Neue Ausstellung
Renaissance 3.0: Kunst aus Bakterien und mit ChatGPT im Karlsruher ZKM

Neue Ausstellung Renaissance 3.0: Kunst aus Bakterien und mit ChatGPT im Karlsruher ZKM

Quelle: Melanie Hofheinz

Im ZKM startet ab dem 25. März 2023, die Ausstellung „Renaissance 3.0“. Sie soll ein „Basislager für neue Allianzen von Kunst und Wissenschaft im 21. Jahrhundert errichten“. Es ist die letzte Ausstellung des kürzlich verstorbenen ZKM-Leiter Peter Weibel.

Tritt die Kunst mit der Digitalisierung in eine neue Phase? Das Karlsruher Medienkunstzentrum ZKM ist davon überzeugt. Die neue Schau ist zugleich das Vermächtnis des gestorbenen Leiters Peter Weibel.

Karlsruhe (dpa/lsw) – Die Skulptur als Bioreaktor, die Ästhetik des Gehirns und Bakterien, die Kunst schaffen – Kunst und Wissenschaft gehören an sich schon seit der Renaissance zusammen. In der Medienkunst ist diese Einheit nun wieder da, wie eine neue Ausstellung im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) Karlsruhe zeigen will. «Renaissance 3.0.» ist der Titel der Schau, mit der sich der langjährige ZKM-Chef Peter Weibel von der Institution verabschieden wollte. Die letzte von ihm konzipierte Schau ist zu seinem Vermächtnis geworden: Weibel starb am 1. März, kurz vor seinem 79. Geburtstag.

Die Ausstellung, die von diesem Samstag an bis zum 7. Januar 2024 zu sehen sein wird, schlägt einen Bogen von der arabischen und italienischen Renaissance bis zur Medienkunst des 21. Jahrhunderts. Schließlich war die Verwissenschaftlichung von Kunst bereits der Anspruch der Renaissance, der sich über die Jahrhunderte wieder verloren habe, so die These Weibels. Im digitalen 21. Jahrhundert sei jedoch die Wende da: «Künstler und Wissenschaftler arbeiten zunehmend mit denselben Werkzeugen, Methoden und Programmen.» Dieser gemeinsame «Pool of Tool» weise auf den Beginn einer dritten Renaissance hin.

In der Schau geben 35 Positionen der internationalen Medienkunst Einblick in künstlerische Labore und künstlerisch-wissenschaftliche Koproduktionen. Zentrales Element der Ausstellung ist ein interaktives Wissensfeld, das Weibel mit dem ZKM-Team neu geschaffen hat, eine experimentelle Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Bei dem begehbaren Buch tritt der Besucher auf Begriffe im Raum, die ihm an der Wand vom Text-Roboter ChatGPT erklärt werden.

In der Installation «Metabolica Camp» von Thomas Feuerstein etwa stellen Bakterien das Material bereit, aus dem Skulpturen entstehen. In «Algo-r(h)i(y)thms» von Tomas Saraceno kann man sich im riesigen Netz einer Spinne verfangen und sich durch das Berühren verschiedener Fäden mit anderen zu einer Jam-Session vernetzen.

Vom Computer über den Röntgenapparat bis hin zum Kolben mit gentechnisch modifizierter Hefe – was im 21. Jahrhundert Pinsel und Staffelei ersetzen kann, ist im Bereich «Pool Tools» zu sehen. Ein Zeitstrahl verfolgt die verschiedenen Stadien von der Renaissance in Kunst und Wissenschaft – von persischen Mathematikern über Leonardo da Vinci und den ersten Computerpionieren bis ins Heute.

Künstler im 21. Jahrhundert kommen aus ihrer «Blase» heraus und erobern den digitalen Raum, sagte Anett Holzheid am Freitag bei der Vorstellung. Sie hat mit Weibel die Ausstellung konzipiert. Die Verwissenschaftlichung der Kunst zeigen – das war Weibels Kernansatz. «Wir haben seine Gedanken umgesetzt», sagte ZKM-Geschäftsführerin Helga Huskamp. Das sei emotional nicht einfach gewesen nach dem plötzlichen Tod des langjährigen ZKM-Chefs. Aber wichtig für das ZKM.

Begleitend zur Ausstellung findet an diesem Wochenende das Symposium «Renaissance 3.0» statt, das noch von Weibel initiiert wurde. Dabei sind unter anderem Quantenphysiker und Biochemiker zu Gast sowie drei Nobelpreisträger, darunter die Biochemikerin Christiane Nüsslein-Volhard.

Fotogalerie | Impressionen der ZKM-Ausstellung "Renaissance 3.0"

Weitere Nachrichten

Meilenstein für Energiewende: Stadtwerke Karlsruhe nehmen Großbatteriespeicher in Betrieb

Die Stadtwerke Karlsruhe GmbH hat einen neuen Großbatteriespeicher auf dem Gelände des unternehmenseigenen Heizkraftwerk West in Betrieb genommen. Mit der Anlage erweitert das Unternehmen seine Energieinfrastruktur um einen wichtigen Baustein für die Energiewende vor Ort.

Stadtfest Karlsruhe 2019
Redaktionstipp

Von Tierschutztag bis Stadtfest: Diese Veranstaltungen warten diese Woche in Karlsruhe

Das zweite Oktober-Wochenende (10. und 11. Oktober 2026), bietet eine schöne Auswahl an Veranstaltungen. Sonntags-Shopping, Street-Foof-Festival, Tierschutztag und mehr warten in Karlsruhe und viele Besucherinnen und Besucher. Schaut vorbei!

Stadtfest in Karlsruhe - das wird 2026 geboten

Am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Oktober 2026, verspricht das Karlsruher Stadtfest mit Live-Musik und Gastronomie, Mitmachangeboten, Straßenkunst, einem Flohmarkt und dem verkaufsoffenen Sonntag wieder Feier- und Shoppingstimmung in der Innenstadt.

"Tauschrausch": Neuer Tausch- und Verschenkcontainer in Bruchsal

Der Tausch- und Verschenkcontainer „Tauschrausch“ am Entsorgungszentrum in Bruchsal soll dazu beitragen, Abfälle zu vermeiden, Ressourcen zu schonen und gut erhaltenen Dingen ein zweites Leben zu ermöglichen. Eröffnet wird der Container am 11. Oktober 2026.

Messbar dank neuer Technik: Tierpark Oberwald zählt seit Jahresbeginn 100.000 Gäste

Der Tierpark Oberwald in Karlsruhe zählt seit Beginn des Jahres 2026 rund 100.000 Besucher/-innen. Damit liegt die Gästeanzahl schon jetzt bei mehr als dem Dreifachen des früheren Schätzwerts von rund 30.000 Besuchen pro Jahr, teilt die Stadt mit.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.