Stadt Karlsruhe appelliert an Bewohner
Auf Wegen bleiben & Sperrungen beachten: Wildtiere brauchen Schutz!

Stadt Karlsruhe appelliert an Bewohner Auf Wegen bleiben & Sperrungen beachten: Wildtiere brauchen Schutz!

Quelle: Pixabay

Die Wildtiere in Karlsruhe sind von der Pandemie-Situation derzeit in verstärktem Maß betroffen. Grund dafür sind die Ausflügler, Spaziergänger und Sportler, die sich, gerade in den Zeiten des Lockdowns, verstärkt in den Wäldern und der Natur aufhalten.

Wildtiere durch Spaziergänger & Sportler beeinträchtigt

Die heimischen Wildtiere sind von der Pandemie-Situation derzeit in verstärktem Maß betroffen. Denn Ausflügler, Spaziergänger und Sportler halten sich, gerade in den Zeiten des Lockdowns in großer Zahl draußen auf. Hierdurch werden die Rückzugsgebiete der Wildtiere beeinträchtigt.

Dass dies für die Tiere lebensgefährliche Folgen haben kann, zeigt ein tragischer Vorfall vom vergangenen Wochenende, als einige Rehe dem Hochwassertourismus auf den Rheindämmen zum Opfer gefallen sind, informiert die Stadt Karlsruhe in einer Pressemitteilung.

 

Wegen Menschen: Rehe sind im Rheinhochwasser gestorben

Einsatzkräfte, Förster und Jäger mussten im Unterwald bei Knielingen mit ansehen, wie Rehe im Rheinhochwasser aus Erschöpfung, Durchnässung und Unterkühlung leiden mussten und auch qualvoll verendet oder ertrunken sind, geht aus der Mitteilung hervor.

Stefan Lenhard, städtischer Wildtierbeauftragter bei der Unteren Jagdbehörde im Forstamt, ist überzeugt: „Die Anwesenheit der vielen Erholungssuchenden auf den Dämmen und fehlende Fluchtmöglichkeiten in überflutungsfreie Gebiete haben die Rehe in diese lebensbedrohliche Notlage gebracht“. Gut gemeinte Rettungsversuche haben die völlig entkräfteten Tiere noch mehr aufgeschreckt, sodass sie zurück ins kalte Wasser geflohen und höchstwahrscheinlich ertrunken sind.

 

Ein Reh liegt erschöpft am Hochwasser-Damm.| Quelle: Thomas Riedel

 

Appell an Hundebesitzer: Rehe flüchten meist panisch

Leider häufen sich in den letzten Monaten unabhängig vom Hochwasser die Vorfälle, in denen insbesondere Rehe in panische Flucht vor Menschen und auch vor Hunden versetzt wurden. „In der Regel erreichen uns montags die unschönen Bilder von Rehen, die unter Schmerzen und Leiden verendet sind. Häufig enden die wilden Fluchten in Zäunen, wo sich die Tiere verletzen oder sofort verenden“ berichtet Stefan Lenhard.

Immer wieder werden auch im Wald tote Rehe gefunden und gemeldet. Die Todesursache ist auf den ersten Blick meist schnell zu erkennen: Hundebisse oder Verletzungen durch den Straßenverkehr. „Wir können nicht nachvollziehen, warum Hundehaltende es dulden, dass ihr Hund abseits der Wege Rehe oder anderes Wild stört oder sogar hetzt“, zeigt sich Lenhard besorgt. Insbesondere bei Tag enden solche Hetzjagden dann häufig mit einem Wildunfall auf einer Straße, erklärt die Stadt.

 

Sportler laufen bei Dämmerung & Dunkelheit im Wald

Die Störung von Wildtieren ist aber nicht alleine jagenden Hunden zuzuschreiben, betont Lenhard. Insbesondere in der Pandemiezeit sind in Wald und Flur zahlreiche Sporttreibende in sonst ruhigeren Gebieten und abseits der Wege unterwegs, auch in der Dämmerung und sogar bei Dunkelheit.

„Den Drang zur Bewegung spüren Wildtiere im Winter dagegen nicht. In der kalten und nassen Jahreszeit ist das Haushalten mit Energieressourcen für sie überlebenswichtig. Störungen wirken sich da fatal auf den Winterorganismus der Wildtiere aus“, erläutert Lenhard.

Tierkinder benötigen besonderen Schutz

Der Blick des Wildtierbeauftragten geht auch in die nahe Zukunft: „In ein paar Wochen beginnt die Brut- und Setzzeit. Gerade in dieser Phase brauchen alle Wildtiere Ruhe und Schutz. Niemand will, dass zum Beispiel Rehkitze qualvoll verhungern, weil die Rehgeiß durch einen Hund, einen Verkehrsunfall oder eine andere Störung zu Tode gekommen ist“, erklärt Lenhard weiter.

 

Appell: Auf Wegen bleiben und Sperrungen beachten

„Spaziergänger, Sportler und ihre Vierbeiner sollen unbedingt auf den Wald- und Feldwegen bleiben. Falls die vierbeinige Begleitung nicht zuverlässig hört, gehört sie an die Leine“, so Lenhard in der Pressemitteilung.

Zumindest die Nachtstunden sollten den Wald- und Feldbewohnern gehören. Wildtiere brauchen Ruhe und sichere Rückzugsräume vor den Menschen und deren Haustieren. Und sie brauchen Fluchtmöglichkeiten in Notlagen wie der aktuellen Hochwassersituation.

Daher fordert die Stadtverwaltung dazu auf, insbesondere solche Bereiche meiden, die für die Wildtiere ohnehin schon schwierig zum Überleben sind. Zudem ist das Betreten der Dämme bei Hochwasser ohnehin aus Sicherheitsgründen untersagt.

 

Mehr zum Thema

Hochwasser-Tourismus: Einsatzkräfte müssen Rehe aus Wasser retten

Am Sonntagmittag, 31. Januar 2021, kam es zu einem größeren Hochwasser-Einsatz mit mehreren Rettungskräften in Leopoldshafen im Landkreis Karlsruhe. Aufgrund des dortigen Hochwasser-Tourismus war hier eine Gruppe Rehe vor Panik ins Hochwasser geflüchtet.

Weitere Nachrichten

Meilenstein für Energiewende: Stadtwerke Karlsruhe nehmen Großbatteriespeicher in Betrieb

Die Stadtwerke Karlsruhe GmbH hat einen neuen Großbatteriespeicher auf dem Gelände des unternehmenseigenen Heizkraftwerk West in Betrieb genommen. Mit der Anlage erweitert das Unternehmen seine Energieinfrastruktur um einen wichtigen Baustein für die Energiewende vor Ort.

Stadtfest Karlsruhe 2019
Redaktionstipp

Von Tierschutztag bis Stadtfest: Diese Veranstaltungen warten diese Woche in Karlsruhe

Das zweite Oktober-Wochenende (10. und 11. Oktober 2026), bietet eine schöne Auswahl an Veranstaltungen. Sonntags-Shopping, Street-Foof-Festival, Tierschutztag und mehr warten in Karlsruhe und viele Besucherinnen und Besucher. Schaut vorbei!

Stadtfest in Karlsruhe - das wird 2026 geboten

Am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Oktober 2026, verspricht das Karlsruher Stadtfest mit Live-Musik und Gastronomie, Mitmachangeboten, Straßenkunst, einem Flohmarkt und dem verkaufsoffenen Sonntag wieder Feier- und Shoppingstimmung in der Innenstadt.

"Tauschrausch": Neuer Tausch- und Verschenkcontainer in Bruchsal

Der Tausch- und Verschenkcontainer „Tauschrausch“ am Entsorgungszentrum in Bruchsal soll dazu beitragen, Abfälle zu vermeiden, Ressourcen zu schonen und gut erhaltenen Dingen ein zweites Leben zu ermöglichen. Eröffnet wird der Container am 11. Oktober 2026.

Messbar dank neuer Technik: Tierpark Oberwald zählt seit Jahresbeginn 100.000 Gäste

Der Tierpark Oberwald in Karlsruhe zählt seit Beginn des Jahres 2026 rund 100.000 Besucher/-innen. Damit liegt die Gästeanzahl schon jetzt bei mehr als dem Dreifachen des früheren Schätzwerts von rund 30.000 Besuchen pro Jahr, teilt die Stadt mit.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.