News aus Baden-Württemberg
Statistik: Mehr Menschen in Baden-Württemberg werden ambulant behandelt

News aus Baden-Württemberg Statistik: Mehr Menschen in Baden-Württemberg werden ambulant behandelt

Quelle: Frank Rumpenhorst
dpa

Weniger Menschen in Baden-Württemberg werden im Krankenhaus behandelt. Laut dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WidO) ist die Zahl der somatischen Krankenhausfälle 2022 um 14 Prozent gegenüber 2019 gesunken.

Bei den psychiatrischen Fällen betrug der Rückgang demnach knapp acht Prozent. Die Pandemie beschleunigt dabei wohl den Trend hin zu mehr ambulanten Behandlungen.

«Die Fallzahl-Rückgänge im vergangenen Jahr waren nicht mehr durch das Freihalten von Kapazitäten für schwer erkrankte Corona-Patienten bedingt», erklärte Dr. Ralph Bier, Mediziner bei der AOK Baden-Württemberg. Wesentlich seien stattdessen enorme Personalausfälle durch die Infektionswellen mit der Omikron-Variante gewesen.

Den größten Rückgang gab es demnach bei Diagnosen, die sowohl im Krankenhaus als auch bei entsprechend qualifizierten, niedergelassenen Ärzten behandelt werden können. Dazu zählen etwa Bluthochdruck mit einem Rückgang von 43 Prozent oder Rückenschmerzen mit einem Einbruch von 37 Prozent. Auch bei der chronischen Lungenerkrankung COPD, Diabetes und Herzinsuffizienz wurden weniger Menschen im Krankenhaus behandelt als 2019.

«Schon in den ersten beiden Jahren der Pandemie gab es Rückgänge in vergleichbarer Größenordnung», führte Bier aus. Die Pandemie wirke offenbar beschleunigend auf die «in Baden-Württemberg dringend gebotene, stärkere Ambulantisierung».

Auch bei Herzinfarkten, Schlaganfällen und einigen Operationen werden dem WidO zufolge weniger Menschen im Krankenhaus behandelt. Der Anteil von Patienten, die wegen Covid-19 im Krankenhaus waren, sei mit der Omikron-Variante deutlich zurückgegangen im Vergleich zu früheren Wellen.

Ähnlich wie in Baden-Württemberg sieht es dem WiDo zufolge in ganz Deutschland aus. Bundesweit gingen die somatischen Krankenhausfälle demnach um 15 Prozent, und die psychiatrischen um elf Prozent zurück.

 

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