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Stupferich, Wolfartsweier, Palmbach, Hohen- & Grünwettersbach
Bergdörfer Karlsruhe – fünf Stadtteile im Überblick

Stupferich, Wolfartsweier, Palmbach, Hohen- & Grünwettersbach Bergdörfer Karlsruhe – fünf Stadtteile im Überblick

Quelle: Eric Reiff

Die Karlsruher Bergdörfer bestehen aus den fünf Stadtteilen Stupferich, Wolfartsweier, Palmbach, Hohenwettersbach und Grünwettersbach. Alle liegen hinter dem Stadtteil Durlach und damit südöstlich von Karlsruhe sowie in idyllischer Höhenlage.

Stupferich – das über 900 Jahre alte Bergdorf

Der Karlsruher Stadtteil Stupferich war die erste Gemeinde, die 1971 der Eingemeindung nach Karlsruhe freiwillig zustimmte. Bereits im Vorfeld sprachen sich 85 Prozent der wahlberechtigten Bürger dafür aus, dass ihre Gemeinde zukünftig ein Stadtteil Karlsruhes werden soll. Die Geschichte Stupferichs beginnt allerdings schon deutlich früher, denn bereits im Jahr 1100 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Das bis heute bestehende älteste Bauwerk Stupferichs ist die katholische Kirche Sankt Cyriakus aus dem Jahre 1765.

Heute leben über 2.800 Einwohner in dem rund 650 Hektar großen Stupferich. Eine vergleichsweise hohe Einwohnerzahl hatte Stupferich 1816 vorzuweisen, als über 930 Menschen in der Gemeinde lebten. Auch 1939 erreichte die Bewohnerzahl Stupferichs mit über 1.000 Einwohnern einen Höchststand für die damalige Zeit. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Anzahl der in Stupferich lebenden Menschen noch einmal an, als sich etwa 360 Heimatvertriebene hier niederließen.

 

St. Cyriakus Kirche in Stupferich.

St. Cyriakus Kirche in Stupferich. | Quelle: Eric Reiff

 

Mit der Eingemeindung und der Zugehörigkeit zur Fächerstadt blühte der Stadtteil weiter auf. Viele Karlsruher entdeckten schnell die schöne Landschaft Stupferichs für sich und zogen in die idyllische Höhenlage. Zudem eröffnete Anfang der 1970er-Jahre die Bergleshalle, in der bis 2015 Veranstaltungen stattfanden. Derzeit ist die Halle allerdings aufgrund mangelnden Brandschutzes nur eingeschränkt nutzbar.

 

Bergleshalle Stupferich

Bergleshalle Stupferich | Quelle: Eric Reiff

 

1980 wurde das Gemeindezentrum Stupferichs in der Werrenstraße eröffnet, welches sowohl für private als auch betriebliche Anlässe angemietet werden kann. 1999 folgte der Heimatverein in Stupferich und das Heimatmuseum in der Ortsstraße wurde eröffnet.

 

Rathaus in Stupferich.

Rathaus in Stupferich. | Quelle: Eric Reiff

 

Palmbach – Karlsruhes südlichster Stadtteil

Palmbach gehört zu den Karlsruher Bergdörfern und ist ein 138 Hektar großer Stadtteil im Südosten der Fächerstadt. Ein Blick auf die Landkarte verrät außerdem, dass Palmbach der wohl südlichste Stadtteil Karlsruhes ist. Entstanden ist Palmbach auf der Gemarkung Grünwettersbach im Jahre 1701, als sich eine christliche Gruppe französischer Anhänger von Petrus Waldus sowie Personen aus den französischen Alpen hier ansiedelten. Naturräumlich gesehen gehört der Ort sogar zum nördlichen Schwarzwald.

 

Ehemaliges Rat- und Schulhaus in Palmbach

Ehemaliges Rat- und Schulhaus in Palmbach. | Quelle: Eric Reiff

 

Bis 1810 wurde in Palmbach französisch gesprochen. Erst als 1810 ein deutscher Lehrer in die damalige Gemeinde kam, etablierte der Ort die deutsche Sprache. Da sich Palmbach offiziell auf Grünwettersbacher Land befindet, kam es Anfang der 1970er-Jahre zu einem zweijährigen Zusammenschluss der beiden Ortsteile. Nach Beendigung dieser kurzen Liaison erfolgte 1975 die Eingemeindung der beiden Gemeinden nach Karlsruhe.

Heute zählt der Stadtteil Palmbach über 1.700 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 belief sich die Palmbacher Bevölkerung auf rund 550. Etwa 15 Kilometer trennen Palmbach vom Fächerstadt-Zentrum, allerdings verbindet seit 1925 eine Buslinie Palmbach mit dem Karlsruher Stadtteil Durlach. Von hier liegt das Karlsruher Zentrum nur noch wenige Straßenbahn-Haltestellen entfernt. Für Autofahrer ist der direkte Autobahnanschluss auf die Autobahn A8 ein willkommener Weg, um schnell von A nach B zu kommen.

 

Waldenserkirche in Palmbach.

Waldenserkirche in Palmbach. | Quelle: Eric Reiff

 

Hohenwettersbach – über sieben Jahrhunderte alt

Hohenwettersbach liegt östlich von Durlach auf einem Berg zwischen Wolfartsweier und Grünwettersbach. Der Karlsruher Stadtteil wurde 1262 erstmals urkundlich erwähnt. Damals war der Ort noch eine kleine Ansiedlung, welche den Namen Durrenwetersbach trug. Als der Karlsruher Stadtgründer Markgraf Karl Wilhelm sich im Jahr 1706 die Gemarkung samt Güter zu eigen machte, wurde auch der Name in Hohenwettersbach geändert.

 

Kirche Hohenwettersbach

Kirche Hohenwettersbach | Quelle: Eric Reiff

 

Ab dem Jahr 1864 und mit über 430 Einwohnern galt Hohenwettersbach als selbstständige Gemeinde. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhöhte sich die Zahl auf über 940 Bewohner. Nach der Eingliederung in die Fächerstadt und Ernennung zum Karlsruher Stadtteil verdoppelte sich die Einwohnerzahl. Heute zählt der Stadtteil knapp über 3.000 Bewohner, welche auf den rund 413 Hektar Hohenwettersbach leben.

Ein Highlight des Stadtteils ist der Lustgarten, in dem 2012 die 750-Jahr-Feier des Bergdorfes stattfand. Das parkähnliche Areal entstand 1706, als Markgraf Karl Wilhelm ein Lustschloss mit Park errichten ließ. Der Lustgarten bietet einen Wasserspielplatz, einen Rasen-Bolzplatz, einen asphaltierten Basketballplatz und ein Beachvolleyball-Feld. Außerdem grenzen die Grundschule am Lustgarten und eine Sporthalle an das Gelände.

 

Lustgartenhalle in Hohenwettersbach.

Lustgartenhalle in Hohenwettersbach. | Quelle: Eric Reiff

 

Wolfartsweier – geteilt in Ober- & Unterdorf

Unter der Bezeichnung Wolvoldeswilere wurde Wolfartsweier im Jahr 1261 erstmals als Besitz des Klosters Gottesaue genannt. Mit der Teilung Badens 1535 fiel Wolfartsweier an die Markgrafschaft Baden-Durlach. Allerdings war Wolfartsweier schon deutlich früher besiedelt, da der Architekt Friedrich Weinbrenner 1802 nahe des Hedwigshofs die Grundmauern eines römischen Gutshofes freigelegte. Seit 1973 ist Wolfartsweier ein Karlsruher Stadtteil.

 

Hermann Ringwald Halle in Wolfartsweier.

Hermann Ringwald Halle in Wolfartsweier. | Quelle: Eric Reiff

 

Ende des 19. Jahrhunderts wurde auf den Gemarkungen von Durlach und Wolfartsweier eine Munitionsfabrik gegründet, welche vielen Menschen einen Arbeitsplatz ermöglichte. Das Unternehmen stellte allerdings 1972 ihren Betrieb ein und rund 350 Menschen verloren ihre Jobs. Zuvor wurde 1952 der 40 Meter hohe Schrottturm Zündhütle erbaut, welcher bis heute als Wahrzeichen Wolfartsweier gilt. Das ehemalige Gelände der Munitionsfabrik wurde zum Wohngebiet umgewandelt.

Bereits seit 1935 besitzt Wolfartsweier ein eigenes Schwimmbad. Das Freibad Wolfartsweier, welches auch liebevoll Wölfle genannt wird, befindet sich in der Schlossbergstraße im Süden des Stadtteils und zählt zu den beliebtesten Schwimmbädern der Karlsruher Region. Lange Zeit war Wolfartsweier für die engste Bundesstraßen-Ortsdurchfahrt Deutschlands bekannt. Diesen negativen Titel konnte der Ort im Jahr 2005 dank einer Ortsumfahrung der Bundesstraße B3 ablegen.

 

Freibad Wolfartsweier im Winter.

Freibad Wolfartsweier im Winter. | Quelle: Eric Reiff

 

Heute leben über 3.400 Einwohner auf der knapp 200 Hektar großen Fläche des Stadtteils. Highlights sind die Vielzahl an unterschiedlichen Vereinen oder Veranstaltungen auf dem Festplatz Ponderosa, wie beispielsweise das Musikfestival WOODSTICKEL oder das Wiesenfest des Musikverein Einheit Wolfartsweier. Zudem gliedert sich Wolfartsweier in ein Oberdorf, welches sich am südöstlichen Teil am Berg befindet und ein Unterdorf, welches den nordwestlichen Teil Wolfartsweier bezeichnet. Die Rathausstraße symbolisiert dabei die Grenze der beiden Dörfer.

 

Grünwettersbach – Karlsruhes höchster Punkt

Grünwettersbach wurde erstmals Ende des 13. Jahrhunderts unter den Bezeichnungen Weddirsbach oder Weterspach erwähnt. 1289 ist der Name Grünweterspach dann erstmals in den Geschichtsquellen vermerkt worden. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts und im Zuge der Reformation gehörte Grünwettersbach zum württembergischen Territorium und wurde als württembergischer Stachel im badischen Fleisch bezeichnet, da der Ort weit in die badischen Gebiete hineinragte. Ab 1806 zählte Grünwettersbach zum Großherzogtum Baden und ist seitdem badisch.

 

Rathaus Grünwettersbach

Rathaus Grünwettersbach | Quelle: Eric Reiff

 

Die Einwohnerzahl Grünwettersbachs stieg im Laufe der Zeit kontinuierlich an. Bereits 1812 lebten 777 Einwohner in dem Bergdorf. 1848 waren es 1.056 und 1900 lebten insgesamt 1.163 Einwohner in Grünwettersbach. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erhöhte sich die Anzahl der Bewohner auf rund 1.400 und 1971 wurde erstmals die 3.000-Einwohner-Marke geknackt. Heute liegt die Einwohnerzahl des über 600 Hektar großen Grünwettersbach bei über 4.200. In den 70er-Jahren wurde Grünwettersbach außerdem für kurze Zeit mit Palmbach zu Wettersbach zusammengeschlossen – seit 1975 sind beide Orte allerdings eigenständige Karlsruher Stadtteile.

 

Kirche in Grünwettersbach.

Kirche in Grünwettersbach. | Quelle: Eric Reiff

 

Die Karlsruher Stadtmitte liegt auf dem 49. Breitengrad in der oberrheinischen Tiefebene und ist damit mehr Flachland als Gebirgslandschaft. Mitten im Wildschweingehege Grünwettersbach, auf 323,2 Metern über Normalhöhennull (NHN), befindet sich Karlsruhes höchster Punkt. Die rund 200 Meter Höhenunterschied zum Fächerstadt-Zentrum sorgen für kühlere Temperaturen und einer höheren Schneefall-Quote im Winter.

 

Karlsruher Bergdörfer im Überblick

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