Nachrichten
Agrarindustrie: Wie die Landwirtschaft Klimaziele erreichen kann

Nachrichten Agrarindustrie: Wie die Landwirtschaft Klimaziele erreichen kann

Quelle: Christoph Schmidt/dpa
dpa

Die Landwirtschaft ist nicht nur Verursacher des Klimawandels, sondern auch Opfer. Eine Studie hat untersucht, wie der Sektor Treibhausgase einsparen könnte. Die Experten haben einen konkreten Rat.

Der Moorschutz hat einer Studie zufolge eine zentrale Rolle beim Kampf gegen den Klimawandel im Sektor Landwirtschaft. Das Agrarministerium hat ein Gutachten bei der Universität Hohenheim in Auftrag gegeben, um zu sehen, welche Maßnahmen in der Landwirtschaft welche Minderungspotenziale für Treibhausgase haben. Der Rat der Wissenschaftler: Auf den Moorschutz und die Renaturierung von Mooren setzen.

«Der Moorschutz nimmt eine Schlüsselfunktion ein», sagte Studien-Co-Autor Christian Sponagel in Stuttgart. Die Moorschutzstrategie müsste konsequent umgesetzt werden, weil die Maßnahme den größten Hebel habe. Die Kosten seien vergleichsweise moderat. Es gehe um zwei Prozent der landwirtschaftlichen Fläche – vor allem in Oberschwaben, sagte Sponagel.

Agri-Photovoltaik besitze ein Reduktionspotential von 2,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente – 99 Prozent der Einsparungen würden aber nicht auf den Agrarsektor angerechnet, sondern im Energiesektor, so der Wissenschaftler. Agri-Photovoltaik verknüpft die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte mit der Solarstromproduktion auf derselben Fläche.

 

39 Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis 2030

Der Sektor Landwirtschaft muss seine Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2030 um 39 Prozent gegenüber 1990 reduzieren. Man habe bereits auf rund vier Millionen Tonnen CO2 pro Jahr reduziert, sagte Agrarminister Peter Hauk (CDU). Er sprach von einem «langjährig abnehmenden Trend». Man sei aber noch nicht am Ziel.

Der Sektor habe lediglich einen Anteil von sieben Prozent an den Gesamtemissionen in Baden-Württemberg, betonte Hauk – deutlich weniger als etwa die Sektoren Verkehr (32,4 Prozent) oder Energiewirtschaft (22,6 Prozent). Eine vollständige Reduzierung der Emissionen in der Landwirtschaft sei nicht möglich, aber auch nicht sinnvoll, so Hauk. Kleinstrukturierte Landwirtschaft mit ihren bäuerlichen Familienbetrieben und ein Grad an Selbstversorgung müsse erhalten werden.

 

Weitere Nachrichten

Verfassungsschutzbericht: Diese Extremisten bedrohen das Land am stärksten

Islamistische Angriffe, rechtsextremer Nachwuchs und «Wegwerf-Agenten» im Dienste Russlands: Der Staat wird angefeindet, von allen Seiten. Wie gefährlich der Extremismus ist für das Land.

Zwischen Sexfrust und Salafismus: die "Mincel"-Bewegung

Im Netz gedeihen neue Ideologen, die Gleichberechtigung ablehnen und starre Rollenbilder zementieren. Wie gefährlich ist die neue Bewegung?

Bundeswehr baut Sigmaringen zum Zentrum für Heimatschutz aus

Die Bundeswehr plant, Sigmaringen zum Zentrum für Heimatschutz in Baden-Württemberg auszubauen. Was sich vor Ort künftig ändern soll.

Mädchen nach Zusammenstoß mit Auto im Landkreis Karlsruhe schwer verletzt

Eine Elfjährige will offenbar einen Bus erreichen und rennt auf die Straße. Dort wird sie von einem Auto erfasst.

74-Jähriger stirbt bei Frontalzusammenstoß auf Landstraße in Karlsbad

Ein älterer Fahrer gerät in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn – der Zusammenstoß endet für ihn tödlich. Ein 29-Jähriger wird bei dem Unfall schwer verletzt.

Nach Sturz aus Bahn in Karlsruhe - Staatsanwaltschaft legt Beschwerde ein

Das Gericht hat Zweifel und lehnt es ab, nach dem Sturz eines Bahnmitarbeiters aus dem Zug Haftbefehl gegen einen Fahrgast zu erlassen. Die Staatsanwaltschaft legt jetzt nach.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.