News aus Baden-Württemberg
Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald: Forstminister dagegen

News aus Baden-Württemberg Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald: Forstminister dagegen

Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa
dpa

In der Landesregierung könnte es Streit um die im Koalitionsvertrag vereinbarte Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald geben.

Das CDU-geführte Ministerium für Ländlichen Raum erklärte am Samstag, derzeit fänden auf verschiedenen Ebenen, auch innerhalb der Landesregierung, Gespräche dazu statt. Minister Peter Hauk setze sich dabei unter anderem für Interessen der Waldbesitzer, des Staatswaldes, der Jägerschaft und der Sägewerke ein. Laut einem Bericht der «Badischen Zeitung» (Samstag/online) hatte der Forstminister jüngst bei einer Veranstaltung im Nordschwarzwald gesagt: «Ich will netto eigentlich gar nicht mehr. Das, was netto in der Lücke dazu kommt, muss irgendwo an den Rändern wieder weg.»

Den bisher einzigen Nationalpark in Baden-Württemberg gibt es seit 2014. Er besteht aus rund 10.000 Hektar Schutzgebiet in zwei Teilen, die langfristig zusammengeführt werden sollen. Dafür müssen den Wald- und Grundbesitzern die dazwischen liegenden Gebiete abgekauft werden.

Im Koalitionsvertrag steht: «Wir erweitern und entwickeln den Nationalpark Schwarzwald auf Basis fachlicher Kriterien in einem transparenten Beteiligungsprozess weiter.» Das Umweltministerium unter Leitung von Thekla Walker (Grüne) treibt das voran und bekam im Juli viele Empfehlungen aus einem Bürgerforum zur Weiterentwicklung des Nationalparks sowie von Nationalparkrat und -beirat übergeben.

Hauk sagte der Zeitung zufolge, er sei vertragstreu – aber: «Für mich heißt erweitern, wir beginnen mal mit einem Hektar netto mehr.» Sein Ministerium erklärte, eine Gesamtfläche einer Erweiterung sowie deren Ausgestaltung seien ebenso wenig bekannt wie mögliche Tauschflächen.

All das müsse auch im Zusammenhang mit der Bekämpfung des an Dramatik zunehmenden Klimawandels bewertet werden, teilte ein Sprecher mit. Flächen für den Nationalpark würden nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt. «Dies ist vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung und der CO2-Speicherung in Holzprodukten kritisch zu hinterfragen», erklärte der Sprecher. «CO2 muss nämlich nicht nur während des Lebens der Bäume, sondern auch nach deren «Tod» möglichst lange gespeichert werden.» Dafür müsse man Wälder bewirtschaften und das Holz nutzen.

Aufgrund der haushaltsrechtlichen Vorgaben des Landes müsse darüber hinaus der Wert der Tauschobjekte ermittelt werden. Erst dann könnten Gespräche mit Eigentümern über einen Flächentausch geführt werden.

Dem Zeitungsbericht zufolge hatte Hauk gesagt, die Lage habe sich unter anderem deshalb grundlegend verändert, weil die wirtschaftliche Situation nun eine ganz andere sei. Unter den Finanzierungsvorbehalt des Koalitionsvertrags falle auch der Passus zum Nationalpark.

 

Weitere Nachrichten

Nach Jahren der Schonzeit: Landen Bodensee-Felchen bald wieder auf den Tellern?

Sie sind bei Touristen und Fischern beliebt: Felchen gelten am Bodensee als Delikatesse. Weil der Bestand aber immer weiter zurückging, gilt seit Jahren eine Schonzeit. Die steht nun zur Diskussion.

Bahnausflüge mit Nostalgie: Das kostet’s, dahin geht’s

Ob Dampflok-Feeling, Viaduktüberquerung oder 37 Tunnel am Stück – spezielle Bahnen bringen im Südwesten Nostalgie und Ausflugslaune auf die Schiene. Wohin man damit fahren kann und was das kostet.

Brand in Gefängniszelle gelegt – Häftling schwer verletzt

Ein Häftling wird mit schweren Verbrennungen aus einem Gefängnis in eine Klinik gebracht. Feuerwehrleute und Justizbeamte müssen die Flammen zusammen löschen.

Unfall in Karlsruhe: Mann zwischen Bahn und Gleisen eingeklemmt

Ein Mann wollte in Karlsruhe in der Nacht noch seine Bahn erreichen – kurz darauf wird er zwischen Straßenbahn und Gleisbett eingeklemmt. Die Verletzungen sind lebensgefährlich.

Justizministerkonferenz: Paragraf zur Politikerbeleidigung soll eingeschränkt werden

Hass im Netz, Attacken vor Ort: Das Strafgesetzbuch schützt Politiker vor Beleidigungen und übler Nachrede. Geht es nach der Justizministerkonferenz, aber bald nicht mehr alle.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.