News aus Baden-Württemberg
Tauwetter lässt die Pegel in Baden-Württemberg steigen

News aus Baden-Württemberg Tauwetter lässt die Pegel in Baden-Württemberg steigen

Quelle: Thomas Riedel
dpa

Regen und Tauwetter haben vor allem im Süden Baden-Württembergs die Wasserstände der Flüsse ansteigen lassen. Doch auch im Bereich Karlsruhe musste ein Mann gerettet werden.

Hohe Wasserstände haben im Südwesten für überschwemmte Straßen gesorgt und die Schifffahrt behindert. Ein 35 Jahre alter Mann wurde am Freitagabend am Rheinufer in Eggenstein-Leopoldshafen (Landkreis Karlsruhe) vom Hochwasser überrascht, wie die Polizei mitteilte. Der Mann stand bis zur Hüfte im Wasser, konnte sich in der Dunkelheit nicht mehr selbst befreien und rief mit seinem Handy Hilfe.

Rettungskräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Feuerwehr und Wasserschutzpolizei waren mit einem Hubschrauber und zwei Booten im Einsatz und konnten den 35-Jährigen unverletzt ins Trockene bringen. Ob der obdachlose Mann im Schlaf vom Wasser überrascht worden war, war zunächst unklar.

Nur wenige Kilometer flussaufwärts wurde die Schifffahrt auf dem Rhein bei Karlsruhe eingestellt. Am Pegel Maxau wurde nach Angaben der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) Baden-Württemberg der Wasserstand von 7,5 Metern in der Nacht zum Samstag überschritten. Am Samstagmorgen hatte der Rhein einen Wasserstand von mehr als 8 Metern. Bis in die Nacht zum Sonntag stieg der Pegel in Maxau noch auf 8,50 Meter, am Sonntagmorgen fiel das Wasser langsam. Wann der Schiffsverkehr wieder aufgenommen werden kann, war zunächst unklar.

In Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) stürzten am Sonntagmorgen Teile eine Mauer an der Bundesstraße 39 ein. Nach Angaben der Polizei bleibt die Straße vermutlich bis Sonntagabend komplett gesperrt. Laut Polizeisprecher war die Ursache zunächst unklar, es ist aber möglich, das die Mauer von Wassermassen unterspült worden war.

Daneben hatte das Tauwetter bis Samstagmorgen vor allem im Süden Baden-Württembergs für verbreitet hohe Wasserstände gesorgt. An vielen Orten stiegen die Pegel nach Angaben der HVZ auf einen Bereich, der statistisch gesehen einmal in zwei Jahren erreicht wird. In Meckenbeuren im Bodenseekreis stieg die Schussen in der Nacht zum Samstag auf beinahe 4,50 Meter – ein Wasserstand, der im statistischen Mittel nur alle 20 bis 50 Jahre vorkommt.

Die Polizei berichtete von zahlreichen überschwemmten Straßen am Bodensee und in Oberschwaben. Besonders betroffen seien die Orte Friedrichshafen, Salem, Deggenhausertal und Meersburg. In Bad Wurzach wurde ein Abschnitt der Bundesstraße 465 komplett gesperrt.

Nach Angaben der HVZ waren die Wasserstände am Sonntag größtenteils wieder fallend. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes legt der Regen am Sonntag eine vorübergehende Pause ein, er soll in der Nacht zum Montag aber wieder stärker werden. Im Südschwarzwald rechnen die Meteorologen noch bis in die Nacht zum Dienstag mit anhaltendem Regen und Schneeschmelze. In der Folge könnte laut HVZ das Wasser in den Flüssen am Montag wieder ansteigen.

 

Fotogalerie | Hochwasser in Karlsruhe im Januar 2021

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