Tierschutz in Karlsruhe
Mit Video | Schutz, Probleme & mehr: Im Gespräch mit Karlsruhes „Biberflüsterer“

Tierschutz in Karlsruhe Mit Video | Schutz, Probleme & mehr: Im Gespräch mit Karlsruhes „Biberflüsterer“

Quelle: meinKA

In Karlsruhe leben wieder Biber! Wer genau hinschaut, findet an Gewässern – wie zum Beispiel der Alb – Biberspuren. Um mehr über das zweitgrößte Nagetier der Welt zu erfahren, stand ein Gespräch mit Karlsruhes Biberbeauftragtem Michael Zacherle an.

Biberberater im Landkreis & Stadt Karlsruhe

Die Grundlage für das Bibermanagement in Baden-Württemberg bilden ehrenamtliche Biberberater, die von den Regierungspräsidien unterstützt werden. Für den Landkreis und die Stadt Karlsruhe ist Michael Zacherle als ehrenamtlicher Biberberater aktiv.

Diese Aufgabe ist wichtig, denn Biber sind streng geschützt – können aber auch große Schäden anrichten. Zu den wichtigsten Aufgaben der Biberberater gehören daher Beratung, Schadensprävention und Dokumentation von Revieren.

 

Biberspuren an der Alb. | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Im Gespräch mit Karlsruhes „Biberflüsterer“

 

Was genau ist ein Biberberater – und welche Aufgaben gibt es?

Michael Zacherle | Biberberater: Wir Biberberater sind Teil des Biber-Managements Baden-Württemberg und unsere Hauptaufgabe ist es, zu versuchen die Schäden, die der Biber anrichten kann zu minimieren. Deswegen sind wir in der Vorsorge tätig, damit erst gar nichts passiert. Aber wenn etwas passiert ist, dann sind wir die ersten vor Ort, die mit Betroffenen sprechen und möglichst gute Lösungen zu finden, um den Schaden abzuwenden und dafür zu sorgen, dass er nicht nochmal auftritt.

 

In der Günther-Klotz-Anlage gibt es viele Nutrias – das sind aber keine Biber. Denn Biber bekommt man hier nicht so häufig zu sehen – aber es gibt es tatsächlich auch Biber hier?

Michael Zacherle | Biberberater: Ja, vor fünf Jahren hätte ich noch sagen müssen „Nein, in Karlsruhe gibt es keine Biber“ – aber jetzt haben wir tatsächlich fünf Biber, die sich über das Stadtgebiet ganz gut verteilen. Im Jahr 2016 gab es nach 175 Jahren den ersten Biber-Nachweis am sogenannten Alb-Knie aber das war nur ein angenagter Baum. Danach war eine ganze Weile Ruhe – und jetzt, seit etwa drei, vier, fünf Jahren kommen die Biber wieder nach Karlsruhe – erst sind sie nur durchgeschwommen aber jetzt bleiben sie.

 

| Quelle: Biber / Symbolbild

 

Biber gelten als streng geschützt und in Karlsruhe gibt es nur wenige – allerdings gibt es eine neue Verordnung, die den Abschuss von Bibern erleichtern soll – dagegen wurde nun eine Petition gestartet. Was hat es damit auf sich? 

Michael Zacherle | Biberberater: Die Petition richtet sich gegen die Verordnung, die das Umweltministerium Baden-Württemberg im Januar erlassen hat. Die heißt zwar eigentlich Verordnung zum Management des Bibers aber sie regelt maßgeblich nur den möglichen Abschuss des Bibers – denn für das Management an sich gibt es ja seit zehn Jahren die Biberberater – so wie mich.

Gegen diese Verordnung gibt es jetzt eine Petition, die beim Landtag Baden-Württemberg eingereicht wurde – bei der jeder unterzeichnen kann. Wenn wir 10.000 digitale Unterschriften bekommen, muss sich der Petitionsausschuss des Landtags nochmal mit dem Thema befassen und das wäre natürlich super für den Biber aber auch für alle Menschen, die den Biber mögen.

Jetzt unterzeichnen – hier geht’s zur Petition. 

 

Gibt es in Karlsruhe überhaupt sogenannte „Problem-Biber“, die größere Schäden verursacht haben?

Michael Zacherle | Biberberater: Es gab letztes Jahr eine Umfrage des Umweltministeriums und laut dieser Umfrage, gibt es in zwei Prozent der Biber-Reviere ein Problem, das die Biberberater nicht alleine lösen können. Das heißt circa 0,5 Prozent der Biber machen tatsächlich Probleme, die nicht unerheblich sind. In Karlsruhe ist das noch nicht der Fall. Wenn der Biber in der Nähe von Straßen oder Wanderwegen einen Baum annagt, dann kommt die Stadt und kappt den Baum einfach, sodass nichts mehr passieren kann.

 

Biberspuren an der Alb. | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Wann sollte man den Biberberater kontaktieren?

Michael Zacherle | Biberberater: Wenn mögliche Schäden befürchten sind und/oder wenn der Biber neu auftaucht, dann wäre ich dankbar, wenn man sich möglichst schnell bei mir meldet. Dann kann man Bäume, Damm und den Deich schützen oder auch Verstopfungen von Rohren verhindern. Je früher wir als Biberberater Bescheid bekommen, desto kleiner sind am Ende die Schäden.

Kontakt:

  • Michael Zacherle – Naturschutzwart
  • Biberberater für die Stadt und den Landkreis Karlsruhe
  • Telefon: 0179/5917627
  • E-Mail: michael@zacherle.de

Wer mehr über Biber in Karlsruhe erfahren möchte, kann an Führungen von Michael Zacherle teilnehmen. Diese werde kostenfrei und ohne Anmeldung angeboten. Die nächsten Führungen sind im März geplant. Termine folgen.

 

Video | Biber in Karlsruhe – „Biberflüsterer“

 

 

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