Corona in Baden-Württemberg
Konzerte und Turniere: Viele neue Modellprojekte genehmigt

Corona in Baden-Württemberg Konzerte und Turniere: Viele neue Modellprojekte genehmigt

Quelle: Marijan Murat

Die ersten Modellprojekte geben bereits Hoffnung. Nun macht das Land den Weg frei für weitere Öffnungsversuche. Aufatmen vor allem im Tourismus und in der Kultur. Allerdings könnte sich das eine oder andere Projekt als Modell bald erledigt haben.

Ein Blaskonzert oder ein Fußballturnier? Eine durchtanzte Nacht oder Schlussapplaus nach dem Theaterabend? Ewig scheint das angesichts der langen Corona-Zwangspause her zu sein. Nun macht das Land wegen der konstant sinkenden Infektionszahlen den Weg frei für weitere Modellprojekte im Tourismus, in Kultur, im Sport und in der Clubszene. 19 Versuche können an den Start gehen, um Konzepte für eine Zukunft mit weiter gesunkenen Corona-Zahlen zu erproben, wie das Gesundheitsministerium am Samstag in Stuttgart mitteilte. Voraussetzung: eine stabile Inzidenz von unter 100 im jeweiligen Land- oder Stadtkreis.

Ausgewählt wurden unter anderem Projekte für Chor- und Orchesterkonzerte, für Sehenswürdigkeiten, für die Freilichtspiele in Schwäbisch Hall und Ötigheim und das Welfenfest in Weingarten. In Ludwigsburg sollen Angebote für Jugendliche umgesetzt und in Ravensburg zwei Clubs geöffnet werden, der Rems-Murr-Kreis plant sechs Open-Air-Konzerte im Aspacher Fußballstadion und Baden-Baden will seine Casinos und Spielhallen öffnen.

«Das ist das richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt», sagte der Landrat des Ortenaukreises, Frank Scherer. «Kinder, Sport und Kultur sind in der Pandemie abgehängt worden. Deshalb ist es gut, dass wir nun hier zuerst weitergehende Öffnungen versuchen können.» In seinem Kreis plant der Südbadische Fußballverband die «Mini-Fußballspieltagen», die Stadt Achern ist mit neun Musikvereinen bei einem Projekt mit dabei. «Das Projekt soll als Vorbild für andere Vereine dienen», sagte Scherer.

Allerdings könnte sich das eine oder andere Projekt als Modell bald auch schon wieder erledigt haben: Denn mit der geplanten neuen Corona-Verordnung soll es Städten und Kreisen mit einer Inzidenz unter 50 auch erlaubt werden, unmittelbar in die nächste Öffnungsstufe einzutreten und Auflagen zu lockern. «Es braucht damit kein zeitliches Durchlaufen der einzelnen Öffnungsschritte», teilte das Ministerium mit. Dank dieser generellen Öffnungsperspektive könnten zahlreiche eingereichte Modellvorhaben regulär im Rahmen der Corona-Verordnung umgesetzt werden, teilten Städtetag, Gemeindetag und Landkreistag mit. Land und kommunale Landesverbände hatten das Auswahlverfahren gemeinsam organisiert.

Für mehr als die Hälfte der Städte und Kreise im Land könnte das in Frage kommen. Denn landesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag nach Angaben des Landesgesundheitsamtes bei 43,9 Ansteckungen pro 100 000 Einwohner. 26 der insgesamt 44 Stadt- und Landkreise unterschreiten nach aktuellem Stand die 50er-Inzidenzschwelle und keine einzige Region liegt noch bei einer dreistelligen Inzidenz.

Insgesamt gingen nach Angaben des Ministeriums 83 Anträge für die Modellprojekte ein, fast jeder zweite (39) aus der Kultur. «Der Anteil von gut 50 Prozent zeigt, wie dringend gerade diese Branche Öffnungsperspektiven braucht», sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Die Auswahl sei nicht leichtgefallen. Kriterien seien die wissenschaftliche Begleitung gewesen und die Frage, wie sehr sich die Projekte auf die jeweiligen Lebensbereiche oder die Branche übertragen ließen. Auch die Qualität von Test- und Hygienekonzepten sowie die digitale Nachverfolgung von Kontakten hätten eine Rolle gespielt.

Der Europapark (Ortenaukreis) hatte den Zuschlag bereits erhalten und vor einer Woche geöffnet. Eigentlich dürfen Freizeitparks in Baden-Württemberg erst in einer dritten Öffnungsstufe wieder Besucher empfangen – also frühestens etwa einen Monat nach dem Außerkrafttreten der sogenannten Bundes-Notbremse im jeweiligen Kreis. Nun findet sich auch der Erlebnispark Tripsdrill unter den Modellprojekten wieder. «Es ist eine Erleichterung, jetzt eine Perspektive zu haben», sagte Parksprecher Birger Meierjohann der «Heilbronner Stimme». Wenn das Modellprojekt im Europapark positiv bewertet werde, «wovon wir alle ausgehen», so Meierjohann, dann wäre der 8. Juni ein möglicher Starttermin für alle anderen Freizeitparks.

 

 

Weitere Nachrichten

Gesellschaft: Ein Viertel der jungen Erwachsenen ist bereits ausgezogen

Flügge werden und von zu Hause ausziehen - ein Schritt, den Eltern wie Kinder ab einem gewissen Zeitpunkt herbeisehnen: Rund ein Viertel (26 Prozent) aller 15- bis unter 25-Jährigen in Baden-Württemberg hat diesen Schritt bereits vollzogen.

Trotz geplanter Lockerung: "Cannabis ist nicht harmlos"

Cannabis-Konsum soll entkriminalisiert werden. Der Bund plant dazu eine Gesetzesänderung. Harmlos ist der Stoff trotzdem nicht, betonen Sucht-Experten. Sie sehen den neuen Ansatz nur als Notlösung.

Weniger Betriebe in Baden-Württemberg gegründet

Die Zahl der Existenzgründungen in Baden-Württemberg ist zurückgegangen. Sie sank im ersten Halbjahr um 5,9 Prozent auf rund 39.000 neu gegründete Gewerbebetriebe im ersten Halbjahr 2022, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Einbrecher wieder aktiver: Zahl der Beutezüge steigt

Jahrelang war der Trend eindeutig: Die Zahl der Einbrüche ging zurück, die Lage wurde sicherer. Die Pandemie hat das noch gefördert. Nun scheinen Einbrecher in Baden-Württemberg zumindest in den vergangenen Monaten wieder stärker unterwegs zu sein.

Flächenbrand in Eggenstein: Polizei ermittelt in alle Richtungen

Nach einem Flächenbrand in Eggenstein im Kreis Karlsruhe ermittelt die Polizei in alle Richtungen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Daumen hoch, wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, oder zeigen Sie uns, dass wir uns verbessern können.

0%
0%

Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.