Corona in Baden-Württemberg
Ab Montag: Kostenlose Corona-Tests entfallen für viele

Corona in Baden-Württemberg Ab Montag: Kostenlose Corona-Tests entfallen für viele

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand

Eine Teststrategie galt als Nonplusultra durch die vergangenen Monate Corona-Pandemie. Seit genügend Impfstoff zur Verfügung steht wächst der Druck auf Ungeimpfte durch schärfere Regeln für sie – und den Wegfall von kostenlosen Angeboten. Ab Montag heißt es aufpassen.

Wer sich auf eine Corona-Infektion testen lassen will, muss ab kommender Woche in vielen Fällen dafür zahlen. Gemäß der Bundesregelung bekommen auch in Baden-Württemberg nur noch bestimmte Personengruppen wie Kinder, Schwangere und Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, kostenlose sogenannte Bürgertests. «Die meisten von uns sind geimpft – jeder Bürgerin und jedem Bürger über 12 Jahren können wir ein Impfangebot machen. Es ist deshalb richtig, dass der Bund nur noch zielgenau jenen Menschen den Test finanziert, die sie wirklich brauchen», erklärte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Donnerstag.

Eine Umfrage von «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» (Donnerstag) bei Anbietern aus der Region ergab, dass die Preise bei 15 bis 25 Euro für einen Antigen-Schnelltest liegen könnten.

Keine Änderungen gibt es bei Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen. Bis Jahresende stellt das Land Schulen kostenlose Tests zur Verfügung. Kliniken und Pflegeheime dürften nicht-immunisierte Besucherinnen und Besuchern nicht an kostenpflichtige, externe Testangebote verweisen, teilte das Stuttgarter Ministerium mit. «In diesen Bereichen bleiben die Tests weiterhin kostenlos, denn die Bewohner und Patienten sind auf soziale Kontakte angewiesen und brauchen die Besuche», erläuterte Lucha. Auch Arbeitgeber blieben verpflichtet, ihren Beschäftigten kostenlose Tests zu stellen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) hat nach Angaben des Ministeriums bis September fast 37 Millionen Schnelltests mit dem Bund abgerechnet. Tests in Arztpraxen sind in der Zahl nicht enthalten. Allerdings wurden bis in den Juni hinein bei der KVBW auch Tests abgerechnet, die nicht in Baden-Württemberg stattgefunden haben, deren Anbieter hier aber ihre Sitze hatten.

Rund 7720 Stellen im Land hätten sich bei der KVBW zur Abrechnung nach der Coronavirus-Testverordnung des Bundes registriert (Stand: Juni 2021), teilte ein Ministeriumssprecher mit. Darunter waren beispielsweise Apotheken, aber auch externe Anbieter. Nicht immer verlief das reibungslos: Wegen mutmaßlichen Abrechnungsbetrugs bei Corona-Testzentren hatte etwa die Staatsanwaltschaft Freiburg Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Stadt Bühl (Landkreis Rastatt) wiederum kündigte dem Betreiber eines Testzentrums wegen Problemen beim Datenschutz und der Übertragung von Corona-Testergebnissen.

Der Wegfall der kostenlosen Tests soll auch dazu dienen, dass sich noch mehr Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen. So betonte auch Minister Lucha nochmal: «An alle anderen richtet sich mein Appell: Lassen Sie sich impfen, das ist der einzige langfristige Weg aus der Pandemie.» Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gelten rund sieben Millionen Menschen in Baden-Württemberg als vollständig geimpft. Das sind knapp zwei Drittel der Bevölkerung.

Mehr als die Hälfte der Menschen, die nicht gegen Corona geimpft sind, könnten laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Kantar im Auftrag des Sozialministeriums doch noch zu einer Impfung umgestimmt werden. «33 Prozent der Ungeimpften zögern, 14 Prozent sind unsicher und zwölf Prozent sind impfbereit», sagte Lucha der «Heilbronner Stimme» und dem «Südkurier» (Donnerstag). «Unter allen Befragten haben wir rund zehn Prozent eindeutige Impfgegner.»

 

Weitere Nachrichten

Unwetter und Kälte begleiten die letzten närrischen Tage

Närrisches Treiben in der Kälte: Schnee, Regen und orkanartige Böen warten im Südwesten auf so manchen Narren. Warum die letzten Fastnachtstage nichts für Frostbeulen sind.

Landtagswahl 2026: Diese Frauen könnten nach der Wahl «First Lady» werden

Offiziell gibt es das Amt der «First Lady» im Südwesten gar nicht. Dennoch stehen die Partner der Regierungschefs immer ein wenig mit im Rampenlicht. Wer sind die aussichtsreichsten Kandidatinnen?

Mehr als 32.000 Jobs weg – Metallbranche in Baden-Württemberg schrumpft weiter

Die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg verliert weiter Jobs. Warum trotz mehr Aufträgen die Produktion kaum steigt und viele Unternehmen Verluste erwarten.

Gewalt in der Beziehung - wie Täter Opfer manipulieren

Viele Fälle häuslicher Gewalt werden nicht zur Anzeige gebracht, weil Frauen Angst haben oder sich schämen. Doch welche Strategien verwenden die Täter, um Frauen an sich zu binden?

Öffentlicher Dienst: Was der Tarifabschluss fürs Land bedeutet

Milliarden für die Beschäftigten in Kitas, Unikliniken oder Behörden: Warum Finanzminister Bayaz von einer «erheblichen Belastung» für den Haushalt spricht – und die Einigung trotzdem lobt.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.