Corona-Krise hinterlässt ihre Spuren
Kombilösung Karlsruhe – Bauarbeiten unter erschwerten Rahmenbedingungen

Corona-Krise hinterlässt ihre Spuren Kombilösung Karlsruhe – Bauarbeiten unter erschwerten Rahmenbedingungen

Quelle: Kasig

Die Pleite einer Baufirma, eine steckengebliebene Tunnelbohrmaschine und nun eine Pandemie: Es scheint, als bliebe der Kombilösung Karlsruhe nichts erspart. Das Ziel der Fertigstellung beider Teilprojekte bis Ende 2021 halten die Verantwortlichen fest.

Autos & Bahnen müssen am Karlstor Platz machen

Die Bauarbeiten für das große Projekt Kombilösung Karlsruhe laufen derzeit weiter! Das berichten die Verantwortlichen der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrer wöchentlichen Pressemeldung. Im Straßenbahntunnel läuft dabei der Innenausbau, in der Kriegsstraße dreht sich fast alles hingegen um den Rohbau. „Die Arbeiten werden derzeit so optimiert und flexibel umgestaltet, dass der Baufortschritt sowohl beim Bahntunnel wie auch bei der Kriegsstraße trotz der – allerdings bei der Kombilösung noch beherrschbaren – Spuren, die die Corona-Pandemie hinterlässt, gewährleistet ist“, heißt es von offizieller Seite.

Mittlerweile läuft der Umbau der Kriegsstraße auf kompletter Länge und dabei auch schon der Bau des Autotunnels in der Baugrube selbst. Der Bereich, in dem als letztes der Ingenieurbau angepackt wird, ist der westliche Teil des Baufelds W 1 am Karlstor. Das ist jetzt möglich, da der Autoverkehr an dieser Kreuzung über die Kriegsstraße hinweg unterbrochen wurde, ab 20. April fahren hier dann auch keine Bahnen mehr. Der Platz ist auch nötig, da hier schweres Gerät Drehbohrpfähle in den Boden bringt. Auch der Zwischenraum zwischen den Pfählen wird nun verfüllt, sodass hier eine abgedichtete Baugrube entstehen kann, in die keine Erde von außerhalb rutschen und kein Grundwasser eindringen kann.

 

Hilfsbrücke für Fußgänger kommt nach Ostern

Auch wenn die Bauarbeiten hier dann später auf Hochtouren laufen, können Fußgänger weiter die Grube überqueren. Dafür wird am Donnerstag nach Ostern eine Hilfsbrücke eingehoben. Sie überspannt die alte Rampe Kriegsstraße – die auch gleichzeitig in das neue Tunnelbauwerk führen wird. Radfahrer hingegen wird eine Umfahrung der Kreuzung Karlstor empfohlen. Autos können über kleinere Umleitungen die Baugrube überqueren und so auf die andere Seite gelangen. Umleitungen sind hingegen auch für den Bahnverkehr angesagt.

 

Bauarbeiten Karlstor

Der Autoverkehr entlang der Karlstraße über die Kriegsstraße am Karlstor musste den Baggern weichen. | Quelle: Kasig

 

Ebenfalls im Baufeld W1, allerdings auf der Ostseite, ist der Tunnelbau teilweise schon sichtbar. Zwar muss teilweise noch die alte Tunnelwand der Unterführung beseitigt werden, doch gleichzeitig wird auch schon an den bereits bestehenden Tunnel im Baufeld W2 angebaut. Auf der anderen Seite der fertigen Röhren in den Baufeldern W3 und W4 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor wird ebenfalls dafür gesorgt, dass der Tunnel immer länger wird. Hier wird an den Außen- und Mittelwänden sowie an einer Tunneldecke gearbeitet. Wenn dieser Abschnitt fertig ist, ist die Lücke zwischen dem Abschnitt W2 und dem ebenfalls bereits fertigen Abschnitt direkt unter der Kreuzung am Ettlinger Tor geschlossen.

 

Letzte Reste der alten Unterführung werden abgerissen

Auch auf der anderen und östlichen Seite der Kreuzung, im Abschnitt O5, geht es bald mit dem Tunnelbau selbst los. Bislang mussten hier die letzten Reste der früheren Unterführung entfernt werden. Wer weiter in Richtung Osten – zwischen Staatstheater und Mendelssohnplatz – in die Baufelder O4 und O3 blickt, der kann ebenfalls fast auf gesamter Länge die Arbeiter beim Tunnelbau beobachten. In Teilbereichen gilt es allerdings noch, Erde mit Lastwagen zu entfernen.

Im Bereich ab dem Mendelssohnplatz ist der Tunnel bereits im Rohbau fertig. Hier steht der Innenausbau an, der aus dem Herstellen von Schlitzrinnen für das anfallende Regenwasser und die Notgehwege besteht. Oberhalb dieses Tunnelabschnitts gibt es ebenfalls Fortschritte: Auf der Nordseite der Ludwig-Erhard-Allee zwischen Kapellenstraße und Mendelssohnplatz werden die endgültige Fahrbahn sowie Rad- und Gehwege gebaut und in der Mitte der Ludwig-Erhard-Allee zwischen Ostendstraße/Henriette-Obermüller-Straße und Kapellenstraße die Gleise hergestellt. Ab Mitte Oktober werden diese Gleise dann an das bereits bestehende Bahnnetz in der Ludwig-Erhard-Allee angeschlossen.

 

Bauarbeiten Ludwig-Erhard-Allee

Der Beton fließt beim Gleisbau in der Ludwig-Erhard-Allee, wo die Trasse bereits zwischen den Tunnelrampen entsteht. | Quelle: Kasig

Wandverkleidung und Elektrik ziehen im Bahntunnel ein

Der Innenausbau geht auch im Bahntunnel weiter: Verkleidet und mit einem Akustik-Putz versehen werden die oberen Haltestellenwand-Bereiche in den Haltestellen Lammstraße und Europaplatz. Andernorts wie etwa in den Haltestellen Marktplatz, Ettlinger Tor und Kongresszentrum werden zunächst noch die Verkleidungsplatten auf eine Unterkonstruktion geschraubt. Zudem sind in fast allen Haltestellen die Elektriker mit dem Verlegen von Stromleitungen beschäftigt. Gleichzeitig werden auch die Leitungen verlegt, die in besonderer Weise dem Brandschutz genügen müssen ebenso wie Leitungen, die dem Funkverkehr von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten dienen, wenn „unterirdische“ Einsätze bewältigt werden.

 

Baurarbeiten Haltestelle Kronenplatz

Quer über den Bahnsteig spannt sich der Träger für die Fahrgastinformation, der gerade am Kronenplatz montiert wird. | Quelle: Kasig

 

Das Lichtgespinst in der Haltestelle Durlacher Tor macht ebenfalls Fortschritte: Von Wand zu Wand spannen sich auf zwei Ebenen Drahtseile, in die die Beleuchtung für die Haltestelle eingehängt werden wird. Die Befestigungen für die Drahtseile ziehen sich bereits durch die Haltestellen Kronenplatz, Lammstraße und Europaplatz.

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