Corona in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg setzt Dekra auf unseriöse Teststellen an

Corona in Baden-Württemberg Baden-Württemberg setzt Dekra auf unseriöse Teststellen an

Quelle: Moritz Frankenberg

Wenn Bürger wiederholt Zweifel daran äußern, dass bei Corona-Schnelltests alles mit rechten Dingen zugeht, dann weckt das einen üblen Verdacht. In Baden-Württemberg soll jetzt eine Prüfgesellschaft die florierende Testbranche kontrollieren.

Die Prüfgesellschaft Dekra soll künftig nach schwarzen Schafen unter den Anbietern von Corona-Schnelltests in Baden-Württemberg suchen. Der Dienstleister sei beauftragt worden, um die Arbeit der Gesundheitsämter zu unterstützen, teilte das Landessozialministerium am Donnerstag mit. Die Kontrollen fänden stichprobenartig und unangekündigt statt und erstreckten sich «flächendeckend auf alle Stadt- und Landkreise», hieß es.

Zuletzt waren landes- aber auch bundesweit immer mehr Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Betrieb von Corona-Schnelltestzentren publik geworden. Die Polizei Freiburg etwa hatte am Dienstag mitgeteilt, Ermittlungen eingeleitet zu haben. Das Landeskriminalamt habe vereinzelte Hinweise auf Unregelmäßigkeiten, die die Polizeipräsidien vor Ort auf strafrechtliche Relevanz prüften, sagte ein Sprecher. Gesundheitsämter schlossen vereinzelt Teststellen.

Der Verdacht auf Testbetrug in großem Stil in Deutschland war durch eine Veröffentlichung von WDR, NDR und «Süddeutscher Zeitung» Ende Mai aufgekommen. Die Zahl der von den Teststellen abgerechneten Tests überstieg die Zahl der von den Reportern beobachteten Besucher an einzelnen Tagen deutlich. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat mittlerweile reagiert. Derzeit wird eine geänderte Testverordnung zwischen den Bundesministerien abgestimmt. Demnach sollen Betreiber von Teststellen für die Entnahme des Abstrichs ab 1. Juli nur noch 8 Euro abrechnen können. Bisher waren es 15 bei ärztlichen und 12 Euro bei anderen Anbietern.

«Die Tests sind ein wichtiger Baustein, um die Öffnungen abzusichern», erklärte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). «Es ist deshalb entscheidend, dass diese qualitativ korrekt durchgeführt werden.» Bei den Kontrollen gehe es vor allem um die Einhaltung der Hygieneregeln und die korrekte Durchführung der Tests. Weil mittlerweile genügend Teststellen vorhanden seien, würden künftig keine neuen Anbieter mehr zugelassen, teilte das Ministerium weiter mit.

Zuvor hatte die Stadt Freiburg angekündigt, ihrerseits mit verschärften Kontrollen gegen unseriöse Anbieter vorgehen zu wollen. Teams des Gesundheitsamts sollen ab kommender Woche unangekündigte Kontrollen durchführen, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Polizei, Ordnungsamt und Gesundheitsamt hätten dazu ein koordiniertes Vorgehen vereinbart.

Dass jetzt das Land die Dekra beauftragt habe, begrüße man, sagte ein Sprecher der Stadt. «Wir sehen Handlungsbedarf.» Bürger hätten wiederholt Zweifel an der Seriosität einzelner Teststellen geäußert. So habe es Beschwerden über unprofessionelles Personal und mangelhafte Zustände bei er Hygiene gegeben.

 

Weitere Nachrichten

Verwaltungsvorschrift geändert: Polizei nennt Nationalität von Verdächtigen nun regelmäßig

Die Landesregierung hat die Regeln geändert: Die Staatsangehörigkeit von Verdächtigen wird nun in den allermeisten Fällen genannt. Wie die Minister das begründen und welche Ausnahmen es gibt.

BGH in Karlsruhe prüft: Bekommt Maler Beltracchi seine Fälschung zurück?

Wolfgang Beltracchi fordert die Herausgabe seines berühmten Gemäldes «Rotes Bild mit Pferden» - doch wem gehört das Kunstwerk wirklich? Der Bundesgerichtshof muss entscheiden.

Bekanntes Nutzfahrzeug: 80 Jahre Unimog - und wichtiger denn je?

Der Unimog ist ein Allrounder: Einst auf dem Acker zur Kartoffelernte, heute bei Kommunen, Feuerwehr oder dem Militär im Einsatz. Warum er auch nach vielen Jahrzehnten weiter gefragt ist.

30 junge Waldrappe erreichen Winterquartier in Spanien nach 2.640 Kilometer Reise

30 junge Waldrappe haben nach einem ersten gescheiterten Versuch ihr Winterquartier in Spanien erreicht. Die seltenen Vögel wurden von einem Ultraleichtflugzeug begleitet.

Jahresbericht: Experten kritisieren Klimapolitik des Landes

Jedes Jahr untersuchen Wissenschaftler im Auftrag des Landes, wie der Südwesten beim Klimaschutz vorankommt. Allzu gut kommen die Maßnahmen und auch die künftigen Vorhaben von Grün-Schwarz nicht weg.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.