News aus Baden-Württemberg
Mutmaßlicher Serientäter: Polizei sucht nach weiteren Opfern

News aus Baden-Württemberg Mutmaßlicher Serientäter: Polizei sucht nach weiteren Opfern

Quelle: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild
dpa

Eine junge Frau wird über mehrere Tage festgehalten und vergewaltigt. So beschreiben Ermittler einen Fall aus Baden-Württemberg – und vermuten zudem einen Serientäter. Die Suche der Polizei nach weiteren Opfern hat erst begonnen.

Die Rollläden sind heruntergelassen, nichts deutet mehr darauf hin, was sich in dem Haus am Ortsrand von Walldürn im Norden Baden-Württembergs Grausames zugetragen haben soll. Ein 37-Jähriger steht laut der Staatsanwaltschaft Mosbach im Verdacht, eine junge Frau über Tage bei sich festgehalten und vergewaltigt zu haben. Der 23-jährige Bruder des Mannes gilt den Ermittlern als Helfer. Mindestens zwei weitere Frauen sollen ebenfalls bereits zum Opfer geworden sein, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Heilbronn am Freitag sagte. Die Ermittler prüfen zudem, inwiefern es noch weitere Betroffene des mutmaßlichen Serientäters gibt.

Der 37-Jährige soll die 26 Jahre alte Frau vom 15. Oktober bis in die Nacht auf den 19. Oktober gegen ihren Willen festgehalten und sich an ihr vergangen haben. Dem Opfer gelang es nach Angaben der Ermittler schließlich, mit einem Telefon von dem Anwesen aus eine Bekannte anzurufen, die über den Notruf die Polizei alarmierte. Der Bekannten soll die junge Frau geschildert haben, sie werde gegen ihren Willen festgehalten und fürchte um ihr Leben. Zu den Verletzungen und dem Zustand der Frau machten die Ermittler zunächst keine Angaben.

Walldürns Bürgermeister Markus Günther (CDU) zeigte sich am Freitag «entsetzt». Das Anwesen, in dem die Tat geschehen sei, stehe im Moment leer, sagte Günther. Näheres dazu wisse er aber nicht.

Als Polizisten das Haus am 19. Oktober durchsuchten, stießen sie auf Hinweise, die auf weitere mutmaßliche Opfer schließen lassen. Mindestens einer der beiden deutschen Verdächtigen soll in dem Haus in Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis) gelebt haben. Die beiden haben sich den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge teilweise zur Sache geäußert.

Einen Fall wie diesen hält der Kriminologe Christian Pfeiffer für «höchst selten» in Deutschland. Dass Menschen andere über längere Zeit festhielten und auch wiederholt zum Täter würden, sei sehr ungewöhnlich. Für die Aufklärung des Falls sei es von Interesse, das Rollenverhältnis der Brüder zu ergründen, sagte Pfeiffer. Zudem stelle sich die Frage, warum weitere Betroffene nicht die Polizei gerufen hatten. Das lege nahe, dass die Täter ihren Opfern gewaltige Angst eingeflößt hätten, sagte Pfeiffer.

Dem 37-jährigen Mann wird Geiselnahme in Tateinheit mit besonders schwerer Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Er ist mit einem Unterbringungshaftbefehl in eine psychiatrische Klinik gebracht worden. Dies deutet darauf hin, dass der Mann womöglich psychisch krank ist oder zur Tatzeit vermindert schuldfähig war. Nähere Angaben machten die Ermittler dazu zunächst nicht. Der Bruder des Mannes soll bei den mutmaßlichen Taten Hilfe geleistet haben. Er wurde wegen des Verdachts auf Beihilfe verhaftet und in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Weitere Nachrichten

Konjunktur-Stimmung im Handwerk: Viele warten auf bessere Zeiten

Viele Handwerksbetriebe hoffen auf ein Licht am Ende des Tunnels. Wer besonders optimistisch bleibt – und wo das Stimmungsbarometer überraschend steigt.

Kriminelle Ausländer: Migrationsstaatssekretär fordert Druck auf Heimatstaaten

Das Land will mehr Kriminelle nach Syrien abschieben - bislang ist aber nur einmal ein Straftäter ins Flugzeug gesetzt worden. Das liegt nicht zuletzt auch am Bund, meint der Migrationsstaatssekretär.

Feuerpause im Streit um den Wolf? Richter bitten um Aufschub

Es ist ein Hin und Her im Streit um den Abschuss eines Wolfs im Nordschwarzwald. Bis Mitte Februar dürfte die Entscheidung über den «Hornisgrinde-Wolf» nun ruhen. Warum das?

Neue Designer-Droge im Raum Karlsruhe entdeckt: Was man dazu wissen muss

Cychlorphin gilt als hochpotente synthetische Droge: Schon kleine Mengen können zu schweren Vergiftungen führen. Was Fachleute zu Risiken und Schutzmaßnahmen sagen.

21-Jähriger fährt in Karlsruhe gegen Oberleitungsmast und stirbt

Mitten in der Nacht rücken die Einsatzkräfte in Karlsruhe aus. Ein Autofahrer hat einen Unfall - kurz darauf gibt es schlimme Neuigkeiten.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.