel
dpa

Im Rechtsstreit um die zweite Rheinbrücke bei Karlsruhe haben sich Vertreter der Stadt Karlsruhe, des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und des Landes Baden-Württemberg geeinigt.

Mehr Radwege, mehr Naturschutz und auch der ÖPNV soll verbessert werden: Im Rechtsstreit um die zweite Rheinbrücke bei Karlsruhe haben sich Vertreter der Stadt Karlsruhe, des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und des Landes Baden-Württemberg geeinigt. Die Streitparteien stimmten am Donnerstag nach der Verhandlung des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Baden-Württemberg jeweils einem Vergleich und damit einer gütlichen Beilegung des Konfliktes zu.

Die neue Brücke zwischen dem rheinland-pfälzischen Wörth und Karlsruhe soll etwa 1,4 Kilometer entfernt von der alten, völlig überlasteten Rhein-Querung entstehen. Die Realisierung ist damit aber noch nicht gesichert: Auf rheinland-pfälzischer Seite versuchen Naturschützer noch, das Projekt mit einer Klage zu stoppen.

Vor dem VGH hatten die Stadt Karlsruhe sowie der BUND-Landesverband gegen den Planfeststellungsbeschluss für die neue Brücke auf der baden-württembergischen Rheinseite geklagt (Az.: 5 S 2834/17 und 5 S 2835/17).

Die Einigung sieht für die neue Brücke unter anderem einen Geh- und Radweg vor, eine bessere Radanbindung an die alte Brücke, eine Machbarkeitsstudie für ein neues ÖPNV-Konzept und verbesserten Naturschutz. Stadt und Land vereinbarten auch das Ziel, dass die neue Brücke und die Anbindung an die B36 gemeinsam in Betrieb genommen werden. Die Übereinkunft steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Karlsruher Gemeinderats und des BUND-Landesvorstands. Bis zum 31. Juli ist ein Widerruf möglich.

Für Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) sieht der Kompromiss «substanzielle Verbesserungen» bei der Verkehrsbelastung vor. So sei das Land verpflichtet, bei fehlender Anbindung der neuen Brücke an die B36 den Verkehr auf der alten Trasse zu drosseln, etwa durch Fahrbahnverengung. «Mit so einem Ergebnis hätte ich so nie gerechnet.» Dies nehme der Stadt den Stress, im «Verkehr zu ertrinken». Mentrup ist zuversichtlich, dass der Gemeinderat dem Vergleich in seiner Sitzung am 22. oder 29. Juli zustimmt. Mentrup kritisierte es jedoch als «peinlich», dass die Stadt erst das Land habe verklagen müssen, damit dieses nachgebessert habe.

Aus Sicht der Naturschützer ist die zweite Brücke zwar nach wie vor überflüssig und eine falsche Weichenstellung für den Klimaschutz. «Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Straßenverkehr», meinte BUND-Regionalgeschäftsführer Hartmut Weinrebe. Nachdem sich abgezeichnet habe, dass man die Klage nicht gewinnen könne, würden nun aber immerhin die schlimmsten Planungsmängel beseitigt.

Weitere Nachrichten aus der Region

Invasive Tiere: Jagd auf Ochsenfrösche in Karlsruhe - fast 7.000 Tiere wurden getötet

Mit Reusen, Tauchern und Schusswaffen gegen eine Invasion: Wie sich der Nordamerikanische Ochsenfrosch ausbreitet und was das für Teichbesitzer bedeutet.

40 Jahre nach dem Super-GAU: Tschernobyl-Unfall - Wo strahlt es noch im Land?

Auch 40 Jahre nach Tschernobyl können sich Spuren des Reaktor-Unglücks auf unseren Tellern finden. Wo Verbraucher aufpassen sollten – und was heute als sicher gilt.

Bundesweiter Test: Klagen wegen Flügen oder Mieten werden jetzt digital gelöst

Probleme mit dem Flieger oder der Miete? In Nürtingen und Mannheim kann man jetzt online klagen, wenn es Ärger gibt. Das spart Zeit und Wege. Das Angebot ist Teil eines bundesweiten Tests.

Kühler Wochenstart - wann es wieder richtig sonnig wird

Am Wochenende lockte teilweise der Frühling mit Biergarten-Wetter. Doch schon am Sonntag war damit erst einmal wieder Schluss. Die Woche startet kühl - wie es weiter geht mit dem Wetter.

Nach Landtagswahl-Debakel: SPD will mit Mitgliederbefragung neuen Vorsitz finden

Nach dem historischen Wahldebakel sucht die SPD Baden-Württemberg per Mitgliederbefragung eine neue Spitze. Wer sich bisher zur Wahl stellt und wie der Zeitplan aussieht.

Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.