News aus Baden-Württemberg
Kein Fischsterben im Rhein nach Trockenheit im Sommer

News aus Baden-Württemberg Kein Fischsterben im Rhein nach Trockenheit im Sommer

Quelle: Thomas Frey/dpa/Archivbild
dpa

Das extreme Rhein-Niedrigwasser im lange trockenen und heißen Sommer 2022 hat zwar die Schifffahrt schwer beeinträchtigt – aber laut Experten kein massenhaftes Fischsterben verursacht.

Der Fluss habe sich ökologisch anscheinend wieder weitgehend erholt. «Dieses Jahr war es nicht so dramatisch wie im Sommer 2003, als uns tote Muscheln entgegengefallen sind und Fischkadaver vorbeigeschwommen sind», sagte Jörg Schneider vom Büro für fisch- und gewässerökologische Studien in Frankfurt der Deutschen Presse-Agentur.

Im Sommer 2022 habe sich das Niedrigwasser des Rheines auf um die 26 Grad erwärmt – Lachse und Forellen etwa hätten dies oft gerade noch überstanden. Fische hätten sich auch «Refugien» in etwas weniger heißen Wasserzonen gesucht. Binnenschiffer konnten allerdings deutlich weniger laden ohne Grundberührung zu riskieren.

Der Zoologieprofessor Jochen Koop von der Koblenzer Bundesanstalt für Gewässerkunde erklärte, laut einer Faustformel müssten für ein weitflächiges Fischsterben im Rhein mindestens 40 Tage hintereinander 25 Grad Wassertemperatur überschritten werden – das sei in diesem Jahr nicht der Fall gewesen.

Der Leiter des Sekretariats der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins in Koblenz, Marc Daniel Heintz, sagte: «Wir waren erleichtert, dass es nach der langen Trockenheit dann im September viel geregnet hat.» In etlichen Jahren sei der Wasserstand im Herbst am niedrigsten – diesmal aber sei er dann nicht noch weiter gefallen, sondern wieder deutlich gestiegen.

Bei Niedrigwasser wird die Fahrrinne für Schiffe schmaler, Fische haben weniger Platz und können laut Experten wohl auch vom starken Sog großer Frachter leichter in die Schiffsschrauben gezogen werden.

Der Biologe Schneider erläuterte, dass in staugeregelten Nebenflüssen wie Mosel und Main die Wassertemperaturen im Sommer etwa zwei bis vier Grad über der des Mittelrheins gelegen habe. Typisch für sehr warme Gewässer ohne viel Strömung sei die Bildung von Blaualgen. Diese sind eigentlich Bakterien (Cyanobakterien). In Teilen der Mosel breiteten sie sich im Sommer 2022 so stark aus wie nie zuvor. Sie können Giftstoffe produzieren, die die Gesundheit von Menschen und Tieren gefährden. In der Mosel tauchen Blaualgen erst seit 2017 auf.

 

Weitere Nachrichten

Großbrand in Karlsruher Reifenlager

Meterhohe Flammen, dichter Rauch: In Karlsruhe geht ein Reifenlager in Flammen auf. Wie die Feuerwehr Schlimmeres verhindern konnte.

Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angst und Panik

Tausende Teenagerinnen in Baden-Württemberg wachen nachts schweißgebadet auf, weil Panikattacken sie quälen. Denn die Pandemie hat Folgen – besonders bei jungen Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren.

Autos auf Fußballplatz "Drifter" ruinieren Sportplätze - Vereine sind frustriert

Tiefe Furchen, teure Schäden: Mehrere Sportplätze sind nach Auto-Stunts von Unbekannten kaum noch zu bespielen. Vereine bangen um ihren Saisonstart – und die Kommunen fürchten hohe Reparaturkosten.

Tourismus im Land: So viele Menschen planen 2026 eine Urlaubsreise

Die Wirtschaft in Deutschland strauchelt, viele Jobs stehen auf dem Spiel. Die Reiselust in Deutschland ist dennoch ungebrochen. Ein großer Teil der Menschen will 2026 in den Urlaub fahren.

Diese Acts wollen für Deutschland beim ESC antreten

Von Balladen bis Italo-Pop: Im deutschen ESC-Finale treten Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland an. Wer schafft den Sprung nach Wien?




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 










Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.