Getrennte Wege: Feigenbutz & Gottwald
Feigenbutz trennt sich von Manager Gottwald: „Es ist an der Zeit!“

Getrennte Wege: Feigenbutz & Gottwald Feigenbutz trennt sich von Manager Gottwald: „Es ist an der Zeit!“

Interview
Quelle: TMC-Fotografie.de | Tim Carmele

Nach acht Jahren hat sich der Karlsruher Boxer Vincent Feigenbutz von seinem Manager Rainer Gottwald getrennt. Warum der 24-Jährige diesen Schritt geht und wie es nun organisatorisch und sportlich weitergehen soll, hat er meinKA im Interview erklärt.

Gottwald & Feigenbutz – nach acht Jahren ist Schluss

Vincent Feigenbutz wurde bereits mit 16 Jahren Profi im Boxsport – von Beginn an seiner Seite war Rainer Gottwald. Er managte den heute 24-Jährigen, schloss die Verträge mit Sponsoren, organisierte Pressetermine – wo Feigenbutz auftrat, war auch Gottwald dabei. Doch nun, nach acht Jahren im Boxgeschäft, will Feigenbutz selbst die Zügel in die Hand nehmen und selbst über sich und sein Handeln bestimmen.

Warum genau er diesen Schritt nun – nach der verpassten Chance auf den Weltmeistertitel in den USA – wagt, hat er gegenüber meinKA erklärt.

 

Vincent Feigenbutz über die Gründe der Trennung

Warum hast du dich nach acht Jahren von deinem Manager Rainer Gottwald getrennt?

Vincent Feigenbutz: Meine Karriere und damit die Zusammenarbeit mit Rainer Gottwald begann, als ich noch ein Teenager war – aber ich werde älter und auch reifer und möchte ab sofort mein Leben selbst gestalten. Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, meine Karriere selbst in die Hand zu nehmen und nun ist es an der Zeit, diesen Schritt zu gehen.

Ich habe Rainer viel zu verdanken – wir hatten gerade zu Beginn viele positive Zeiten, doch in der letzten Zeit überwog das Negative und es lief nicht mehr so, wie ich mir das vorgestellt hatte – sowohl geschäftlich, als auch privat. Ich habe in den letzten Wochen viel darüber nachgedacht und bin nun zu dem Entschluss gekommen, dass es für uns beide das Beste ist, wenn ich meine Karriere ab sofort einfach selbst in die Hand nehme.

 

Welche Differenzen gab es oder war deine Niederlage in den USA der Auslöser für die Trennung?

Vincent Feigenbutz: Wie gesagt gab es zwischen uns in der letzten Zeit immer wieder Differenzen – auch wenn das Gute nicht unerwähnt bleiben soll. Rückblickend war mein erster Kampf um die Weltmeisterschaft im Hinblick auf die Bedingungen einfach furchtbar. Bei meiner zweiten Chance um den Weltmeistertitel im vergangenen Februar war die Organisation ebenfalls von Beginn an eine Katastrophe – so kann es einfach nicht weitergehen.

Ich hoffe, dass ich eine dritte Chance auf den Weltmeistertitel bekomme und dann will ich top vorbereitet sein. Das schaffe ich allerdings nur, wenn ich meinen Weg selbst bestimmen kann. Wichtige Entscheidungen, wie beispielsweise die Trainerwahl, müssen künftig über mich laufen. Acht Jahre lang wurde meine Karriere oftmals gegen meinen Willen gesteuert, nun ist es an der Zeit, dass ich selbst bestimme und entscheide, was gut und richtig für mich ist.

 

Manager Rainer Gottwald mit Vincent Feigenbutz und Ex-Team-Kollege Ahmad Ali. | Quelle: Thomas Riedel

 

Ohne Manager Gottwald – so soll es künftig weitergehen

Gibt es einen Nachfolger oder wie setzt sich die Organisation deines Managements künftig zusammen?

Vincent Feigenbutz: Nein, ich möchte aktuell keinen Manager an meiner Seite haben. Ich übernehme das alles selbst und die ersten Reaktionen sind sehr postiv. Es ist schön, endlich Kontakt zu den Leuten zu haben und nicht über meinen Kopf bestimmen zu lassen. Die freuen sich, mich endlich richtig kennenlernen zu können.

 

Welche weiteren sportlichen Ziele stehen für dich in der nächsten Zeit an?

Vincent Feigenbutz: Nach meiner Niederlage in den USA will ich jetzt wieder voll angreifen und mich voll und ganz auf meine Karriere konzentrieren. Meine sportlichen Ziele stehen weiterhin fest, ich will Weltmeister werden – und hierfür gebe ich alles! Natürlich werde ich hier vorerst weiter mit Team Sauerland zusammenarbeiten, hier stehe ich aktuell unter Vertrag.

 

Feigenbutz nach seinem Sieg über Cesar Nunez im August 2019. | Quelle: TMC-Fotografie.de | Tim Carmele

 

Feigenbutz: „Rainer akzeptiert meine Entscheidung“

Wie hat Rainer Gottwald deine Entscheidung aufgenommen und glaubst du, dass diese Trennung auch negative Aspekte für dich mit sich bringen kann?

Vincent Feigenbutz: Ich habe mit Rainer gesprochen und er hat meine Entscheidung gefasst aufgenommen und akzeptiert sie. Ich denke nicht, dass die Trennung mit Rainer schlecht für meine weitere Karriere sein wird. Natürlich können Gerüchte aufkommen – doch jeder der mich besser kennenlernt wird merken, wie ich wirklich bin und darauf sollte man vertrauen. 

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