News aus der Fächerstadt
Die EnBW senkt ihre Strompreise

News aus der Fächerstadt Die EnBW senkt ihre Strompreise

Quelle: Lino Mirgeler
dpa

Die EnBW senkt die Haushaltsstrompreise in der Grundversorgung zum 1. April. Was das jeweils für einzelne Kunden bedeutet, sollen diese in den kommenden Tagen per Post erfahren, sagte ein Sprecher des Karlsruher Energiekonzerns am Mittwoch, 10. Februar.

Eine Beispielrechnung: Ein Haushalt mit einem Stromverbrauch von 2900 Kilowattstunden (kWh) jährlich muss künftig 0,62 Cent je kWh weniger zahlen. Er spare somit 1,7 Prozent beziehungsweise rund 18 Euro. Der Sprecher machte keine Angabe zur Zahl der profitierenden Haushalte.

Nach Angaben des Vergleichportals Check24 haben seit Jahresbeginn schon 146 Grundversorger eine Preissenkung angekündigt – im Schnitt um zwei Prozent. 135 Grundversorger hätten hingegen den Strompreis erhöht oder Erhöhungen angekündigt – durchschnittlich um 2,9 Prozent.

Im Schnitt sei Strom aus der Grundversorgung so teuer wie nie, hieß es weiter. Auch in diesem Jahr müssten Verbraucher mit Rekordstrompreisen rechnen, sagte Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check24. «Die gestiegenen Netznutzungsentgelte und die Mehrwertsteuererhöhung haben zu einer spürbaren Belastung geführt. Die minimale Senkung der EEG-Umlage kann das nicht ausgleichen.»

Nach EnBW-Angaben ist die Preissenkung dank eines vorausschauenden Stromeinkaufs möglich. Knapp ein Viertel des Strompreises entfielen auf Beschaffung und Vertrieb. Der Rest gehe unter anderem auf Steuern, Umlagen und Entgelte für das Stromnetz zurück, die auf den Strompreis aufgeschlagen werden. Die Kosten für staatlich festgelegte oder regulierte Bestandteile in Summe seien zuletzt gestiegen.

Laut dem Vergleichsportal Verivox sind die Netzentgelte in Baden-Württemberg zum Jahreswechsel im Schnitt um 3,6 Prozent gestiegen – und damit deutlich stärker als im Bundesschnitt von 1,1 Prozent. Gleichzeitig gab es bundesweit eine leichte Entlastung bei der EEG-Umlage um rund 4 Prozent. «Baden-Württemberg gehört zusammen mit Hamburg, dem Saarland und Schleswig-Holstein zu den Bundesländern mit den höchsten durchschnittlichen Strompreisen für private Verbraucher», erklärte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck.

Die Preissenkung des größten baden-württembergischen Stromversorgers sorge zumindest für eine leichte Entlastung. «Dennoch gehören die Strompreise für Haushalte im Ländle zu den höchsten der Welt.» Hauptgrund seien die Steuern, Abgaben und Umlagen. Eine Abschaffung der EEG-Umlage, wie jüngst vom Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagen, würde einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 kWh demnach schlagartig um über 300 Euro pro Jahr entlasten.

 

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