Kosten für Kombilösung steigen weiter
Bericht zur Kombilösung: Zeitplan hält noch, Kostenplan aber nicht mehr

Kosten für Kombilösung steigen weiter Bericht zur Kombilösung: Zeitplan hält noch, Kostenplan aber nicht mehr

Quelle: meinKA

Die Kasig (Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft) stellt am Dienstag, 28. April 2020, in der Sitzung des Gemeinderates einen Sachstandsbericht zur Kombilösung vor. Darin: Zahlen und Fakten! Unter anderem zu den steigenden Kosten des Projekts.

Sachstandsbericht blickt auf das Jahr 2019 zurück

Ein Innenstadt-Bereich, ohne vierspurige Straße und ohne Straßenbahn in der Fußgängerzone: Diese Vision schwebt schon seit Jahrzehnten über Karlsruhe, die konkrete Umsetzung dieser Kombilösung ist seit Januar 2010 im Gang. Auch ein Jahrzehnt später ist die Inbetriebnahme der beiden Teilprojekte noch nicht gelungen, wenn auch sie immerhin schon in Sichtweite ist.

In regelmäßigen Abständen lege die Verantwortlichen einen umfangreichen Sachstandsbericht vor. Der Bericht für das Jahr 2019 wird am Dienstag, 28. April 2020, dem Gemeinderat vorgelegt. Darin finden sich vergleichsweise gute Nachrichten, aber auch weniger gute.

 

Fertigstellung beider Teilprojekte im Jahr 2021 weiter geplant

So heißt es im Bericht weiterhin, dass die Inbetriebnahme des Bahntunnels unter der Kaiserstraße mit einem Abzweig in die Karl-Friedrich-Straße im Juni 2021 erfolgen soll, ab September 2020 soll bereits der Probebetrieb starten. Für den Autotunnel unter der Kriegsstraße mit Bahntrasse an der Oberfläche war zuletzt Ende 2021 angepeilt worden.

Was sich schon lange angedeutet hat, wird nun im neuen Sachstandsbericht bestätigt: Die Gesamtherstellungskosten für die Kombilösung steigen erneut von zuletzt etwa 1,300 Milliarden Euro auf bis zu 1,487 Milliarden Euro. Grund seien unter anderem zusätzlich notwendige Leistungen der Firmen aber auch gestiegene Baupreise am Markt sowie die ohnehin hohe Auslastung aller Unternehmen im Bausektor.

 

Kombilösung Auto Tunnel Ettlinger Tor

| Quelle: IR

 

Corona-Krise wird im Bericht noch nicht berücksichtigt

Doch offen ist, wie sich die Corona-Krise auf die Zahlen und Zeitpläne auswirkt. Der Bericht ist nämlich auf den Stand Januar 2020 terminiert – also noch vor der Ausbreitung der weltweiten Pandemie! Zuletzt hieß es Anfang April gegenüber meinKA, dass die Auswirkungen des Corona-Virus auf die Bauarbeiten und den Zeitplan nicht absehbar seien. So kann der eng getaktete Zeitplan durch Ausfälle von Bauarbeitern doch noch ins Wanken geraten.

Ungeachtet der aktuellen Schwierigkeiten gingen die Arbeiten dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr gut voran. So heißt es beispielsweise im Bezug auf das Teilprojekt Stadtbahntunnel: „Nachdem der Rohbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels bereits 2018 abgeschlossen wurde, standen in 2019 noch Restarbeiten an, die insbesondere Arbeiten an der Oberfläche betrafen, die durch die Rohbauarbeiten entweder in Anspruch genommen worden waren oder an die unterirdische Verkehrsanlage angepasst werden mussten.“ Fortschritte gibt es auch in der Kriegsstraße zu berichten: Hier liegt der Fokus aktuell wie auch 2019 auf den Vorbereitungen für die Baugruben, aber auch auf dem Rohbau des Tunnels selbst.

 

Anlieger erhielten bislang rund 13 Millionen Euro an Entschädigung

Keine Veränderungen gab es hingegen beim Thema Entschädigungen, „insbesondere keine weiteren Auszahlungen“, heißt es in dem Bericht. „Bisher wurden 645 Entschädigungsanträge gestellt. Hiervon sind 223 Anträge von Gewerbetreibenden wegen Gewinneinbußen und 42 Anträge von Grundstückseigentümern wegen Mietausfällen sowie 380 Anträge von Anliegern wegen Lärmbelästigung in Bezug auf verschiedene Zeiträume gestellt worden“, wird nun bilanziert. Von den Anträgen wurden 141 abgelehnt, acht Anträge wurden wieder zurückgezogen. Bislang wurden insgesamt Entschädigungen in Höhe von 13,070 Millionen Euro ausgezahlt.

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