Spieltag 25 | Zweite Liga
KSC reist nach Heidenheim – „Ich bin ein unangenehmer Verlierer“

Spieltag 25 | Zweite Liga KSC reist nach Heidenheim – „Ich bin ein unangenehmer Verlierer“

Quelle: Uwe Anspach/dpa
KSC

Am Samstag, den 07. März 2020 um 13:00 Uhr, tritt der Karlsruher SC zum Auswärtsspiel gegen den 1. FC Heidenheim an. Nur drei Punkte trennen die Karlsruher derzeit vom letzten Tabellenplatz – daher wären drei Punkte mehr als wichtig im Abstiegskampf.

Nach der bitteren 0:1 Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg gab es im Wildpark viele hängende Köpfe und enttäuschte Gesichter zu sehen. Der KSC verpasste die Chance zu Nürnberg aufzuschließen und sich etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Der Vorsprung auf den letzten Tabellenplatz beträgt nun nur noch drei Punkte, auf den ersten Nichtabstiegsplatz allerdings auch – Bochum auf Platz 15 ist also in Schlagweite.

Ausgerechnet jetzt geht es auswärts gegen den Tabellenvierten aus Heidenheim – nicht gerade ein klassischer Aufbaugegner. Erneut sicher sein kann sich der Karlsruher SC der Unterstützung seiner Fans, denn der Gästeblock in Heidenheim ist mit 1.475 Karten ausverkauft. Cheftrainer Christian Eichner äußerte sich auf der Pressekonferenz vor der wichtigen Begegnung zu der Bilanz seiner bisherigen Amtszeit, dem Hadern mit eigenen Fehlern, der aktuellen Lage des Vereins und den Stärken des kommenden Gegners.

 

Karlsruhe muss auf Röser verzichten

Nicht in Heidenheim mitwirken können wird Martin Röser, dieser laboriert an muskulären Problemen. Ein Einsatz von Stürmer Anton Fink ist ebenfalls fraglich, nach überstandener Krankheit könne er erst morgen wieder in das Mannschaftstraining einsteigen – offen bleibt, ob die Kräfte für einen Einsatz reichen. Weiterhin verletzt und somit nicht einsatzbereit ist Flügelspieler Marc Lorenz. Ansonsten kann Eichner aus den Vollen schöpfen.

 

Die Amtszeit Eichners bis dato

Obwohl der Mannschaft unter Eichner bisher nur ein Sieg gelingen konnte, fällt der Trainer ein durchaus positives Urteil über seine bisherige Amtszeit: „Ich glaube, was wir geschafft haben, ist der Mannschaft eine gewisse höhere Aktivität mitzugeben – das war unser Hauptauftrag. Wir haben versucht etwas flotteres, jüngeres, dynamischeres über die Wochen einzubauen. Wir waren sehr um Balance bedacht.“ Diese Balance sei auch weiterhin der Hauptfokus seiner Arbeit als Trainer. Dem entspricht auch das von Eichner ausgerufene Trainingsziel der nächsten Wochen: „Weiterhin mutig und aktiv denken, gleichzeitig aber an der Balance nach hinten arbeiten.“

 

„Punkte haben wir definitiv zu wenig“

Durchaus kritisch bewertet Eichner das aktuelle Punktekonto seiner Mannschaft, denn „Punkte haben wir definitiv zu wenig, wir wissen allerdings warum die zu wenige sind.“ An seiner grundlegenden Arbeit zweifelt Eichner deshalb jedoch nicht: „So überzeugt bin ich, dass der Weg der einzige ist, den wir jetzt begonnen haben.“

Voll zählen kann er beim Gehen dieses Weges auf seine Mannschaft. Diese stehe hinter ihm, wie auch er hinter ihr stehe: „Es geht nicht um Akzeptanz, die Mannschaft akzeptiert mich total. Ich glaube, das beruht auf einer gegenseitigen riesigen Wertschätzung.“ Das spüre er auch jeden Tag auf dem Trainingsplatz: „Es ist ein großer Wille da die Dinge umzusetzen, die wir sehen wollen und ich bleibe dabei, dass diese Mannschaft eine realistische Chance hat diese Liga direkt zu halten.“

 

Tor durch Patrick Erras (1. FC Nürnberg 29).

Tor durch Patrick Erras (1. FC Nürnberg 29). | Quelle: TMC-Fotografie.de

 

Eichner hadert mit Slapstick-Gegentoren

Noch heute beschäftigen den Trainer der Karlsruher jedoch die vier Gegentore, welche der KSC unter seiner Regie bisher kassierte. „Wenn ich allein an diese vier Gegentore denke, da wird es mir heute noch schwindelig, weil das waren mehr oder weniger alles Slapstick-Gegentore“, so Eichner über die Treffer nach individuellen Fehlern. Dem entspricht auch Eichners Hadern mit der Niederlage gegen Nürnberg: „Ich würde die Dinge leichter akzeptieren – ich bin ein ganz unangenehmer Verlierer – wenn mal eine tolle Flanke aus dem Halbfeld kommt und der Frey aus Nürnberg macht einen fantastischen Flugkopfball und du verlierst 1:0.“ Allerdings liege in diesen Fehlern auch eine Chance zur Motivation: „Die Mannschaft muss sich bewusst sein, wenn sie die Fehler abstellt, dann kriegt sie kein Gegentor.“

Trotz seines Patzers gegen Nürnberg fand der Coach lobendende Worte für Torwart Benjamin Uphoff. In der Zeit seit seiner Amtsübernahme sei Uphoff ein wichtiger Rückhalt für die Mannschaft gewesen und stehe deshalb nicht zur Diskussion: „Der Junge ist total stabil aktuell für mich, deswegen vertraue ich Benjamin total.“ Klar sei aber trotzdem, dass Uphoff im Speziellen und die Mannschaft als Ganzes die Eigenfehler zukünftig abstellen müssen, um das große Ziel Klassenerhalt zu erreichen.

 

„Es ist einfach so, wir sind Aufsteiger!“

Um den Klassenerhalt zu erreichen, bemüht sich Eichner weiterhin darum Ruhe und Zuversicht auszustrahlen. Es gehe um eine „realistische Einordnung der Möglichkeiten“, denn „es ist einfach so, wir sind Aufsteiger!“. Die Ergebnisse innerhalb der zweiten Bundesliga zeigen, dass diese umkämpft und offen sei, so Eichner. Darin begründet liege auch das Potential des Karlsruher SCs innerhalb dieser Liga: „Der KSC kann jede Woche in dieser Liga Spiele gewinnen. Wir müssen uns aber auch im Klaren sein, dass wir nicht so vollgestopft sind, um zu sagen, wir verlieren gar kein Spiel, wir machen gar keine Fehler.“

 

Heidenheim – der Gegner im Überblick

Der 1. FC Heidenheim rangiert derzeit auf dem vierten Tabellenplatz. Der Rückstand auf den dritten Platz beträgt jedoch nur drei Punkte. Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt ist besonders in der heimischen Voith-Arena schwer zu schlagen: in zwölf Spielen gelangen sechs Siege, vier Unentschieden und nur zwei Niederlagen. Mit gerade einmal 25 Gegentoren stellt Heidenheim die zweitbeste Defensive der zweiten Bundesliga, nur Arminia Bielefeld musste noch weniger Tore einstecken.

Auch Christian Eichner weiß um die Gefahr, welche von Heidenheim ausgeht und warnt deshalb seine Mannschaft: „Auf uns kommt die laufstärkste Mannschaft der Liga zu. Auf uns kommt eine Mannschaft zu, die eine sehr, sehr große Mentalität über all die Jahre, die sie jetzt im bezahlten Fußball sind, auszeichnet.“

Allerdings ging die letzte Partie Heidenheims verloren, gegen Darmstadt 98 setzte es ein 2:0. Eichner gibt sich nicht nur wegen dieses Ergebnisses kämpferisch: „Wir werden da genau so mutig spielen wie in Hamburg und in Sandhausen. Dann werden wir versuchen dort den ersten Dreier aus Heidenheim mitzunehmen, weil ein anderes Ziel haben die Jungs und ich nicht.“

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