Zoologischer Stadtgarten
Neue Bewohner im Tierpark Oberwald: Waldrentiere ziehen zu den Karlsruher Elchen

Zoologischer Stadtgarten Neue Bewohner im Tierpark Oberwald: Waldrentiere ziehen zu den Karlsruher Elchen

Quelle: Timo Deible, Zoologischer Stadtgarten, Stadt Karlsruhe

Der Tierpark Oberwald in Karlsruhe hat ab sofort neue Bewohner: Ein Spezialtransport aus dem GaiaZoo Kerkrade in den Niederlanden hat zwei weibliche Waldrentiere in die Dependance des Zoos gebracht, informiert die Stadt Karlsruhe in einer Pressemeldung.

Waldrentiere: Tierpark Oberwald hat neue Bewohner

Aus dem GaiaZoo Kerkrade in den Niederlanden wurden zwei weibliche Waldrentiere nach Karlsruhe in den Tierpark Oberwald gebracht. Im Gegensatz zur domestizierten Form des Rentiers sind Waldrentiere äußerst selten. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt sie auf der Roten Liste als gefährdet.

Auch in Zoos und Tierparks ist das Waldrentier selten vertreten, in Deutschland gibt es lediglich sechs weitere Haltungen. Die Tiere werden zur Eingewöhnung zunächst in einem eigenen Gehege sein und sollen dann auf die große Naturanlage der Elche ziehen.

 

Erhaltungszuchtprogramm durch den Karlsruher Zoo

In vielen Gebieten wurden die Waldrentiere durch den Menschen völlig ausgerottet. Heute gibt es noch zwei kleinere Populationen in Finnland (rund 1.000 Tiere) und im russischen Teil Kareliens (rund 3.000 Tiere; Stand 2002) – mittlerweile könnte die dortige Population wohl durch Wilderei deutlich kleiner geworden.

„Für das Waldrentier gibt es ein Erhaltungszuchtprogramm des Europäischen Zooverbands. An diesem möchten wir uns beteiligen, um so die Reservepopulation in Menschenobhut möglichst zu vergrößern“, erläutert Zootierarzt Dr. Marco Roller, der auch Kurator für den Tierpark Oberwald ist.

 

| Quelle: Timo Deible, Zoologischer Stadtgarten, Stadt Karlsruhe

 

Zucht: Ein männliches Waldrentier soll noch folgen

Um züchten zu können, soll noch ein männliches Tier aus Finnland nach Karlsruhe kommen, heißt es in der Pressemeldung. Das Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Waldrentiere wird in Helsinki gemanagt. Dort entschieden die Experten, welche Individuen in welche Einrichtung kommen.

Der Zoo Karlsruhe beteiligt sich aktuell an insgesamt 53 EEP der Europäischen Zoovereinigung EAZA.

 

„Wir sehen uns als modernes Artenschutzzentrum“

„Mit den Waldrentieren haben wir eine weitere Tierart erhalten, die der Mensch erst an den Rand der Ausrottung gebracht hat und jetzt alles dafür tun muss, dass es nicht geschieht. Das ist die Aufgabe der Zoos, wir sehen uns als modernes Artenschutzzentrum“, betont Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt.

 

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